• 24.05.2011, 10:41:13
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ÖAMTC: Andere Länder, andere Sitten - Behördenwillkür, absurde Bestimmungen, dubiose Strafen, Teil 1 (+ Grafiken)

Anzahl der Beschwerdefälle mit juristischem Nachspiel hat sich im Vorjahr verdoppelt

Wien (OTS) - Der ÖAMTC hat in Kooperation mit dem Institut für
Freizeit- und Tourismusforschung die Österreichische Tourismusanalyse
2011 durchgeführt. Daraus geht hervor, dass Italien weiterhin das
beliebteste Autoreiseziel der Österreicher ist. Auch heuer wird es
wieder 17 Prozent der österreichischen Urlauber ins Stiefelland
ziehen. Im Vorjahr waren es 15 Prozent, auf den Plätzen folgen
Kroatien (acht Prozent), Spanien und die Türkei (je sieben Prozent)
und Griechenland (sechs Prozent).

Reiselust und Reisefrust liegen jedoch häufig eng beisammen. Jedes
Jahr sind zahlreiche österreichische Urlauber im Ausland mit
unliebsamen Erlebnissen konfrontiert. Die beim ÖAMTC eingegangenen
Beschwerdefälle mit juristischem Nachspiel haben sich im Vorjahr mehr
als verdoppelt. "Probleme im Zusammenhang mit Fahrverboten, die
unzulässige Eintreibung verjährter Strafen über ein Inkassobüro oder
das Gefühl unberechtigt abkassiert zu werden hinterlassen einen
bitteren Nachgeschmack", konstatiert ÖAMTC-Reiseexpertin Silvie
Bergant.

Italien führt in der Beschwerdeliste

Für die Reisesaison 2011 erwarten die ÖAMTC-Experten wieder
zahlreiche Probleme. Die Bandbreite reicht von reiner Willkür über
unberechtigte Vignettenkontrollen bis hin zu dubiosen Strafzetteln
als Urlaubserinnerung. Die meisten Beschwerdefälle (530) bearbeiteten
die ÖAMTC-Rechtsberater im Jahr 2010 von Italienurlaubern. "Da
Italien das Haupturlaubsland der Österreicher ist, gibt es dort von
Haus aus mehr Beanstandungen. Dazu kommt, dass gerade unser südlicher
Nachbar zuweilen einen sehr eigenwilligen Umgang mit den
Urlaubsgästen pflegt", weiß ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer.

Die häufigsten Beschwerden von Italienreisenden betreffen
vermeintliche Verkehrsdelikte. "Nicht nur fehlende Rechtsgrundlagen
machen den Urlaubern das Leben schwer. In den vergangenen Jahren
wurde auch immer häufiger von überhöhten Strafen berichtet", macht
der ÖAMTC-Jurist deutlich. Auch Probleme mit Fahrverboten stehen auf
der Liste der Beschwerden weit oben. Die eingeschränkte Einfahrt in
viele Städte und die City-Maut sind oftmals unklar oder gar nicht
beschildert. Nach Italien auf Platz eins mit den häufigsten
Beschwerden folgen Slowenien mit 128 Fällen, die Schweiz (47),
Deutschland (44) und Ungarn (39).

Strafzettel bleiben als unangenehme Urlaubserinnerung

"Müssen per Post zugestellte Auslandsstrafzettel überhaupt bezahlt
werden?", lautet eine Frage, die den ÖAMTC-Rechtsexperten immer
wieder gestellt wird. Tatsächlich gibt es in diesem Bereich nach wie
vor Aufklärungsbedarf. "Österreichische Behörden können nicht
bezahlte Auslandsstrafen prinzipiell zwangsweise eintreiben.
Allerdings nur, wenn im Land, in dem der Verstoß begangen worden ist,
die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen bestehen", stellt der
ÖAMTC-Jurist klar. Unabhängig davon sollten ausländische
Strafbescheide keinesfalls völlig ignoriert werden, weil bei einer
Wiedereinreise in das Urlaubsland die Eintreibung vor Ort droht. Wer
einen Strafzettel als Urlaubserinnerung erhält, sollte also
prinzipiell mit der ÖAMTC-Rechtsberatung Kontakt aufnehmen, um
unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Vielfach kommt es vor, dass sich europäische Reiseländer nicht an
die von der Europäischen Menschenrechtskonvention vorgegebenen
Rechtsstandards halten. Tatvorwürfe müssen in einer für den
Betroffenen verständlichen Sprache formuliert sein. "Mit Hilfe eines
Formulars der ÖAMTC-Rechtsberatung können fremdsprachige
Strafbescheide zurück ins jeweilige Land geschickt werden, um die
Übersetzung anzufordern", betont Achrainer. Eine schlampige und daher
unverständliche deutsche Übersetzung ist nicht ausreichend.

Aviso an die Redaktionen: Grafiken zu diesem Thema sowie
Faksimiles zu italienischen Strafbescheiden sind über die
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit erhältlich.

(Forts.)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Tschernutter
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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