"trend": Adeg verschlingt Millionen

Die Sanierung des im Vorjahr zur Gänze übernommenen Nahversorgers Adeg erweist sich für Rewe offenbar härter als erwartet.

Wien (OTS) - Erstmals werden konkrete Zahlen zu den
Sanierungskosten für den durch den Lebensmittelriesen Rewe (Billa, Merkur, Penny) bereits ab 2007 schrittweise übernommenen Nahversorgers Adeg bekannt. Nach vorläufiger Planrechnung für 2010 erwartet Rewe für Adeg, die bis auf die AGM-Großmärkte nur noch den Großhandel für die selbstständigen Adeg-Kaufleute betreibt, immer noch einen Jahresverlust von 7,3 Millionen Euro, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. 44,4 Millionen Euro an negativem Eigenkapital wies die Adeg-Gruppe zu Jahresbeginn 2010 noch aus. Um 2010 überhaupt bilanzieren zu können, musste Rewe 25 Millionen an Gesellschafterdarlehen zuschießen - nach noch einmal soviel in den beiden Jahren zuvor. Zur endgültigen Erfolgsrechnung für 2010 wollte Rewe-Austria-Boss Frank Hensel "trend" gegenüber keine Angaben machen: "Wir liegen im Plan. Heuer wollen wir jedenfalls wieder positiv bilanzieren."

Das Sanierungskonzept für die verbliebenen 481 Adeg-Standorte beginne nur langsam zu greifen. Dagegen komme es häufig zu Unmut über Rabattaktionen der anderen Rewe-Töchter, zitiert der "trend" Anton Kovsca, Vertreter Adeg-Kaufleute: ""Die Werbemacht von Billa und Co ist schon sehr stark, um nicht zu sagen erdrückend." Durch die wettbewerbsrechtlichen Auflagen bei der Übernahme verlor Adeg insgesamt rund ein Drittel der Verkaufsfläche. Der Marktanteil hat sich bis Jahresbeginn 2011 auf drei Prozent fast halbiert. Mit durchschnittlich 300 Quadratmeter Shopfläche und einem Quadratmeterumsatz von offiziell 3500 Euro ist man weit weg von profitablen Größenordnungen. Billa operiert mit gut 5000 Euro.

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