FORMAT: Brisante Geldflüsse in die Schweiz belasten Karl-Heinz Grasser

Hintergrund zu Hausdurchsuchungen in Wien, Tirol und Kärnten

Wien (OTS) - In der Buwog-Affäre sind die Ermittler nun auf neue brisante Geldflüsse von der Meinl Bank in Wien auf ein Konto bei der Alpha Rheintal Bank in der Schweiz gestoßen. Die nun aufgedeckten Überweisungen belasten Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Bekanntlich fanden am Donnerstag Hausdurchsuchungen an zehn Privat-und Firmenanschriften von Grasser in Wien, Tirol und Kärnten statt. Dabei geht es laut FORMAT in erster Linie um den Verdacht der Abgabenhinterziehung. Die zentrale Frage: Wurde das Grasser zurechenbare Einkommen im Ausland ordentlich in Österreich versteuert. Grasser hat in der Vergangenheit stets betont, seinen Steuerpflichten immer nachgekommen zu sein.

Konkret stellten die Ermittler laut FORMAT fest, dass hohe Geldsummen von der Treuhandfirma Ferint AG in Wien auf ein Ferint-Konto bei der Alpha Rheintal Bank und auf ein Konto der Mandarin Group Ltd. bei der Raiffeisenbank Liechtenstein überwiesen wurden. Bei dem Geld handelt es sich um den Erlös aus dem skandalumwitterten Hypo-Alpe-Adria-Investments bei Tilo Berlin im Jahr 2006.

Zur Erinnerung: Die Ferint AG agierte laut FORMAT beim Hypo-Deal als Treuhänder von Karl-Heinz Grasser. Der Einsatz in der Höhe von einer halben Million Euro sei laut Grasser aber nicht für ihn persönlich erfolgt, sondern für seine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota. Die Ermittler zweifeln daran. Sie vermuten, dass der wirtschaftlich Berechtigte von Ferint AG und Mandarin Group Karl-Heinz Grasser heißt. Denn sowohl zu Ferint als auch zu Mandarin exisitieren geheime Treuhandverträge mit Grasser, wie aus einem FORMAT exklusiv vorliegenden Razziabeschluss vom April 2011 hervorgeht.

Im Rahmen des gegen Grasser geführten Finanzstrafverfahrens kam eine Verbindung zur Alpha Rheintal Bank ans Tageslicht. KHG-Steuerberater Peter Haunold gab in seiner behördlichen Einvernahme zu Protokoll, dass die Levesque Holding - eine Tochter der Vaduzer Grasser-Stiftung Silverland - über ein Konto bei Alpha Rheintal verfügt. Rund 3,7 Millionen Euro soll sich Grasser laut Steuerberater von dort zur Refinanzierung seines Penthouses in der Wiener Babenbergerstraße geholt haben. Haunold laut Einvernahmeprotokoll: "Der Betrag wurde von einem Konto der Alpha Rheintal Bank überwiesen."

Bei früheren Razzien in Liechtenstein wurden zudem Treuhandverträge zwischen Grasser und der Mandarin Group Ltd. sichergestellt. Außerdem ergaben Kontenöffnungen im Ausland, dass KHG-Trauzeuge Walter Meischberger von einem ihm zuordenbaren Buwog-Provisionskonto bei der Hypo Investment Bank Liechtenstein mit der Nummer "15444" hohe Geldsummen an die Mandarin Group überwiesen hat.

Karl-Heinz Grasser - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - und sein Anwalt Manfred Ainedter wollen die FORMAT-Recherchen nicht kommentieren.

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