- 26.05.2011, 13:14:44
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Diskussion um Schönheits-OPs: "Fettabsaugen kann man in einem Wochenendkurs erlernen"
Experten fordern strengere Richtlinien für Ärzte
Wien (OTS) - In Österreich darf jeder Arzt Schönheitsoperationen
durchführen, eine besondere Qualifikation ist nicht notwendig.
Deshalb komme es immer wieder zu Pfuschereien, sagte die plastische
Chirurgin Dagmar Millesi gestern in der ATV-Diskussionssendung "Am
Punkt". "Fettabsaugen kann man in einem Wochenendkurs erlernen", so
Millesi. Viele Ärzte würden mit Schönheitseingriffen zusätzliches
Geld verdienen, und nicht nur sie: "Es gab einen Fall, wo ein Friseur
im Hinterzimmer Fettsabsaugungen durchgeführt hat."
Millesi forderte die Politik auf, strengere Regeln für die
Zulassung aufzustellen. Dies sei wichtiger als etwa ein Verbot für
Schönheitsoperationen an Jugendlichen. Dies hatte die
Frauensprecherin der Grünen Judith Schwentner gefordert. In "Am
Punkt" erklärte sie, dass Jugendlichen oft die Reife fehle, eine
Entscheidung etwa über eine Brustvergrößerung zu treffen, mit der sie
ein Leben lang leben müssten: "Der Druck durch die Gesellschaft,
durch die Werbung, durch verschiedenste Sendungen wie Germanys next
Topmodel ist so groß geworden, dass ich bezweifeln würde, dass
Jugendliche ihre Entscheidungen so selbstbestimmt treffen." Sie
widersprach damit Millesis Argument, dass Jugendliche heute viel
früher reif seien, als in der Vergangenheit. Schönheitsoperationen
sollten aber in medizinisch oder psychisch begründeten Ausnahmefällen
möglich sein, sagte Schwentner.
Wie Millesi forderte sie strengere Zulassungskriterien für
Schönheitschirurgen. Dem stimmte auch das Model Jeannine Nujic zu,
die sich selbst schon Schönheits-OPs unterzogen hat. Von einem Verbot
für Jugendliche hält sie allerdings nichts. "Ein verpflichtendes
Gespräch mit einem Psychologen für unter 18Jährige wäre meiner
Meinung nach sinnvoller", sagte sie in "Am Punkt." Ein Verbot
unterstütze nur den "Schönheitstourismus". Ein Mädchen, das unbedingt
eine schönere Nase oder eine größere Brust wolle, werde dann einfach
in ein Nachbarland wie etwa Ungarn reisen, wo die Eingriffe zudem
preiswerter seien.
Rückfragehinweis:
ATV Redaktion "Am Punkt": Tel.: 01/213 64 115
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