- 11.05.2011, 16:07:56
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Objekt der Begierde"
Die Parteien wollen den ORF - und wissen nicht, was aus ihm werden soll.
Wien (OTS) - Jetzt wird es spannend im Kampf um den ORF. Zunächst
hat RTL-Chef Gerhard Zeiler vor allem im Kreise der ÖVP-Mächtigen
seine Chancen abgetestet, gestern hat er bei der Chefin der Grünen,
Eva Glawischnig, vorgesprochen.
Alexander Wrabetz, der derzeitige ORF-Chef, muss sich noch mit der
Vergangenheit herumschlagen. Was hat er vor fünf Jahren dem damaligen
BZÖ-Stiftungsrat Walter Meischberger versprochen (siehe Seite 4)?
Der ehemalige rote Kanzlersekretär Zeiler in der Rolle des
schwarzen Hoffnungsträgers, das gibt es nur in der skurrilen Welt des
ORF: dort, wo die eigentlich zuständigen Stiftungsräte nicht lange
darüber nachdenken müssen, wen sie besser finden. Sie bekommen ihre
Anweisungen aus den Parteizentralen. Fast alle.
Dass Zeiler jetzt auch das schlichte Spiel der Politik spielt,
könnte die Chance von Alexander Wrabetz sein. Zeiler, das ist
Kommerz pur, das ist der ORF am Weg in Richtung Privatfernsehen mit
anschließender Privatisierung. Wrabetz, das könnte das Gegenmodell
des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sein, mit besserer Information,
spannenden Dokumentationen und mehr Kultur. Wo aber ist das Konzept?
Er sollte sich nicht alleine auf den Beschluss des SPÖ-Präsidiums
verlassen.
Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601
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