- 06.05.2011, 12:54:03
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1 Jahr Betrieb im SolarCampus der Energie AG: Stromerzeugung deutlich über den Erwartungen
Im Mai 2010 hat das größten Photovoltaik-Forschungskraftwerk Österreichs seinen Betrieb aufgenimmen. Im ersten Jahr wurden die Erwartungen mehr als erfüllt.
Eberstalzell (OTS/Energie AG) - Die Energie AG hat mit dem Bau von
Österreichs größtem Sonnenkraftwerk, dem SolarCampus in Eberstalzell,
Pioniergeist gezeigt. Neben der Stromerzeugung liegt das
Hauptaugenmerk auf der Forschungstätigkeit, mit der wertvolle
Praxiserkenntnisse für die Stromerzeugung aus Sonnenenergie gewonnen
werden.
Die Bilanz des Sonnenkraftwerkes der Energie AG kann sich durchaus
sehen lassen:
* Die Erzeugungsvorhersagen, die aufgrund der vergangenen Jahre
aufgestellt wurden, wurden seit Inbetriebnahme im Mai 2010 noch
einmal übertroffen: Die Stromerträge liegen um zehn Prozent über der
schon optimistischen Prognose der Solar-Experten.
* Bereits am 16. April wurde die 1.000.000. Kilowattstunde Strom in
das Netz der Energie AG eingespeist. Ende April waren es 1.175.000
kWh. Zurückzuführen ist dieser deutliche Mehrertrag auf ein
meteorologisches Phänomen, nach dem der Wetterverlauf seit einigen
Jahren im Durchschnitt immer sonniger wird.
Wertvolle Erkenntnisse aus den ersten 12 Betriebsmonaten
Ebenfalls wertvolle Erkenntnisse konnten durch die kontinuierliche
Betreuung der Anlage gewonnen werden:
* Qualität der Solarpaneele hat Industriestandard erreicht
* Paneele weisen minimale Schwankungsbreiten bei der Stromproduktion
auf
* Mehrertrag durch nachgeführte Paneele derzeit wirtschaftlich nur
schwer darstellbar
Detailuntersuchungen haben erstmals im großen Stil einen
tatsächlichen Vergleich von Komponenten und Betriebsarten am
SolarCampus ermöglicht. Fakt ist, dass die Qualität der Solarpaneele
mittlerweile einen Standard erreicht hat, der auch einen
industriellen Großeinsatz möglich macht - es mussten von fast 5.000
Paneelen nur eine Handvoll ausgetauscht werden.
Fakt ist weiters, dass der Wirkungsgrad von Photovoltaik-Paneelen
derzeit im Bereich von 14 Prozent liegt. Die Maximalwirkungsgrade
liegen derzeit bei rund 20 Prozent, diese Module sind aber
unverhältnismäßig teurer, was wirtschaftlich nicht vertretbar ist.
Auch der Ertrag von fix montierten Paneelen orientiert sich an den
Wirkungsgraden und liegt wie angenommen um rund ein Drittel unter dem
Ertrag der nachgeführten Systeme. Aufgrund der stark gesunkenen
Modulpreise machen die Mehrkosten der Anschaffung und die wesentlich
aufwändigere Betreuung der " Tracker" und "Mover" diese Systeme aber
wirtschaftlich eher uninteressant.
Insgesamt sind im Forschungskraftwerk der Energie AG 13 verschiedene
Photovoltaik-Paneel-Typen verbaut, die über 29 Systeme jeweils
einzeln gemessen und die Ergebnisse mit absoluter Vergleichbarkeit
bewertet werden können.
Neben den bereits etablierten kristallinen Paneeltypen wird am
SolarCampus auch bereits die Stabilität von Zukunftstechnologien wie
den unterschiedlichen Dünnschichtmodulen erforscht, die über mehrere
Jahre hinweg beobachtet werden. Diese sollen in Zukunft vor allem
wesentlich kostengünstiger hergestellt werden können und hätten das
Potenzial, eine wesentliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von
Photovoltaikanlagen herbeizuführen.
Der Vergleich des Stromertrages einzelner Paneel-Chargen liegt in
einer minimalen Schwankungsbreite von ca. 2 Prozent, was für die hohe
Verarbeitungsqualität spricht. Nachmessungen haben diese Ergebnisse
aus dem laufenden Betrieb bestätigt.
