• 04.05.2011, 21:02:29
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Die Kopfgeldjagd und die Gerechtigkeit (von Claudia Grabner)

Ausgabe 5. Mai 2011

Klagenfurt (OTS) - "Justice has been done." Man kann das Recht in
die Hand nehmen - und es mit Füßen treten. Ist damit der
Gerechtigkeit Genüge getan? Oder hat Gerechtigkeit den (mitunter
ermüdenden, zähen) Weg des Rechts zu gehen - zwingend und
ausnahmslos, um ihr selbst gerecht zu werden? Meine unmittelbare
Reaktion, als ich am Montag von der Tötung Osama bin Ladens erfahren
habe (mit den Worten "Barack Obama hat den Befehl zu seiner
Erschießung gegeben"): "Oh, nein!" Wie kann gerade er, der
Hoffnungsträger Obama, Selbstjustiz üben? Stunden später die
Korrektur: Nein, Obama gab keinen Tötungsbefehl, Bin Laden sei im
Schusswechsel gefallen. Erleichterung - der tödliche Schuss erfolgte
also in Gegenwehr. Tags darauf die Korrektur der Korrektur: Bin Laden
war unbewaffnet ... Der Al-Kaida-Chef war einer der schlimmsten
Massenmörder unserer Zeit. Sein tödliches Ende im moralischen Sinne
gerecht. Absolut. Rechtfertigt das seine gezielte Hinrichtung? Die
Liquidierung des Bösen? - Gerechtigkeit, die die Abkürzung über das
Unrecht nimmt, erinnert unangenehm an Aug um Aug ...

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
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Tel.: 0463/512000-502
mailto:[email protected]

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