- 13.05.2011, 19:18:06
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Kardinal Schönborn feierte Dankgottesdienst für Seligsprechung Johannes Pauls II.
Tausende Gläubige polnischer Herkunft im Stephansdom - Gedenken an das Attentat vom 13. Mai 1981
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Wien (OTS) - Wien, 13.05.11 (PEW) Kardinal Christoph Schönborn
feierte am Freitagabend mit zahllosen Gläubigen polnischer Herkunft
im Wiener Stephansdom einen Dankgottesdienst für die Seligsprechung
von Johannes Paul II. Der Freitag war zugleich der 30. Jahrestag des
Attentats vom 13. Mai 1981, bei dem der Wojtyla-Papst auf dem
Petersplatz schwer verletzt wurde. In diesem Zusammenhang sagte
Kardinal Schönborn: "Wir sind bewusst an diesem 13. Mai im
Stephansdom versammelt, um Gott zu danken, dass er vor 30 Jahren den
damals erst knapp 61-jährigen Papst gerettet und ihn für weitere 24
Jahre der Kirche und der Welt geschenkt hat".
Bereits eingangs verwies der Wiener Erzbischof auf die bewegenden
Worte Johannes Pauls II.: "Eine Hand hat die Kugel abgeschossen, eine
andere hat sie gelenkt". Ein Jahr nach dem Attentat war der Papst in
Fatima und erklärte dort: "Als ich mein Bewusstsein wiedergewonnen
hatte, richtete sich mein erster Gedanke sofort auf dieses Heiligtum
mit dem Wunsch, hierher zu kommen und der Gottesmutter zu danken,
weil sie mich aus jener Gefahr errettet hat". Auf dem Hintergrund
dieser Papstworte sagte Kardinal Schönborn wörtlich: "Ein letztlich
wohl vom KGB gedungener Mann hätte den Papst töten sollen. Ein
professioneller Schütze, ein Schuss, der unweigerlich hätte tödlich
sein sollen. Doch die Kugel verfehlte knapp ihr Ziel, nur wenige
Millimeter. Eine andere Hand hat ihn beschützt: die Muttergottes, der
er sein Leben ganz anvertraut hatte". Der 13. Mai sei zugleich der
Tag der ersten Erscheinung der Muttergottes an die drei Hirtenkinder
im portugiesischen Fatima. In diesem "Zufall" des Datums habe der
selige Johannes Paul II. einen Ruf gesehen, der Botschaft von Fatima
"mehr Aufmerksamkeit zu schenken".
Die Botschaft von Fatima sei in ihrem "wesentlichen Kern" ein Aufruf
zu Umkehr und Buße "wie im Evangelium", betonte der Wiener
Erzbischof. Dieser Ruf zur Umkehr sei zuerst die Bitte Gottes an die
Menschen, dem Bösen zu widerstehen, der Sünde kein so starkes
Bürgerrecht zu geben. Der Ruf zur Bekehrung sei vor allem ein Ruf zum
erfüllten Leben, zu einer "Kultur des Lebens", zu einem "Ja zum
Leben". "Frohe Botschaft vom Leben" sei nicht nur der Titel einer
großen Enzyklika Johannes Pauls II. gewesen, sondern auch die
Lebensbotschaft des seligen Papstes.
Kardinal Schönborn erinnerte an die letzte Botschaft des sterbenden
Papstes, als er am 1. April 2005 auf einen Zettel schrieb "Ich bin
froh, seid ihr es auch". Man müsse sich die Frage stellen, was
Johannes Paul II. mit der "ganzen Last seines Amtes, den ganzen
Sorgen der Kirche, dem Leid der Welt und seinem eigenen langen
Leidensweg" froh gemacht habe, so der Wiener Erzbischof. Die Antwort
sei eine doppelte: Johannes Paul II. habe auf Gottes Barmherzigkeit
vertraut, was auch in der Heiligsprechung der Ordensfrau Faustyna
Kowalska, der Mystikerin der unerschöpflichen Barmherzigkeit Jesu,
zum Ausdruck kam. Das Geheimnis eines erfüllten glücklichen Lebens
habe aber auch den Namen "Hingabe". 1994 habe Johannes Paul II.
formuliert: "Das Evangelium verspricht niemandem ein bequemes Leben.
Um das Leben zu finden, muss man das Leben verlieren\x{2588}Nur wenn ein
Mensch sich selbst überwindet, ist er wirklich Mensch".
Abschließend sagte der Wiener Erzbischof, er bete, dass der Glaube
Johannes Pauls II. den Glauben der Katholiken in Polen wie in
Österreich stärken möge: "Sein Vertrauen in die Muttergottes soll
euer Vertrauen in sie ermutigen. Seine Liebe zur Jugend soll euch
inspirieren, sein Zeugnis des Leidens soll euch Kraft geben. Seine
Liebe zu Christus soll euch zu mutigen Zeugen Christi heute, in
unserer Zeit, in dieser Welt machen".
Mit tausenden Gläubigen nahmen auch der Apostolische Nuntius in
Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, und der polnische
Botschafter Jerzy Marganski an dem Dankgottesdienst teil. (forts mgl)
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel.: 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]
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