- 03.05.2011, 12:27:25
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Zum Nachholbedarf der Gesundheitsberufe: Umdenken tut Not!
Wien (OTS) - Prävention heißt das viel diskutierte Schlagwort im
Gesundheitswesen. Die Fachgruppe der Gesundheitsberufe umfasst
Augenoptiker und Optometristen, Hörgeräteakustiker, Zahntechniker und
Bandagisten. "Wir müssen endlich ressourcenorientiert umdenken und
kosteneffizient handeln", mahnt Fachgruppen-Obmann Anton Koller, im
Hinblick auf ein leistbares und für die Zukunft taugliches
Gesundheitssystem.
Sinnvolle Synergien
Vorhandene Kapazitäten der Gesundheitsberufe werden unterschätzt
oder nicht wahrgenommen. Fehlende Kooperationen und wertvolle
Ressourcen liegen brach, während explodierende Kosten unser
Gesundheitssystem nicht mehr leistbar machen. Aktuelle Diskussionen
im Hinblick auf die demografische Entwicklung bestätigen dies. Die
Stellung der Fachkräfte im gewerblichen Gesundheitswesen muss neu
definiert und bewertet werden.
Kostenintensive Bindungen an ärztliche Verordnungen benötigen eine
Angleichung an die europäische Medizinprodukterichtlinie. Auch sollen
KonsumentInnen in ihrer Mündigkeit Dienstleistungen nach qualitativen
Kriterien selbst frei wählen dürfen.
Positionierung als Vertragspartner der Sozialversicherungen
In die Gesundheit zu investieren bedeutet mehr, als nur zu sparen.
Speziell bei den gewerblichen Gesundheitsberufen wird von den
Sozialversicherungen nicht anerkannt, dass Arbeit Geld kostet und
honoriert werden muss. Es braucht eine umsichtige Chancengleichheit,
die sich an Angebot und Nachfrage ausrichtet. Dazu fehlt die Basis.
Ressourcen und Leistungen werden weder anerkannt noch abgewogen.
Schon gar nicht werden sie umverteilt oder honoriert, bedauert A.
Koller in Abwägung der Notwendigkeit ärztlicher Verordnungen. Oder
Zahntechniker, die keine Vertragspartner der Sozialversicherungen
sind und ausschließlich Zahnärzte bedienen. Und Augenoptiker,
Hörgeräteakustiker und Bandagisten, die statt der Anerkennung ihrer
Leistungen von den Sozialversicherungsträgern zur Abstattung eines
"Solidaritätsbeitrages" gezwungen wurden.
Einstellungen wie diese sind weder realistisch noch bringen sie
die Diskussion vorwärts. Hier sieht A. Koller dringenden
Handlungsbedarf durch
- transparente Offenlegung,
- Anerkennung, Aufschlüsselung und Neubewertung von Leistungen,
- Nutzung von Synergien,
- Diskussion möglicher Einsparungspotentiale.
Zukunftsträchtige Ausbildungen im Bereich gewerblicher
Gesundheitsberufe
Eine stufenweise, fachgerechte Anhebung der Berufsgruppen, an
internationales Niveau akademischer Ausbildungen, beginnt sich zu
etablieren. Vernetzung und Nutzung vorhandener Kapazitäten und
Erfahrungen, öffnen schrittweise Möglichkeiten, so A. Koller:
"Wir wollen keine Beschneidung, sondern eine nach vorne gerichtete
Neuorientierung".
Dafür muss die Vielfalt der Fachgruppe genutzt und die
erforderliche Qualität gesichert werden. Dieser Anspruch erfordert,
brancheninterne Wachstumsmöglichkeiten fachkompetent auszubauen.
Rückfragehinweis:
Anton Koller, MSc. Clinical Optometry, Landesinnungsmeister
Fachgruppe Wien der Gesundheitsberufe / Augenoptiker und Hörakustiker
Tel.: 01/51450-2208
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