Gesetzlicher Urlaubsanspruch: Österreicher mit 25 Tagen weltweit an vierter Stelle

Finnen und Brasilianer an der Spitze, China und Kanada sind mit nur 10 Tagen Schlusslichter

Wien (OTS/PWK416) - Wie viel Freizeit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konsumieren können, ist von Land zu Land verschieden. Einerseits regeln nationale Gesetze die Urlaubsansprüche. Andererseits gibt es noch die Möglichkeit, durch tarifvertragliche beziehungsweise kollektivvertragliche Regelungen zusätzlichen Urlaubsanspruch zu erwerben. Auch die Zahl der Dienstjahre spielt beim Ausmaß des Urlaubs eine Rolle. Dazu kommen noch diverse Feiertage.

Wie eine weltweite Erhebung des Beratungsunternehmens Mercer von 2009 zeigt, liegt Österreich im Vergleich der arbeitsfreien Tage weit oben. Es zeigt sich, dass Österreich sowohl bei gesetzlich als auch kollektivvertraglich geregelten Urlaubstagen international im absoluten Spitzenfeld liegt.

Laut der Studie haben Arbeitnehmer in Finnland, Brasilien und Frankreich mit 30 Tagen Urlaub (6 Tage pro Woche, gerechnet ohne Sonntage - also 5 Wochen) im Jahr den höchsten gesetzlichen Urlaubsanspruch. Zählt man die Feiertage dazu, haben die Brasilianer mit insgesamt 41 freien Tagen pro Jahr weltweit die Nase vorne. Österreich scheint in diesem Vergleich mit 25 Urlaubstagen (ex aequo mit Dänemark, Norwegen und Schweden) auf, ist aber nur mit 5 Tagen pro Woche berücksichtigt, was bei 5-Tage-Woche ebenfalls 5 Wochen Urlaub entspricht. Der österreichische Mindestanspruch beträgt gesetzlich 30 Werktage.

Ebenfalls an 41 Tagen ruht in Litauen die Arbeit. Hier gibt es zwar weniger gesetzlich vorgeschriebene Urlaubstage (28, allerdings Kalendertage einschließlich Sonntag), dafür aber mehr Feiertage (13).

Mit insgesamt 40 arbeitsfreien Tagen folgen die Finnen (30 Werktage gesetzlicher Urlaub plus 10 Feiertage) sowie die Franzosen und die Russen. Ebenso wie in Russland gibt es auch in Großbritannien 28 gesetzlich vorgeschriebene Urlaubstage, allerdings einschließlich der Feiertage.

Im Ranking des gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubsanspruches folgt auf Platz drei Polen mit 26 Urlaubstagen. Auf dem vierten Platz des weltweiten Vergleichs findet sich Österreich mit 25 Urlaubstagen -allerdings nur mit 5 Tagen pro Woche gerechnet. Zählt man die Feiertage hinzu, so haben die österreichischen ArbeitnehmerInnen in der Regel insgesamt 38 arbeitsfreie Tage pro Jahr - bei einer Berechnung wie im österreichischen Urlaubsgesetz bzw. anderen Staaten in diesem Vergleich mit 6 Tagen pro Woche sogar 43 arbeitsfreie Tage.

In der Schweiz - sie liegt im Europa-Ranking am letzten Platz der arbeitsfreien Tage - beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch 20 Tage. Dazu kommen 9 Feiertage. Und in Italien beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch ebenfalls 20 Tage (plus 11 Feiertage).

Abweichungen nach oben können sich in vielen Ländern durch Kollektivverträge ergeben: So gewährt beispielsweise in Österreich der Banken-KV ab dem 26. Dienstjahr 33 Tage Urlaubsanspruch pro Jahr. Für ältere MitarbeiterInnen, welche länger als 25 Jahre bei einem Dienstgeber arbeiten, kommt als gesetzlicher Anspruch in Österreich eine zusätzliche Urlaubswoche dazu.

Zum Vergleich: Bei unseren Nachbarn in Deutschland beträgt der gesetzlich vorgeschriebene Urlaub 20 Tage für eine Tätigkeit im Rahmen einer Fünf-Tage-Woche, also vier Wochen Urlaub. Auch hier geben - wie in Österreich - Tarifverträge Raum für zusätzliche Urlaubstage, wenngleich auch weit weniger deutsche Arbeitnehmer im Rahmen eines Kollektivvertrages arbeiten als in Österreich.
Globale Schlusslichter sind übrigens China und Kanada: Hier gibt es nur 10 Tage gesetzlichen Urlaubsanspruch pro Jahr. (PM)

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