Verschmutzung der Paneele führt zu deutlichen Erzeugungsminderungen
Eindeutig nachweisbar sind durch die Anordnung und differenzierte
Auswertung der Erzeugungsergebnisse auch die Auswirkungen der
Umwelteinflüsse auf die Leistungsfähigkeit der Solarpaneele. Generell
kann festgestellt werden, dass die unterschiedlichen
Oberflächenkonzepte sich sowohl bei der Verschmutzung als auch bei
Schneefall auswirken. Obwohl für keine Paneelfläche eine gesonderte
Behandlung, wie etwa eine zusätzliche Nanoversiegelung oder spezielle
Reinigungsmittel erforderlich sind, sind die Unterschiede im Grad der
Verschmutzung durch Abgase der Fahrzeuge, Luftschadstoffe,
Blütenstaub oder Schnee messbar.
Wesentliche Erkenntnis ist, dass die Verschmutzung durch die
Autobahn, die wesentlich größer ist als die Luftverschmutzung etwa im
innerstädtischen Bereich, kein wirkliches Problem darstellt und nur
zu unwesentlichen Beeinträchtigung der Erzeugungsleistung führt.
Durch Blütenstaub und Pollenflug ist die Beeinträchtigung allerdings
mit einem zeitweisen Minderertrag von rund 2 Prozent deutlich höher
als angenommen.
Spezielle Reinigungen der Paneelflächen sind aber vorerst nicht
notwendig: Derzeit reichen die Regenfälle aus, um die Verschmutzungen
von den Modulen abzuwaschen und wieder in den bestmöglichen
Erzeugungszustand zurückzuversetzen. Lediglich die doch relativ
häufig vorkommenden Verschmutzungen durch Vogelkot sind im Normalfall
nicht mit Regen abwaschbar, diese werden im Zuge der regelmäßigen
Anlageninspektion manuell entfernt.
SolarCampus mit ZukunftsZentrum erweist sich als Besuchermagnet
Am SolarCampus waren seit der Eröffnung im September 2010 bis zur
Vorwoche mehr als 8.400 Personen zu Gast. Diese haben sich über die
Funktionsweise des Sonnenkraftwerkes, die Forschungstätigkeit der
Energie AG in diesem Bereich sowie die Möglichkeiten der Nutzung von
Sonnenenergie in den eigenen vier Wänden informiert.
Zusätzlich zur Eröffnungsfeier wurden mehr als 100 Führungen
durchgeführt und ca. 57 Informationsveranstaltungen abgehalten. Die
Gruppe der Interessenten reicht von obersten Vertretern der Politik,
über die Vorstände von Energieversorgungsunternehmen aus dem In- und
Ausland sowie Experten aus der Branche bis hin zur breiten
Bevölkerung, die einen Blick hinter die Kulissen der Stromerzeugung
mit der Kraft der Sonne werfen wollten.
Im ZukunftsZentrum am SolarCampus nutzt die Energie AG auch die
Möglichkeit, weitere Innovationen aus dem Konzern einer breiten
Öffentlichkeit zu präsentieren: Im ZukunftsZentrum kann die moderne
Technologie der intelligenten Stromzähler live vorgeführt werden,
zugleich stehen für Nutzer von Elektrofahrzeugen hier drei kostenlose
E-Tankstellen zur Verfügung.
Die Wasserkraft ist unangefochtener Champion der erneuerbaren
Energien
Bei all dem Potenzial, das die neuen, regenerativen Energien haben,
bleibt der bisherige thermo-hydraulische Verbund, der sich nach
Bedarf ergänzende Mix aus Wärmekraft und Wasserkraft, aber auch in
Zukunft das Rückgrat der Stromversorgung.
Die teils massive und überzogene Wasserkraft-Kritik von
Umweltschutzorganisationen an der saubersten aller
Energiegewinnungsformen ist für den Generaldirektor der Energie AG
"unakzeptabel und nicht nachvollziehbar". Ohne den
thermo-hydraulischen Verbund, den Strommix aus der oftmals verpöhnten
Wärmekraft und immer wieder kritisierten Wasserkraft, würden in
Österreich 96,2 Prozent des Stroms fehlen.
"Österreich lebt vom flexiblen Energiemix", stellt Windtner
unmissverständlich fest. Vor allem mit neuen Technologien sieht er
die Möglichkeiten, die neuen regenerativen Energiequellen wie Wind-
und Photovoltaik-Strom in diesen Mix einzubauen und Österreichs
Energieversorgung auf einen neuen regenerativ-thermo-hydraulischen
Verbund umzubauen.
Im Jahr 2009 wurden in Österreich insgesamt 42,9 Milliarden
Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, fast zwei
Drittel davon aus sauberen, CO2-freien und umweltfreundlichen
Wasserkraftwerken. "Die Wasserkraft ist nicht umsonst der Champion
der erneuerbaren Energien", unterstreicht Windtner. Österreich hat
vor allem wegen der geografischen Gegebenheiten ein hohes
Ausbaupotenzial und einen großen Vorteil gegenüber anderen Ländern.
