"profil": E-Mail von Walter Meischberger an Alexander Wrabetz: "Gemeinsam beschlossen"

Meischberger über ein Online-Projekt mit dem ORF: "Es wird tunlichst vermieden, andere Abteilungen des ORF in die Entwicklung einzubinden."

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, waren die Geschäftsbeziehungen zwischen Walter Meischberger und dem ORF offenbar doch enger, als ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sie heute darstellt. Nachdem "profil" im Februar ein Mail vom August 2007 veröffentlicht hatte, in dem sich Meischberger darüber beklagt, dass Wrabetz die ihm gegenüber gemachten Zusagen nicht einhalte, ist nun ein weiteres E-Mail aufgetaucht.

Am 12. September 2008 schreibt Meischberger an Wrabetz: "Sehr geehrter Herr Generaldirektor, lieber Alex. Nachdem sich die medialen Wellen in Sachen D.ORF langsam verflüchtigen, melde ich mich auf diesem Wege, um im Hinblick auf die morgige Stiftungsratsklausur weiteren Kommunikationsfehlern und Missverständnissen rechtzeitig vorzubeugen." Sein Schreiben sei als Zusammenfassung eines Telefongesprächs vom 6.9. 2008 zu verstehen, so der Autor, und "sollte den gemeinsamen Willen, das Projekt D.ORF in einer rechtlich haltbaren Konstellation trotz aller möglichen Querschüsse doch noch umzusetzen, festschreiben."

D.ORF war ein Online-Konzept, das Meischberger 2008 dem ORF präsentiert hatte. Geplant war eine Mischung aus Myspace, Youtube, eBay und Parship. Es wurde allerdings nicht realisiert, und Wrabetz erklärte damals, dass es nie einen offiziellen Auftrag des ORF an Meischberger gegeben habe.

In Meischbergers E-Mail klingt das völlig anders: Anlässlich der Präsentation eines anderen Projektes sei "die Aufforderung in Richtung meiner Person ausgesprochen (worden), darüber nachzudenken, wie Web 2.0 fernsehtauglich gemacht werden kann, schreibt Meischberger. "Nach weiteren Besprechungen und Entwicklungen ist die Präsentation eines Web 2.0-Projektes D.ORF gemeinsam beschlossen worden."

Obwohl das Online-Projekt zu diesem Zeitpunkt bereits offiziell abgesagt war, macht Meischberger noch Pläne: "Jedoch wird - als Ergebnis unseres Telefonates von Samstag, 06. September 08 - sofort mit der strukturellen Änderung des Projektes D.ORF in eine rechtskonforme Form, dem ORF Gesetz entsprechend, begonnen." Um Indiskretionen zu vermeiden, schlägt er vor, das Team so klein wie möglich zu halten: "Es wird tunlichst vermieden, andere Abteilungen des ORF in die Entwicklung einzubinden. (...) Über diese Zusammenfassung und zukünftige Vorgangsweise wird zwischen uns und den Adressaten Stillschweigen vereinbart."

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