• 07.05.2011, 09:48:38
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  • OTS0018 OTW0018

Angekündigter Personalabbau gefährdet medizinische Versorgung, Lehre und Ausbildung an Med Uni Wien

Betriebsrat fordert Leistungszusage für Nachtdienstversorgung

Wien (OTS) - Aufgrund der angespannten Budgetsituation, musste der
Rektor der MUW, Univ.Prof.Dr. Wolfgang Schütz bereits im Jänner 2011
einen Aufnahmestop an der Med Uni Wien verhängen. Nun droht
zusätzlich die deutliche Reduktion der derzeit 172 Nachtdiensträder
(172 Ärztinnen und Ärzte versehen jede Nacht Dienst an der Med Uni
Wien/AKH-Wien), wie er in einem Schreiben vom 2.5.2011 mitteilte.

Dagegen protestiert der Betriebsrat vehement: die ohnehin
angespannte Personalsituation am AKH und der Universitätsklinik wird
damit noch kritischer und eigentlich unerträglich. Denn eigentlich
fehlen aufgrund von objektiven Berechnungen (VAMED) von ursprünglich
230 schon derzeit 58 Nachtdiensträder, die in der Vergangenheit
sukzessive abgebaut wurden.

Die weitere Reduktion der Diensträder solle sich laut Schreiben
von Dr. Schütz "weitgehend gleichermaßen" auf alle Kliniken beziehen.
Das ist insbesondere in den Notfallaufnahme, der Chirurgie und
Anästhesie, in der Kinderklinik aber auch in der Unfallchirurgie
schlichtweg unmöglich. Dort herrschen jetzt schon prekäre Zustände.

Ein funktionierender Betrieb wird unter diesen Bedingungen nicht
möglich sein - zum Nachteil der Patienten.

Aber auch zum Nachteil der Studierenden. Die Zeit für Lehre und
Ausbildung, von der Forschung ganz zu schweigen, wird nochmals
reduziert, und das trotz anspruchsvoller werdenden
Studentenerwartungen. 80 Prozent und mehr gehen für die
Krankenhausarbeit auf, Forschung kann ohnehin fast nur mehr in der
Freizeit betrieben werden.

Der Betriebsrat weist nochmals darauf hin, dass er sich für die
Lebensqualität und ein professionelles Berufsumfeld der Mitarbeiter
einsetzt. Nicht zuletzt auch aus gesundheitspolitischen und
gesundheitsethischen Überzeugungen. Es geht um die bestmögiche
Behandlung von Patienten und rasches Reagieren. Das ist mit zu
geringen Personalständen und Ärzten, die ohnehin bis zur Grenze der
Erschöpfung arbeiten, nicht möglich.

Der Betriebsrat drängt vehement auf nochmalige Verhandlungen mit
dem Ministerium. Es kann nicht sein, dass aus vordergründig
politischen Gründen Verantwortung hin und her geschoben und
Beschuldigungspolitik auf dem Rücken der Ärzte und Patienten gemacht
wird. Letztlich ist die Finanzministerin am Zug. Und zwar rasch.

Prof. Dr. Thomas Szekeres
Obmann des Betriebsrates

Rückfragehinweis:
Prof. Dr. Thomas Szekeres, Obmann des Betriebsrates der Medizinischen Universität Wien
mailto:thomas.szekeres@meduniwien.ac.at

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