- 11.05.2011, 09:00:45
- /
- OTS0054 OTW0054
Geschäftsklima in Mittelosteuropa nur leicht verbessert
Direktinvestoren: Aktuelle Geschäftslage der Beteiligungen in Mittelosteuropa positiver als im Jänner 2011, Geschäftserwartungen werden zurückhaltender eingeschätzt
Wien (OTS) - In der April-Erhebung des Thomson Reuters & OeKB
Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa steigt der
Geschäftsklima-Indikator geringfügig und setzt damit den seit Mitte
2009 anhaltenden Aufwärtstrend weiter fort, wenn auch in deutlich
abgeschwächter Form. Obwohl sich die Aktuelle Geschäftslage der
Niederlassungen vor Ort nach Aussagen der Direktinvestoren verbessert
hat, werden die Geschäftserwartungen etwas kritischer beurteilt als
noch im Jänner 2011. Auch die Konjunkturentwicklung schätzen die
Erhebungsteilnehmer vorsichtiger ein als zu Jahresbeginn.
Die rund 400 MOE-Headquarters, die von Österreich aus ihre 1.400
Unternehmensbeteiligungen in der Region steuern, zeigen sich in
Hinblick auf den aktuellen Geschäftsgang ihrer Betriebe in
Mittelosteuropa überwiegend zufrieden. Für 44% der Niederlassungen
vor Ort wird die momentane Situation als positiv eingestuft, während
lediglich für 13% der Betriebe eine schlechte Performance gemeldet
wird. Der daraus resultierende Saldenwert (positive abzüglich
negativer Meldungen) von +31 liegt 4 Prozentpunkte über dem
Vergleichswert, den der Indikator der Aktuellen Geschäftslage in der
letzten Erhebung aufwies. Mit Hinblick auf die Geschäftsperspektiven
ihrer MOE-Beteiligungen zeigen sich die Direktinvestoren hingegen
weniger optimistisch als noch vor drei Monaten: Der Indikator der
Geschäftserwartungen fällt um 2 Prozentpunkte auf einen aktuellen
Wert von +39 zurück. Insgesamt hellt sich damit das Geschäftsklima in
der Region, welches sich aus der Aktuellen Geschäftslage und den
Geschäftserwartungen zusammensetzt, geringfügig auf: Der
entsprechende Indikator klettert um 1 Prozentpunkt auf +35 und
erreicht damit den höchsten Wert seit Juli 2008. Dennoch konnte das
damalige Niveau noch nicht wieder erreicht werden.
Zur Grafik auf www.oekb.at
http://www.ots.at/redirect/oekb1
Konjunkturaussichten für Mittelosteuropa leicht eingetrübt
Die Konjunkturentwicklung in Mittelosteuropa dürfte in den
kommenden zwölf Monaten nach Einschätzung der Direktinvestoren etwas
abflachen. Nach zuletzt zwei Anstiegen in Folge sinkt der
entsprechende Indikator im April 2011 um 2 Prozentpunkte. Nur für
zwei der elf ausgewiesenen Länder ist der Konjunktur-Indikator seit
der Jänner-Erhebung gestiegen: für Ungarn und für Serbien Montenegro
(Serbien, Montenegro und Kosovo werden aus statistischen Gründen zu
einer Region zusammengefasst). Diese - für Mittelosteuropa insgesamt
- etwas vorsichtigere Einschätzung der konjunkturellen Perspektive,
gepaart mit etwas weniger optimistischen Geschäftserwartungen,
beeinflusst möglicherweise auch die Investitionspläne der
Direktinvestoren: So hat die Bereitschaft, bestehende Beteiligungen
innerhalb der nächsten zwölf Monate auszubauen, zum ersten Mal seit
April 2009 wieder leicht abgenommen. Konkret geht der Saldo der
Erweiterungsinvestitionen um 3 Prozentpunkte zurück. Während sich die
Direktinvestoren beim Ausbau bestehender Beteiligungen also
zurückhaltender zeigen, geben sie sich bei ihren
Markteintrittsstrategien offensiver: Derzeit sind 54
Markteintrittsprojekte - d.h. die Gründung neuer Beteiligungen in
Ländern, in denen noch keine Niederlassung vor Ort besteht - geplant.
Dies ist die höchste Anzahl an geplanten Neugründungen seit April
2009. Besonders Serbien Montenegro und Russland sollen von den
Expansionsplänen der Direktinvestoren profitieren.
