"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Strache im toten Eck"

Tausche Heldenplatz gegen Ballhausplatz? Noch geht diese Rechnung nicht auf.

Wien (OTS) - Mittwoch signalisiert er der Polizei eine Absage -
er brauche keinen Personenschutz. Freitag fordert er diesen wieder an, sieht sich aber gleichzeitig nach einem Ersatzredner um. Sonntag erscheint Strache dann doch nicht am Heldenplatz - zum umstrittenen Gedenken an die "Helden" der Wehrmacht. Das nun offenbar werdende Katz- und Mausspiel (siehe Seite 3) bestätigt den Verdacht: Der FPÖ-Chef kneift am Heldenplatz, weil er fürchtet, den Ballhausplatz zu verspielen. Blau ist dabei, mit Rot und Schwarz gleichzuziehen. Strache sieht sich so schon als Hausherr im Kanzleramt am Ballhausplatz sitzen. Nach der Wahl 2013 wird er so aber krachend zwischen allen Stühlen landen.
Bundespräsident Heinz Fischer sagte es jüngst im KURIER deutlich wie nie: "Es gibt keinen Rechtsanspruch auf den Kanzler." Und Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl ließ unlängst wissen: "Selbst wenn er Erster wird, gibt es keinen Zweiten, der ihn unterstützt. Solange Strache keine 51 Prozent hat, wird er nicht Bundeskanzler." Heute den Hero der Jungen in der Disco und morgen den Helden der Ewiggestrigen spielen - an diesem Spagat sind schon größere Kaliber gescheitert: zuletzt Straches Möchtegern-Vorbild Jörg Haider.

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