• 06.05.2011, 12:24:12
  • /
  • OTS0196 OTW0196

ÖH-Wahl: "Elefantenrunde" bei ATV "Am Punkt"

Erstmals haben Spitzenkandidaten der Uni-Parteien bei einem Fernsehsender diskutiert

Wien (OTS) - Für Österreichs Medienlandschaft und Studenten ist es
ein Novum: Zum ersten Mal hat ein Fernsehsender eine "Elefantenrunde"
zur Hochschülerschaftswahl produziert. Die Debatte wurde als
Spezialausgabe der ATV-Diskussionssendung "Am Punkt" als Livestream
im Internet ausgestrahlt und steht weiterhin als Video On Demand auf
ATV.at zur Verfügung.

Knapp drei Wochen vor der ÖH-Wahl (24. - 26. Mai 2011) bot
Diskussionsleiterin Sylvia Saringer den Spitzenkandidaten von fünf
Fraktionen im Uniparlament die Möglichkeit, sich und ihr Programm
allen Studenten in Österreich zu präsentieren.

Klare Fronten gab es bei der Frage, welche grundsätzliche Aufgabe
die ÖH hat. Bernhard Krall von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft:
"Für uns stehen ganz klar die Interessen der Studenten im
Mittelpunkt. Einige andere Fraktionen hier am Tisch - die GRAS (Grüne
und Alternative StudentInnen), der VSStÖ (Sozialistische
StudentInnen) - sagen ganz klar: Gesellschaftspolitik muss in der ÖH
vertreten sein. Wir sagen: die hat hier nichts zu suchen." Das sieht
Angelika Gruber vom VSStÖ anders: "Wir Studierenden sind ja nichts
von der Gesellschaft abgekapseltes, sondern leben in der
Gesellschaft. Wenn ich heute fordere, dass es faire Beihilfen für das
Studium gibt, dann mache ich das, weil ich will, dass alle studieren
können unabhängig vom Kontostand der Eltern."

Gefreut haben dürfte sich gestern der neue Wissenschaftsminister
Karlheinz Töchterle: Die Diskussionsteilnehmer erhoffen sich von ihm
eine bessere Zusammenarbeit als mit seinen Vorgängern, die
GRAS-Spitzenkandidatin Janine Wulz als "zwei sehr fatale
Wissenschaftsminister" bezeichnete. Allerdings dürfe Töchterle keinen
Schmusekurs erwarten. Martin Schott von den Fachschaftslisten: "Ich
glaube nicht, dass es unsere Aufgabe als ÖH ist, dass uns der
Wissenschaftsminister als besten Freund bezeichnet. Es ist natürlich
vollkommen richtig: man kann nicht nur auf die Straße gehen und
demonstrieren, aber es ist manchmal einfach notwendig."

Mit seinem Wunsch nach Studiengebühren wird der
Wissenschaftsminister bei der ÖH wenig Unterstützung finden, das
machten gestern in "Am Punkt" alle Diskussionsteilnehmer klar.
VSStÖ-Kandidatin Gruber: Bildung kann nur als öffentliches Gut
gehandhabt werden und jede Investition in Bildung ist eine
Investition in das Land. Und ich sehe nicht ein, warum das nicht
öffentlich finanziert werden sollte."

Einig waren sich die Spitzenkandidaten auch darin, dass die
Universitäten dringend mehr Geld bräuchten. GRAS-Kandidatin Wulz:
"Wir brauchen zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bildung,
für die Universitäten. Und mir ist schon klar, da sagen dann
Finanzministerinnen und ähnliche, das geht sich nicht aus. Da frage
ich mich halt, wieso ist es möglich, mit Milliarden Banken zu
finanzieren?" Drastisch in seiner Wortwahl war der Spitzenkandidat
des RFS (Freiheitliche), Oskar Polak: "Wenn die Studienbedingungen
und das gesamte Niveau der Universitäten weiter so nach unten gehen,
werden wir in 50 Jahren diejenigen sein, die für die Chinesen die
Hemden nähen."

Nachhilfe in Sachen Wahlkampf bekamen die fünf Spitzenkandidaten
von einem Profi: Im "Am Punkt"-Analysestudio bewertete Politikberater
Thomas Hofer die Diskussionsteilnehmer. Er meinte, sie dürften - vor
allem in Wahlkampfzeiten - ruhig noch mehr in die Offensive gehen.

Die ÖH-Elefantenrunde steht auf ATV.at als Video on Demand unter
folgendem Link zur Verfügung:
http://atv.at/contentset/410627-am-punkt/1674057

Rückfragehinweis:
ATV Redaktion "Am Punkt": Tel.: 01/213 64 115

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ATP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel