- 13.05.2011, 10:20:29
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Resch: Finger weg von den nachhaltig geführten Forstbetrieben Europas
Brandrodung in Tropen löst Regulierungswut im EU-Parlament aus
Wien (OTS) - "Der vom Europäischen Parlament nun angenommene
Bericht zum Grünbuch 'Waldschutz und Waldinformation' offenbart die
Regulierungswut abseits vernünftiger Argumente. Da werden in völlig
unnötiger Weise Nachhaltigkeitskriterien zur Waldbewirtschaftung in
der EU eingefordert, ganz so, als würden sich die Waldbesitzer nicht
bereits seit Generationen an das strenge Forst- und die deutlich
verschärften Naturschutzgesetze halten. Finger weg von den nachhaltig
geführten Forstbetrieben Europas, muss man den Abgeordneten sagen, da
gibt es echte Probleme, die eines Berichtes würdig wären. Wo sind
denn die Nachhaltigkeitskriterien bei der Förderung von Erdöl? Wo
sind die Kriterien, nach denen Atomkraftwerke strengen Stresstests
unterzogen werden müssten? In diesen Bereichen drohen in Zukunft
unabsehbare Gefahren für die Gesellschaft, dort ist tatsächlich
größter Handlungsbedarf", erklärte Johann Resch, Vorsitzender des
Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich und
Vizepräsident der LK Steiermark.
Brandrodung: Nicht bei uns
"Es ist schon erstaunlich, wie sehr die negativen Entwicklungen
bei der Abholzung von Regenwald und der illegalen Holznutzung in
Teilen der Welt dazu herangezogen werden, die heimische
Forstwirtschaft zu regulieren, obwohl diese Probleme bei uns nicht
bestehen. Die EU sollte sich besser dafür einsetzen, dass die gelebte
nachhaltige Waldbewirtschaftung in Europa als Vorbild für andere
Ländern dienen kann. Das könnte am besten dadurch gelingen, dass sich
die EU aktiv in den Forstministerprozess einbringt, der die
Erarbeitung einer Europäischen Waldkonvention aufnehmen will", so
Resch dazu.
Droht Bewirtschaftungs-Ende?
"Werden die Vorschläge dieses Grünbuches umgesetzt, droht eine
Überregulierung, die die Waldbewirtschaftung und die Verwendung des
nachwachsenden Bau- und Werkstoffes Holz zusätzlich erschweren und
für die Konsumenten, die gerne Holz verwenden, unnötig verteuern
würde. Darüber hinaus droht Gefahr, weil das Europäische Parlament
den Wald anscheinend auf die reine CO2-Speicherung reduzieren will
und die positiven Effekte einer Holzverwendung negiert. Offenbar
wissen jene EU-Abgeordneten, die diesem Vorschlag zugestimmt haben,
nicht, dass nur durch eine nachhaltige Bewirtschaftung, wie sie in
Österreich seit Generationen gelebt wird, alle Waldfunktionen
gesichert bleiben", so Resch weiter.
PEFC ist erfolgreich
"Die Argumente der europäischen Forstwirte wurden in der Debatte
sehr engagiert von zahlreichen Parlamentariern, allen voran von
Österreichs Vertreterin, Elisabeth Köstinger, vorgebracht, leider
aber von den anderen Parteien ignoriert. Und obwohl Forstpolitik
Sache der Mitgliedstaaten ist und in ganz Europa strenge Forstgesetze
bestehen, wird durch die einseitige Ausrichtung auf falsch
verstandenen Naturschutz versucht, massiv Einfluss auf die
Waldbewirtschaftung in den EU-27 auszuüben. Es wird dabei zusätzlich
ignoriert, dass es neben den bereits existierenden strengen
gesetzlichen Vorgaben freiwillige Instrumente gibt, mit denen eine
nachhaltige Waldbewirtschaftung nachgewiesen wird. So bieten
Zertifizierungssysteme, wie das erfolgreiche PEFC, den Konsumenten
über die ganze Wertschöpfungskette den Nachweis, dass Holzprodukte
aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen", erklärte Resch
abschließend.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
E-Mail [email protected]
www.lk-oe.at
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