Die Energie AG Oberösterreich ist im Bereich des Wasserkraft-Ausbaues
weiterhin aktiv und hat eine Reihe von Projekten in Vorbereitung und
Umsetzung: alleine in Oberösterreich und Salzburg sind es insgesamt
vier Laufkraftwerks-Projekte, die in Zukunft die Stromversorgung von
rund 90.000 Menschen sicherstellen sollen. Investitionsvolumen für
die Energie AG: knapp 40 Millionen Euro.
Erneuerbare brauchen neue Pumpspeicher als grüne Batterien
Eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Nutzung der neuen
regenerativen Energien spielt im Bereich des Wasserkraft-Ausbaues
auch der Ausbau der Kapazitäten im Bereich der
Pumpspeicherkraftwerke. Diese Kraftwerke sind derzeit die einzig
wirtschaftliche und großtechnisch anwendbare Möglichkeit, Energie in
Form von Wasser durch Hinaufpumpen in einen Speichersee zu speichern.
Die Energie AG verfolgt im Raum Ebensee ein
Pumpspeicherkraftwerks-Projekt mit 150 Megawatt Leistung. Derzeit
laufen die geologischen Voruntersuchungen.
Nur der Mix aus allen Erzeugungsformen ebnet Weg in die erneuerbare
Zukunft
"Man muss klar festhalten, dass wir die neuen regenerativen Energien
wie Photovoltaik oder Windkraft brauchen, die Erzeugung aus
Wasserkraft und den thermischen Kraftwerken werden sie aber
mittelfristig nicht ersetzen können", ist Windtner überzeugt. Deshalb
wird Österreich auch weiterhin thermische Kraftwerke benötigen, um
den "flexiblen Energiemix" nutzen zu können. Dieser stellt sicher,
dass in Zeiten ohne Sonneneinstrahlung, ohne Windbewegung und
geringerer Wasserkrafterzeugung in Wärmekraftwerken der benötigte
Strom erzeugt werden kann. Erdgas als dem saubersten aller fossilen
Energieträger kommt hier eine Schlüsselposition als
Brückentechnologie in die Zukunft zu.
Kunst mit sauberer Energie aus der Sonne rund um den SolarCampus
Im Umfeld des SolarCampus hat sich die Energie AG auch bei der
künstlerischen Gestaltung der Kreisverkehre an der
Autobahn-Anschlussstelle beteiligt. Im "Solarfeld" von Künstler Leo
Schatzl stilisieren 478 Solarlampen ein in den Himmel wachsendes
Sonnenblumenfeld. Es soll auf das Sonnenkraftwerk hinweisen und
verwandelt den Kreisverkehr nach Einbruch der Dunkelheit in eine
leicht schimmernde Lichtinsel. Das Kunstwerk wurde in der
Lehrwerkstätte der Energie AG in Gmunden entworfen und von den
Lehrlingen vor Ort installiert. Für das "Solarfeld" wurden von den
Lehrlingen u.a. 1.100 kg Torstahl, rund 1.000 Laufmeter Nirostarohre,
200 Tonnen Basaltschotter und 478 Solarleuchten verarbeitet.
Am SolarCampus selbst besteht seit kurzem die "
Rotations-Sonnenblume". Sie symbolisiert die Sonne im Mittelpunkt
aller unserer Energien. Künstler Hans Polterauer benützt den Drang
der Sonnenblumen, sich immer nach dem Licht zu richten, und lässt die
Blumen bis zur Blüte um ihren eigenen Blumentopf kreisen. Auch diese
Kunstinstallation wurde von den Lehrlingen der Energie AG umgesetzt.
Offene Türen am Tag der Sonne
Nach dem großen Besucheransturm bei der Eröffnung im Vorjahr, öffnet
auch heuer am "Tag der Sonne" am Samstag, 7. Mai, die Energie AG die
Türen des SolarCampus für interessierte Besucher. Von 10 bis 16 Uhr
werden in Österreichs größtem Photovoltaik-Forschungskraftwerk
Führungen angeboten, von den Experten Fragen beantwortet und das
Thema Elektromobilität ausführlich präsentiert. Für das leibliche
Wohl der Besucher wird beim Frühschoppen gesorgt, für Kinder gibt es
ein abwechslungsreiches Betreuungsprogramm.
Rückfragehinweis:
Michael Frostel MSc
T +43 (0)5 9000-3993
M +43 (0)664 60165-3993
E [email protected]
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