• 06.05.2011, 08:15:29
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Motorensymposium: Zukunft der Energie - Was kommt nach Öl und Gas?

Abkehr vom Erdöl erfordert breit gefächerten Energiemix bis hin zur Kernkraft

Wien (OTS) - Mit Fragen der Energie, die für künftige Formen
individueller Mobilität genutzt werden kann, beschäftigten sich
Donnerstag Nachmittag Wissenschaftler und Motorenexperten beim 32.
Internationalen Wiener Motorensymposium - und sparten dabei das
umstrittene Thema Kernenergie nicht aus.

"Die Energieversorgung der Zukunft wird geprägt sein von einer
Abkehr von der heutigen Nutzung fossiler Primärenergiequellen. Die
Zukunft erfordert einen breit gefächerten Energiemix mit möglichst
effizienter Verzahnung von alten und neuen Energiequellen", führte
Prof. Dr. Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in
Mühlheim an der Ruhr aus. Für eine bestmögliche Umwelt- und
Klimaverträglichkeit sei jedoch eine deutliche Verbesserung der
Technologien der Speicherung und des Transports von Energie
erforderlich, sagte der Wissenschaftler. Prof. Schüth erwartet für
die zukünftige energetische Versorgung einen Mix aus Kernkraft,
Kohle, Sonnenenergie, Wasser- und Windkraft, geothermischer Energie,
nicht-fossilen Alkoholen und Ethern sowie Erd- und Biogas, wobei
Heizwärme vorzugsweise solarthermisch und mit Biomasse abgedeckt
werden wird.

Was Energiesysteme der Zukunft betrifft, zog Prof. Schüth ein
kritisches Fazit: "Mit Ausnahme der Forschung an Batteriesystemen
mangelt es für das Problem der Energiespeicherung bis jetzt noch
immer an Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen, die der Dimension
der Aufgabe entsprechen." Doch selbst Lithium-Ionen-Batterien "haben
hinsichtlich Speicherkapazität ein Plateau erreicht und hinken den
Erwartungen der letzten Jahre etwas hinterher", sagte Prof. Schüth.
Seine Forderung: "Es ist deshalb erforderlich, neue Batteriesysteme
zu entwickeln, um die ambitionierten Ziele einer CO2-freien Mobilität
erreichen zu können."

Mit der Frage: "Wasserstoff - Energieträger der Zukunft?"
beschäftigte sich Prof. Dr. Ulrich Stimming von der Technischen
Universität München. Der Wissenschaftler verwies auf die Existenz
"einer Vielzahl von möglichen Brennstoffen sowie
Brennstoffzellensystemen, welche eine effiziente und saubere
Energieerzeugung ermöglichen". Eine Nutzung fossiler Energieträger
für die Erzeugung von Wasserstoff bezeichnete Prof. Stimming aus
energetischer Sicht als Rückschritt, die Umwandlungsprozesse führten
im Vergleich zur Verbrennungskraftmaschine zu einer negativen Bilanz.
Herstellung und Verwendung von Wasserstoff bezeichnete Prof. Stimming
generell als keine sinnvolle Option, außer sie erfolge durch den
Ausbau der Nuklearenergie, "und diese Möglichkeit wird sich
heutzutage keiner großen Beliebtheit erfreuen".

Für eine Erhöhung des weltweiten Anteils "grünen Stroms" in den
kommenden Jahrzehnten sprach sich Dr.-Ing. Jens Hadler von der
Volkswagen AG, Wolfsburg, aus. Bei einer heute fiktiven
Energieversorgung mit "grünem Strom" aus 100 Prozent Windkraft liegen
die Well-to-Wheel-Emissionen des Golf Blue e-motion bei nur 1 g CO2
pro Kilometer, im Vergleich zu 6 g bei Nuklearstrom und 88 g beim
EU-Strommix 2007. Die Nachhaltigkeitspotenziale der Elektromobilität
bezeichnete Dr.-Ing. Hadler als sehr groß: "Langfristig wird die
Elektromobilität dazu beitragen, die ökologischen und ökonomischen
Herausforderungen einer nachhaltigen Mobilität zu erfüllen.
Kurzfristig haben Kraftstoffe aus Biomasse - global betrachtet - ein
deutlich höheres Potenzial zur Bewältigung unseres Energieproblems."

Rückfragehinweis:

ÖSTERREICHISCHER VEREIN FÜR KRAFTFAHRZEUGTECHNIK (ÖVK)
   A 1010 Wien, Elisabethstraße 26 - Telefon: +43/1/585 27 41-0
   Internet: www.oevk.at - E mail: [email protected]
   Leo Musil
   E-Mail: [email protected]
   Mobiltelefon: +43 664 601 232 59

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