Zum Nachholbedarf der Gesundheitsberufe: Umdenken tut Not!

Wien (OTS) - Prävention heißt das viel diskutierte Schlagwort im Gesundheitswesen. Die Fachgruppe der Gesundheitsberufe umfasst Augenoptiker und Optometristen, Hörgeräteakustiker, Zahntechniker und Bandagisten. "Wir müssen endlich ressourcenorientiert umdenken und kosteneffizient handeln", mahnt Fachgruppen-Obmann Anton Koller, im Hinblick auf ein leistbares und für die Zukunft taugliches Gesundheitssystem.

Sinnvolle Synergien

Vorhandene Kapazitäten der Gesundheitsberufe werden unterschätzt oder nicht wahrgenommen. Fehlende Kooperationen und wertvolle Ressourcen liegen brach, während explodierende Kosten unser Gesundheitssystem nicht mehr leistbar machen. Aktuelle Diskussionen im Hinblick auf die demografische Entwicklung bestätigen dies. Die Stellung der Fachkräfte im gewerblichen Gesundheitswesen muss neu definiert und bewertet werden.

Kostenintensive Bindungen an ärztliche Verordnungen benötigen eine Angleichung an die europäische Medizinprodukterichtlinie. Auch sollen KonsumentInnen in ihrer Mündigkeit Dienstleistungen nach qualitativen Kriterien selbst frei wählen dürfen.

Positionierung als Vertragspartner der Sozialversicherungen

In die Gesundheit zu investieren bedeutet mehr, als nur zu sparen. Speziell bei den gewerblichen Gesundheitsberufen wird von den Sozialversicherungen nicht anerkannt, dass Arbeit Geld kostet und honoriert werden muss. Es braucht eine umsichtige Chancengleichheit, die sich an Angebot und Nachfrage ausrichtet. Dazu fehlt die Basis.

Ressourcen und Leistungen werden weder anerkannt noch abgewogen. Schon gar nicht werden sie umverteilt oder honoriert, bedauert A. Koller in Abwägung der Notwendigkeit ärztlicher Verordnungen. Oder Zahntechniker, die keine Vertragspartner der Sozialversicherungen sind und ausschließlich Zahnärzte bedienen. Und Augenoptiker, Hörgeräteakustiker und Bandagisten, die statt der Anerkennung ihrer Leistungen von den Sozialversicherungsträgern zur Abstattung eines "Solidaritätsbeitrages" gezwungen wurden.

Einstellungen wie diese sind weder realistisch noch bringen sie die Diskussion vorwärts. Hier sieht A. Koller dringenden Handlungsbedarf durch
- transparente Offenlegung,
- Anerkennung, Aufschlüsselung und Neubewertung von Leistungen,
- Nutzung von Synergien,
- Diskussion möglicher Einsparungspotentiale.

Zukunftsträchtige Ausbildungen im Bereich gewerblicher Gesundheitsberufe

Eine stufenweise, fachgerechte Anhebung der Berufsgruppen, an internationales Niveau akademischer Ausbildungen, beginnt sich zu etablieren. Vernetzung und Nutzung vorhandener Kapazitäten und Erfahrungen, öffnen schrittweise Möglichkeiten, so A. Koller:
"Wir wollen keine Beschneidung, sondern eine nach vorne gerichtete Neuorientierung".

Dafür muss die Vielfalt der Fachgruppe genutzt und die erforderliche Qualität gesichert werden. Dieser Anspruch erfordert, brancheninterne Wachstumsmöglichkeiten fachkompetent auszubauen.

Rückfragen & Kontakt:

Anton Koller, MSc. Clinical Optometry, Landesinnungsmeister
Fachgruppe Wien der Gesundheitsberufe / Augenoptiker und Hörakustiker
Tel.: 01/51450-2208

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