- 08.06.2011, 09:15:31
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Karlheinz Töchterle: Ephesos ist Glanzstück des Österreichischen Archäologischen Instituts
Neue Grabungssaison in Ephesos eröffnet

Wien (OTS) - "Die traditionsreiche Grabung in Ephesos ist das
Glanzstück des Österreichischen Archäologischen Instituts", so
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle.
Anlässlich der zu Wochenbeginn erfolgten Eröffnung der Grabungssaison
in Ephesos unterstrich er gemeinsam mit Dr. Sabine Ladstätter,
Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) und
Grabungsleiterin in Ephesos, die Bedeutung der Archäologie für den
heimischen Wissenschafts- und Forschungsstandort und ging auf den
Stellenwert der Ausgrabung in Ephesos ein, die eng mit der
archäologischen Forschung in Österreich verbunden ist und ein
"Aushängeschild" darstellt. "Die heimischen Archäologinnen und
Archäologen haben sich mit ihrem großen Engagement und ihrer
Kompetenz in den vergangenen Jahrzehnten in Ephesos einen
ausgezeichneten Namen gemacht", so Töchterle.
Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) ist eine
nachgeordnete Dienststelle des Wissenschaftsministeriums und widmet
sich der Erforschung vergangener Kulturen des griechisch-römischen
Kulturkreises im Mittelmeerraum, in den Kulturräumen der ehemaligen
Donaumonarchie und des historischen Erbes der römischen Kultur auf
dem heutigen Staatsgebiet der Republik Österreich (Carnuntum,
Mautern). "Damit deckt das ÖAI ein breites geografisches und
thematisches Spektrum ab", so der Minister. Die Archäologie sei dabei
in Österreich "auch wichtiger Bestandteil einer aktiven Kulturpolitik
im Kontakt mit den Staaten Südosteuropas und des Mittelmeerraumes".
Töchterle unterstrich weiters die zahlreichen Kooperationen mit
wissenschaftlichen Institutionen des In- und Auslandes, die sowohl in
der Forschungs- als auch in der Publikationstätigkeit bestehen. Dies
gelte für heimische Universitäten ebenso wie für die Österreichische
Akademie der Wissenschaften. Der Minister ging auch auf die große
Bedeutung der Interdisziplinarität ein: "Die interdisziplinäre
Zusammenarbeit mit Nachbardisziplinen der technischen Wissenschaften
und der Naturwissenschaften ermöglicht eine wertvolle Verbreiterung
der historischen Aussagemöglichkeiten."
Das Budget des Wissenschafts- und Forschungsministeriums für das ÖAI
beträgt heuer rund 3,2 Millionen Euro (inklusive Personalkosten) und
wird bis 2014 in dieser Form fortgeschrieben. Zweigstellen des ÖAI
sind in Griechenland und Ägypten eingerichtet, das größte
Grabungsunternehmen ist die Ephesos-Grabung in der Türkei. Seit 1885
bemühen sich österreichische Wissenschaftler/innen
unterschiedlichster Disziplinen um die Erforschung des Ortes.
"Österreich leistet damit auch einen bedeutenden Beitrag zur
Erhaltung dieses Weltkulturerbes", so Töchterle. Die
Ephesos-Grabungs-Lizenz umfasst ein Spektrum von der prähistorischen
Zeit bis zum Mittelalter "und ist daher in der internationalen
archäologischen Forschung ein Juwel", wie Töchterle festhielt.
Alleine im Jahr 2010 waren in einer etwa sechs Monate andauernden
Kampagne ca. 180 Wissenschaftler/innen aus 13 Nationen in Ephesos
unter österreichischer Grabungsleitung tätig. Insgesamt beschäftigte
das Unternehmen im Jahr 2010 ca. 250 Personen. Neben der eigentlichen
Ausgrabungstätigkeit stehen die Aufarbeitung und Publikation des
bestehenden Denkmälerbestandes, aber vor allem auch Konservierung und
Restaurierung der Monumente im Zentrum der Aktivitäten. Ephesos hat
in der Türkei nach dem Topkapi Serail in Istanbul die zweithöchste
Besucheranzahl. Jährlich besuchen bis zu zwei Millionen Menschen die
antike Stadt. "Wissenschaft und Forschung finden also statt und
werden vor allem auch vermittelt", unterstrich Töchterle.
Österreich hat in den vergangenen zehn Jahren rund 11,5 Millionen
Euro für die Forschungsaktivitäten in Ephesos ausgegeben, davon rund
sechs Millionen Euro für die Schutzüberdachung des Hanghauses 2. Aber
auch private Mittel (Stichwort "Ephesos Foundation", die im Vorjahr
aus der Taufe gehoben wurde, sowie der Verein "Freunde von Ephesos")
werden lukriert.
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Rückfragehinweis:
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