• 07.05.2011, 10:00:11
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Erklärung des Bundespräsidenten zum 66. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges

Wien (OTS) - Am 8. Mai 1945, also vor 66 Jahren, ist der Zweite
Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen. Ich war damals ein Kind in der
1. Klasse Volksschule und kann mich bis heute an die unbeschreibliche
Freude meiner Eltern über das Ende des blutigsten Krieges in der
Geschichte der Menschheit erinnern.

Diese Freude hatte mehrfache Ursachen.

Erstens war es das Ende eines Krieges, der Millionen Menschenleben
gefordert und unendliches Leid gebracht hatte.

Zweitens war es das Ende der Diktatur Hitlers und des
verbrecherischen NS-Regimes, das mit dem Holocaust eine untilgbare
Schuld auf sich geladen hatte und

Drittens bedeutete das Ende des Krieges und der NS-Diktatur auch
die Wiederherstellung Österreichs als selbständiger und
demokratischer Staat.

Die rot-weiß-rote österreichische Fahne trat wieder an die Stelle
des verhängnisvollen und im Lauf der Jahre immer mehr verhassten
Hakenkreuzes.

Natürlich wurde Europa auch nach dem Ende des Krieges nicht mit
einem Schlag zu einer Insel der Seligkeit.

Die Beseitigung der Kriegsfolgen und der Wiederaufbau des
zerstörten Landes erforderten unermessliche Anstrengungen.

Die Sowjetunion konnte als Ergebnis des von Hitler begonnenen und
letztlich verlorenen Angriffskrieges ihren Einfluss bis weit nach
Mitteleuropa ausdehnen und Österreich blieb bis zum Abschluss des
Staatsvertrages vor 56 Jahren von den vier alliierten Mächten
besetzt.

Als Revanche für Verbrechen während der NS-Diktatur kam es auch
nach Kriegsende zu zahlreichen schweren Menschenrechtsverletzungen an
Deutschen in den ehemals von der Deutschen Wehrmacht eroberten und
mit aller Brutalität besetzten Gebieten.

Kein Zweifel kann aber darin bestehen, dass das Ende des Zweiten
Weltkrieges zugleich das Ende eines blutigen Alptraumes war, das Ende
der Konzentrationslager, also ein Tag der Befreiung und zugleich die
Grundlage und Voraussetzung für jene positive Entwicklung, die Europa
in den 66 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges genommen hat.
Hitler und Stalin haben ihren Einfluss verloren und die Demokratie
hat sich in Europa großräumig durchgesetzt.

Der Generation unserer Eltern und Großeltern gebührt für ihre
Wiederaufbauleistung, für ihre demokratische Grundhaltung und für
eine erfolgreiche Friedenspolitik ein emotional und rational in
gleicher Weise gerechtfertigtes Wort des Dankes und der Anerkennung.

Rückfragehinweis:
Österreichische Präsidentschaftskanzlei, Presse- und Informationsdienst
Tel.: (++43-1) 53422 230
mailto:[email protected]
http://www.hofburg.at

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