Deutlicher Dämpfer für Bulgarien
Den jüngsten Ergebnissen zufolge entwickelt sich das
Geschäftsklima auf Länderebene höchst unterschiedlich: So hellt sich
in Polen das Geschäftsklima neuerlich auf (um 7 Prozentpunkte),
wodurch sich das Land an die Spitze des MOE-Geschäftsklima-Rankings
setzen kann. Verlierer ist im April 2011 nach Einschätzung der
Direktinvestoren hingegen vor allem Bulgarien. Neben der im Vergleich
zum Jahresbeginn gesunkenen Zufriedenheit mit der Geschäftslage der
Betriebe vor Ort - der entsprechende Indikator sinkt um 7
Prozentpunkte - trüben vor allem die deutlich pessimistischeren
Geschäftserwartungen das Stimmungsbild für das Land: So geht der
Geschäftsklima-Indikator um 15 Prozentpunkte zurück. Darüber hinaus
hat sich auch die makroökonomische Perspektive für Bulgarien seit
Jänner deutlich verschlechtert. Eine vergleichbare Entwicklung auf
Unternehmens- wie auch auf makroökonomischer Ebene durchlaufen, wenn
auch weniger stark ausgeprägt, zwei weitere Länder Südosteuropas:
Kroatien und Slowenien. In Rumänien sorgt zwar die Verbesserung der
Aktuellen Geschäftslage für eine leichte Aufhellung des
Geschäftsklimas, der Indikator der Geschäftserwartungen sinkt aber um
3 Prozentpunkte. Auch die Konjunkturperspektiven für dieses Land
werden nun vorsichtiger beurteilt als noch zu Jahresbeginn (-11
Prozentpunkte).
Serbien Montenegro überrascht positiv
Anders als in den südosteuropäischen Nachbarländern stellt sich
die Situation derzeit in Serbien Montenegro dar, wodurch das Land
eine der positiven Überraschungen der aktuellen Erhebung darstellt.
So zeichnet der Anstieg des Konjunktur-Indikators um 19 Prozentpunkte
ein ermutigendes Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes
in den kommenden zwölf Monaten. Zudem stehen auch die Niederlassungen
vor Ort nach Aussagen der Direktinvestoren vor einer Erholung, und
die Geschäftserwartungen werden deutlich positiver beurteilt als zu
Jahresbeginn. Konkret wird für 38% der Beteiligungen für die
kommenden sechs Monate eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung
erwartet.
Immobilienwesen im Aufschwung
Im Branchenvergleich sticht vor allem der Immobiliensektor in der
jüngsten Erhebung positiv hervor. Eine spürbare Verbesserung der
Geschäftslage sowie abermals gestiegene Geschäftserwartungen führen
zu einer deutlichen Aufhellung des Geschäftsklimas innerhalb der
Branche gegenüber Jänner 2011 (+11 Prozentpunkte). Darüber hinaus
sind die Erhebungsteilnehmer aus dem Immobiliensektor wesentlich
zuversichtlicher in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung der
Region MOE als noch im Jänner. Die positive Stimmung der Branche
scheint sich auch in den Markteintrittstrategien der
Immobilienunternehmen niederzuschlagen: So planen derzeit 13% der
Headquarters neue Standorte in bis dato unbearbeiteten Ländern zu
errichten. Noch in den beiden vorherigen Erhebungen stand eine
regionale Expansion für den Immobiliensektor nicht auf der Agenda.
Bemerkenswerterweise ist von der Aufbruchsstimmung des
Immobiliensektors im Bauwesen nichts zu spüren. Vor allem die
Geschäftserwartungen für die Bauunternehmen vor Ort sind nun sogar
vorsichtiger als noch vor drei Monaten, was zur Folge hat, dass das
Geschäftsklima merklich abkühlt (-11 Prozentpunkte).
Unterschiedliche Entwicklung bei Finanzdienstleistungssparten
Uneins zeigt sich der Finanzsektor bei der Bewertung des
Geschäftsklimas. Während im April 2011 für die Banken ein Anstieg des
Geschäftsklima-Indikators um 8 Prozentpunkte festgestellt werden
kann, legt der entsprechende Indikator für die Versicherungsbranche
lediglich um 1 Prozentpunkt zu. Zwar zeigen sich beide
Finanzdienstleistungssparten mit dem aktuellen Geschäftsgang ihrer
MOE-Niederlassungen zufriedener als im Jänner 2011, die künftige
Entwicklung ihrer Beteiligungen bewerten die zwei Finanzbranchen
jedoch höchst unterschiedlich: Während im Bankwesen die Zuversicht
hinsichtlich einer Performance-Verbesserung weiter zugenommen hat,
sinkt der Indikator der Geschäftserwartungen für die
Versicherungsbranche mit einem Minus von 6 Prozentpunkten
vergleichsweise deutlich. Übereinstimmung erzielen die beiden
Finanzdienstleistungsbranchen hingegen bei ihrer Einschätzung der
makroökonomischen Entwicklung: Beide Branchen erwarten einen
weitgehend gleichbleibenden Konjunkturverlauf, also kein
nennenswertes Anziehen der Wirtschaftsdynamik Mittelosteuropas in den
kommenden zwölf Monaten.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index
Mittelosteuropa(MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen
unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in
Österreich, die zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in
Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.
www.oekb.at
Rückfragehinweis:
Mag. Wolfgang Lueghammer Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Information Services Tel. +43 1 531 27-2568 [email protected] Mag. Verena Ebner Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Information Services Tel. +43 1 531 27-2560 [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OKB






