- 20.05.2011, 10:36:33
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Heinisch-Hosek: Frauen dürfen sich kein Körper- und Schönheitsideal aufzwingen lassen
Schönheitsindustrie zurückdrängen, Akzente in den Bildungseinrichtungen setzen
Wien (OTS/SK) - Es müssen Gegentrends zu einem zutiefst
neoliberalen Umgang mit dem Körper gesetzt werden. Das forderte
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Donnerstag bei der von
den SPÖ-Frauen veranstalteten Podiumsdiskussion "Körperpolitiken: Wie
selbstbestimmt ist die Frau von heute?". "Es ist eine riesige
Industrie über Körperbilder entstanden, wir dürfen nicht akzeptieren,
dass dieser Markt nun auch schon Kinder betrifft", betonte
Heinisch-Hosek. Die Frauenministerin sprach sich für einen Ausbau der
Sexualerziehung in Schulen aus, um ein gesundes Körperbewusstsein zu
fördern. ****
Kinder verbringen viel Zeit in Bildungseinrichtungen und sind dort
erreichbar. Hier gebe es die Chance, ein Umdenken einzuleiten. "Wir
sollten Sexualunterricht mehr Stellenwert zukommen lassen", forderte
Heinisch-Hosek. Das Ziel sei es, vor allem jungen Mädchen ein
gesundes Körperbewusstsein zu vermitteln und medial verbreitete
Körperbilder zu hinterfragen. Dazu sollten vermehrt ExpertInnen in
die Schule geschickt werden. "Frauenpolitik muss hier Akzente
setzen", so Heinisch-Hosek, "wir dürfen uns nicht fremdbestimmen
lassen".
Es habe sich ein neoliberales Körperbild in der Gesellschaft
etabliert, das Schönheit auch durch medizinische Eingriffe käuflich
und zur Pflicht macht. Auch die Wiener Gesundheitsbeauftragte Beate
Wimmer-Puchinger stellte fest: "Schöne sind zu Leistungserbringern
geworden." Immer mehr Mädchen seien mit ihrem Körper unzufrieden.
"Das, was da passiert ist, ist dass der Körper zur Ware gemacht
wurde", so Wimmer-Puchinger.
Auch in der Politik müsse man darauf achten, dass Frauen nicht
unverhältnismäßig nach ihrem Äußeren beurteilt werden, sagte
Heinisch-Hosek. Hier würde viel stärker als bei Männern nach einem
Schönheitsideal bewertet und Inhalte treten in den Hintergrund. "Es
geht um Herrschaftsverhältnisse", betonte Heinisch-Hosek, "weil das
Patriarchat noch nicht abgeschafft ist", seien diese Mechanismen noch
immer wirksam. Es werde versucht, Frauen ins Eck zu drängen. Daher
bekräftigte Heinisch-Hosek: "Es braucht mehr Frauen in den
Entscheidungspositionen", auch in Branchen wie der Mode, in denen
Körperbilder produziert werden.
An der Veranstaltung, die von SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin
Andrea Mautz eingeleitet wurde, nahmen unter der Moderation von Karin
Strobl Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die
Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien Dr.in Beate
Wimmer-Puchinger, die Modefotografin Inge Prader, sowie der Arzt für
plastische Chirurgie Dr. Artur Worseg teil.
Fotos der Veranstaltung können heruntergeladen werden unter:
http://bit.ly/kPFcwg (Schluss) pep/up/ele
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
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