• 07.05.2011, 11:46:01
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  • OTS0036 OTW0036

Gesundheitswesen: Ruf nach mehr Zusammenarbeit

Expertenrunde einig: Herausforderungen können mit mehr Zusammenarbeit besser bewältigt werden.

Wien (OTS) - Kostensenkung ohne Qualitätsverlust im
Gesundheitswesen ist möglich - die Lösung dafür heißt intensive
Kooperation zwischen den Gesundheitseinrichtungen. Zu diesem Ergebnis
kam eine prominente Expertenrunde bei einer Diskussion der Vinzenz
Gruppe über das Potenzial von "Health Cooperation", der Kooperation
im Gesundheitswesen. Nach Auffassung der Experten senkt mehr
Zusammenarbeit der Spitäler die Kosten und macht die Leistungen für
die Patienten besser und sicherer. Voraussetzung für mehr
Kooperationen sind bessere rechtliche Rahmenbedingungen, Anreize für
medizinisches Personal und Patienten sowie die Einbindung der
Mitarbeiter.

Wenn es um die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens geht, dann
dreht sich die Diskussion zumeist um die Schließung von Standorten
und um andere Leistungskürzungen. Nicht so bei der Diskussion
"Gesundheit im Fokus" der Vinzenz Gruppe in Wien, die Donnerstagabend
im Wiener Forum mozartplatz stattgefunden hat: Mehr Zusammenarbeit
der Spitäler und der anderen Einrichtungen könnte wesentlich zur
"finanziellen Gesundung" des gesamten Sektors beitragen, waren sich
die Teilnehmer einig.

Welchen Stellenwert das Modell der "Health Cooperation" in
Österreich hat und welche Chancen und Hindernisse bestehen - mit
diesen Fragen beschäftigte sich Donnerstagabend unter der Leitung von
Dr. Christian Böhmer, Kurier: Alois Stöger, Bundesminister für
Gesundheit, Dr. Margarete Schramböck, Vice President Germany &
Austria NextiraOne, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Krepler, Ärztlicher
Direktor des AKH Wien, Dr. Peter Gausmann, Geschäftsführer der GRB
Gesellschaft für Risiko-Beratung sowie Dr. Michael Heinisch,
Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe.

Für Gesundheitsminister Stöger liegt der Schlüssel zur
Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in einer verstärkten
Zusammenarbeit aller Einrichtungen. "Es führt kein Weg an Kooperation
vorbei. Krankenhäuser, die kooperieren, bieten auch bessere Qualität
für Patienten", so Stöger. Reinhard Krepler, AKH-Wien: "Wir arbeiten
eng mit den niedergelassenen Ärzten zusammen und stehen am Start von
mehr Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen."

Von den bisherigen Erfahrungen mit Kooperationsprojekten der
Vinzenz Gruppe berichtet Michael Heinisch. Die seit zehn Jahren
laufende Partnerschaft zwischen den Krankenhäusern Barmherzige
Schwestern und Barmherzige Brüder in Linz bringt Einsparungen von
fünf Millionen Euro im Jahr. Gleichzeitig konnte die Qualität des
Angebots verbessert werden. Heinisch plädiert für eine
sektorenübergreifende Zusammenarbeit, etwa im Bereich der Pflege:
"Patienten zahlen für einen Tag im Krankenhaus zehn Euro
Selbstbehalt. Für einen Tag in der Pflegeeinrichtung etwa 120 Euro.
Das verhindert den Wechsel in die Pflege. Der gesetzliche Rahmen für
die Zusammenarbeit zwischen Spital und Pflege muss verbessert
werden." In die gleiche Kerbe schlägt Krepler: Alles, was man im
Akut-Krankenhaus nicht benötigt, sollte in einer anderen Einrichtung
stattfinden. Es müsste aber für die Patienten finanzierbar sein.

Peter Gausmann, Geschäftsführer der GRB Gesellschaft für
Risiko-Beratung, weist auf die Notwendigkeit von Kooperation und
Vernetzung für mehr Patientensicherheit hin. Besonders der
Informationsfluss zwischen den Ärzten in der Behandlung und der
Medikation müsse intensiver werden: "Nur mit einer engen Vernetzung
ist ausreichend Patientensicherheit möglich."

Mehr Kooperation bedeutet auch mehr Kommunikation - und dafür
müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Margarete
Schramböck von NextiraOne schließt aus der Praxis der IT-Branche auf
das Gesundheitswesen: "Die neue Generation ist es gewohnt, mit
Videokonferenzen und anderen Kommunikations-Tools zu arbeiten. Solche
Instrumente erwarten sie auch als Mitarbeiter eines Krankenhauses."
Eine besondere Chance für mehr Effizienz und bessere Leistung sieht
sie in der Steuerung von Patientenströmen.

Heinisch weist darauf hin, dass Kooperationen für die Mitarbeiter
immer Veränderungen bedeuten, was zu Verunsicherungen führen kann.
"Daher liegt ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg eines
Kooperationsprojektes in der Einbindung der Mitarbeiter", betont der
Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe.

Elektronische Hilfsmittel wie etwa der elektronische
Gesundheitsakt (ELGA) werden von den teilnehmenden Experten als
wichtige Instrumente zur Vernetzung zwischen den
Gesundheitseinrichtungen gesehen. Damit kann auch die
Patientenleistung verbessert werden.

Heinisch ortet viel Potenzial durch mehr Zusammenarbeit: "Wir
müssen Kooperation als zentrales Thema positionieren und anhand von
Pilotprojekten zeigen, dass sie etwas bringt." Für Krepler besteht
ein Anreiz in den sichtbaren Erfolgen von Kooperation:
"Nichtkooperieren erkennt man daran, dass es nicht wirtschaftlich
ist." Bundesminister Stöger sieht Planung, Finanzierung und Steuerung
in einer Verantwortung: "Das solidarische Gesundheitssystem muss
erhalten bleiben. Kooperationen zur Steigerung der Transparenz machen
gute Systeme vergleichbar."

Rückfragehinweis:
Annemarie Kramser, Vinzenz Gruppe, Tel.: 0664 412 50 39

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