Drogenkonsumräume - geschützter und risikoarmer Konsum von Drogen in Wien noch immer ein Tabuthema

Die Stadtregierung ist gefordert, Konsumräume als ergänzendes Hilfsangebot umzusetzen

Wien (OTS) - Der Experte Prof. Dr. Heino Stöver hielt auf
Einladung der Gruppe BastA und der ÖH FH Campus Wien am 12. Mai 2011 einen Vortrag zum Thema "Überblick und Erfahrungen mit Drogenkonsumräumen in Deutschland und Europa". Zweck des Vortrags war es, eine öffentliche und fachliche Debatte über Konsumräume in Wien anzuregen.

Im Zuge des gut besuchten Vortrags haben sich auch im Publikum anwesende Sozialarbeiter_innen und Expert_innen zu Wort gemeldet. Forderungen sind unter anderem die Schaffung eines Pilotprojekts sowie entsprechender gesetzlichen Rahmenbedingungen. Auch wurde berichtet, dass Anrainer_innen von Drogenhilfseinrichtungen bereits ähnliche Forderungen an Zuständige herangetragen haben. Nichtsdestotrotz ist die momentane Situation, dass die Diskussion von Seiten der Politik sowie der Drogenkoordination Wien unterbunden wird.

Trotz jahrelanger, positiver Erfahrungen in den Nachbarländern, gibt es in Österreich noch immer keine öffentliche Debatte über Drogenkonsumräume. So sind Drogenkonsument_innen in Wien durch ein hohes Risiko beim intravenösen Konsum belastet. Sie müssen den öffentlichen Raum in Anspruch nehmen, oder bleiben alleine in ihrer Wohnung - wo es im Falle einer Überdosierung keine erste Hilfe gibt. In der Bundeshauptstadt alleine sind es mehr als 10.000 Menschen, die von einer solchen Einrichtung direkt profitieren könnten, da nicht nur Menschen aus der Straßenszene mit dem Konzept erreichbar sind. In deutschen Städten, die Konsumräume eingeführt haben, ist die Anzahl der Drogentoten signifikant gesunken.

Die Verantwortlichen der Stadt Wien sind gefordert, zu handeln und in einen konstruktiven Dialog um Konsumräume einzusteigen.

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