- 23.05.2011, 12:29:42
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Mitterlehner: "Jugendmonitor zeigt großen Optimismus und positive Einstellung zur Familie"
Neue Studie präsentiert - Mitterlehner will Wahlfreiheit forcieren und Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf durch mehr Betreuungsplätze erleichtern

Wien (OTS/BMWFJ) - Familien- und Jugendminister Reinhold
Mitterlehner hat heute die Ergebnisse des neuen Jugendmonitors mit
dem Schwerpunkt Familie präsentiert. "Die Ergebnisse zeigen einen
großen Optimismus und eine positive Einstellung zur Familie. Uns geht
es jetzt darum, die Wünsche der Jugend noch stärker mit der
Lebensrealität zu verbinden und die Wahlfreiheit zu erhöhen. Wir
möchten sowohl auf traditionelle, als auch auf moderne Familienbilder
stärker eingehen und unsere Angebote gezielt darauf ausrichten", so
Mitterlehner in einer Pressekonferenz mit dem Politikwissenschaftler
Peter Filzmaier sowie der Motivforscherin Sophie Karmasin. Mit dem
Jugendmonitor werden drei Mal jährlich die Meinungen und
Einstellungen der Jugend zu wechselnden Schwerpunktthemen erfasst.
Netto werden jeweils 800 Personen befragt, repräsentativ für die
Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen.
"Jugendliche haben sich weder durch die Wirtschaftskrise noch durch
schwieriger werdende Berufsperspektiven von ihrer positiven
Grundstimmung abbringen lassen", freut sich Mitterlehner. 84 Prozent
der Jugendlichen beurteilen die nähere Zukunft derzeit sehr bzw. eher
zuversichtlich, das sind um sieben Prozentpunkte mehr als im Mai
2010. Zudem zeigt die Studie für Mitterlehner, dass Familie für die
Jugend ein äußerst positiv besetzter Lebensbereich ist. Insbesondere
die Eltern geben Rückhalt und Geborgenheit. Überraschend hoch ist
auch der Wunsch nach einer eigenen Familie. Drei Viertel der
Jugendlichen wollen einmal eine eigene Familie, knapp die Hälfte weiß
bereits, dass sie einmal Kinder will, nur sechs Prozent schließen das
aus.
Die meisten Jugendlichen können sich Nachwuchs im Alter zwischen 25
und 30 Jahren vorstellen, zu rund 60 Prozent wollen Sie zwei Kinder.
Die tatsächliche Geburtenrate liegt hingegen bei durchschnittlich 1,4
Kindern, im Schnitt sind Mütter bei der Geburt 28,5 Jahre alt. "Unser
Ziel ist es, Anspruch und Wirklichkeit stärker zusammenzuführen.
Daher wollen wir zum Beispiel die Betreuungsplätze weiter ausbauen,
unsere Angebote beim Kinderbetreuungsgeld noch stärker bewerben und
insgesamt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern", so
Mitterlehner.
Attraktive Angebote für unterschiedliche Lebensmodelle
schaffen
Abgefragt wurde auch die Meinung zur Kinderbetreuung. Die Betreuung
von Drei- bis Sechsjährigen sehen 57 Prozent hauptsächlich in einem
Kindergarten, acht Prozent bei einer Tagesmutter, 31 Prozent
hauptsächlich bei den Eltern zuhause. Bei den Kindern bis drei Jahre
geben 77 Prozent der befragten Jugendlichen an, dass diese untertags
zuhause von den Eltern betreut werden sollten, 11 Prozent sind für
Kinderkrippe bzw. Kindergarten, fünf Prozent für Tagesmütter. 75
Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer finden es gut, wenn
beide Elternteile abwechselnd in Karenz gehen und bei den Kindern zu
Hause bleiben. Für Frauen ist der Ausgleich zwischen Familie und
Beruf tendenziell wichtiger, Burschen bewerten hingegen den
beruflichen Erfolg höher.
Auf die Frage, wie lange man selbst zuhause bei den zukünftigen
Kindern bleiben möchte, antworten 36 Prozent der Frauen und neun
Prozent der Männer mit "bis zum dritten Lebensjahr". 15 Prozent der
Männer und 25 Prozent der Frauen können sich vorstellen, bis zum
zweiten Lebensjahr beim Kind/den Kindern zuhause zu bleiben. "Es gibt
hier ein Spannungsfeld zwischen Tradition und Pragmatismus sowie
zwischen Familie und individueller Karriereplanung", schließt
Mitterlehner. "Wir wollen daher sowohl für jene Familien, die ihre
Kinder länger zu Hause betreuen wollen, als auch für jene Eltern, die
rascher in den Beruf zurückkehren wollen, gute Angebote schaffen.",
Daher will Mitterlehner auch die Attraktivität des
Kinderbetreuungsgelds für Väter weiter erhöhen, wobei sich in dieser
Hinsicht sowohl die pauschale Kurzvariante als auch das
einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bewährt hätten.
Bessere Rahmenbedingungen, um Vereinbarkeit von Familie und
Beruf zu erleichtern
Unterschiede gibt es auch bei den Einstellungen zur Teilzeitarbeit.
85 Prozent der befragten weiblichen Jugendlichen können sich für
später vorstellen, für eine gewisse Zeit Teilzeit zu arbeiten, um
sich noch mehr um die Kinder kümmern zu können. Bei den männlichen
Jugendlichen sind es 31 Prozent. "Auch hier sollten wir die
Rahmenbedingungen verbessern. Wenn Teilzeit aufgewertet wird, wären
mehr Männer bereit, davon Gebrauch zu machen. Auch bei den
Unternehmen wollen wir das Bewusstsein dafür erhöhen", so
Mitterlehner.
Hauptgrund für eigene Kinder ist die Meinung, dass diese "einfach zu
einer Familie dazugehören" bzw. "ein Teil des Lebens" seien. Die
Mehrheit jener, die sich Kinder vorstellen können, würden ihre Eltern
als Vorbild bei der Erziehung nehmen. Und: Für rund die Hälfte aller
befragten Jugendlichen ist es wichtig, einmal zu heiraten. Auf diese
Frage antworten 60 Prozent der weiblichen und 34 Prozent der
männlichen Jugendlichen mit Ja. "Das Familienbild der Jugendlichen
ist durchaus traditionell und vor allem bejahend. Genauso ist das
Vertrauensverhältnis und Verstehen mit den Eltern für mehr als zwei
Drittel gut", erläutert Filzmaier. "Es überrascht auch, dass der
Umgang der Jugendlichen in der Vereinbarkeitsfrage den gelernten
Mustern folgt. Die nachkommende Generation übernimmt in wesentlichen
Zügen den Anspruch der eigenen Eltern", so das Fazit von
Motivforscherin Karmasin.
So wie Mitterlehner betonten Filzmaier und Karmasin den Wert des
Instruments Jugendmonitor. "Infolge der regelmäßigen Studien alle
drei bis vier Monate sind sowohl in Zeitreihen die Beobachtung von
Trends als auch aktuelle Einstellungsmessungen zu Schwerpunktthemen
möglich. Aufgrund der langen Feldarbeitszeit von jeweils rund einem
Monat ergibt sich eine exzellente Datenbasis", so die Experten.
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Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Sprecher des Ministers: Mag. Volker Hollenstein
Tel.: +43 (01) 711 00-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
mailto:[email protected]
www.bmwfj.gv.at
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