- 26.05.2011, 12:32:53
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FORMAT: Brisante Geldflüsse in die Schweiz belasten Karl-Heinz Grasser
Hintergrund zu Hausdurchsuchungen in Wien, Tirol und Kärnten
Wien (OTS) - In der Buwog-Affäre sind die Ermittler nun auf neue
brisante Geldflüsse von der Meinl Bank in Wien auf ein Konto bei der
Alpha Rheintal Bank in der Schweiz gestoßen. Die nun aufgedeckten
Überweisungen belasten Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Dies
berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag
erscheinenden Ausgabe.
Bekanntlich fanden am Donnerstag Hausdurchsuchungen an zehn Privat-
und Firmenanschriften von Grasser in Wien, Tirol und Kärnten statt.
Dabei geht es laut FORMAT in erster Linie um den Verdacht der
Abgabenhinterziehung. Die zentrale Frage: Wurde das Grasser
zurechenbare Einkommen im Ausland ordentlich in Österreich
versteuert. Grasser hat in der Vergangenheit stets betont, seinen
Steuerpflichten immer nachgekommen zu sein.
Konkret stellten die Ermittler laut FORMAT fest, dass hohe Geldsummen
von der Treuhandfirma Ferint AG in Wien auf ein Ferint-Konto bei der
Alpha Rheintal Bank und auf ein Konto der Mandarin Group Ltd. bei
der Raiffeisenbank Liechtenstein überwiesen wurden. Bei dem Geld
handelt es sich um den Erlös aus dem skandalumwitterten
Hypo-Alpe-Adria-Investments bei Tilo Berlin im Jahr 2006.
Zur Erinnerung: Die Ferint AG agierte laut FORMAT beim Hypo-Deal als
Treuhänder von Karl-Heinz Grasser. Der Einsatz in der Höhe von einer
halben Million Euro sei laut Grasser aber nicht für ihn persönlich
erfolgt, sondern für seine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota. Die
Ermittler zweifeln daran. Sie vermuten, dass der wirtschaftlich
Berechtigte von Ferint AG und Mandarin Group Karl-Heinz Grasser
heißt. Denn sowohl zu Ferint als auch zu Mandarin exisitieren geheime
Treuhandverträge mit Grasser, wie aus einem FORMAT exklusiv
vorliegenden Razziabeschluss vom April 2011 hervorgeht.
Im Rahmen des gegen Grasser geführten Finanzstrafverfahrens kam eine
Verbindung zur Alpha Rheintal Bank ans Tageslicht. KHG-Steuerberater
Peter Haunold gab in seiner behördlichen Einvernahme zu Protokoll,
dass die Levesque Holding - eine Tochter der Vaduzer Grasser-Stiftung
Silverland - über ein Konto bei Alpha Rheintal verfügt. Rund 3,7
Millionen Euro soll sich Grasser laut Steuerberater von dort zur
Refinanzierung seines Penthouses in der Wiener Babenbergerstraße
geholt haben. Haunold laut Einvernahmeprotokoll: "Der Betrag wurde
von einem Konto der Alpha Rheintal Bank überwiesen."
Bei früheren Razzien in Liechtenstein wurden zudem Treuhandverträge
zwischen Grasser und der Mandarin Group Ltd. sichergestellt. Außerdem
ergaben Kontenöffnungen im Ausland, dass KHG-Trauzeuge Walter
Meischberger von einem ihm zuordenbaren Buwog-Provisionskonto bei der
Hypo Investment Bank Liechtenstein mit der Nummer "15444" hohe
Geldsummen an die Mandarin Group überwiesen hat.
Karl-Heinz Grasser - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - und sein
Anwalt Manfred Ainedter wollen die FORMAT-Recherchen nicht
kommentieren.
Rückfragehinweis:
FORMAT Business
Ashwien Sankholkar
01-21755-4126
www.format.at
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