- 29.04.2011, 11:31:44
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Mitterlehner: "Rot-Weiß-Rot-Karte wirkt Facharbeitermangel entgegen"
Neues Instrument macht Standort Österreich attraktiver für international umworbene, gut qualifizierte Arbeitskräfte - Richtige Antwort auf demographischen Wandel
Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sieht
die heute im Nationalrat zum Beschluss anstehende Rot-Weiß-Rot-Karte
als wichtiges Instrument für eine Aufwertung des Standorts
Österreich: "Durch eine qualifizierte und bedarfsorientierte
Zuwanderung können unsere Unternehmen gezielt mehr Fachkräfte
anwerben und werden im internationalen Werben um die besten Köpfe
noch wettbewerbsfähiger", sagt Mitterlehner. "Auch angesichts des
demographischen Wandels der Gesellschaft kommt die Rot-Weiß-Rot-Karte
zur richtigen Zeit. Einerseits treten in den nächsten Jahren mehrere
geburtenschwache Jahrgänge in den Arbeitsmarkt ein, andererseits
steigt zum Beispiel der Bedarf an einer guten Betreuung im Alter", so
Mitterlehner. Ein Schritt in diese Richtung ist auch die
Arbeitsmarkt-Öffnung am 1. Mai, die Rot-Weiß-Rot-Karte richtet sich
hingegen nur an potenzielle Zuwanderer aus Drittstaaten - also aus
Nicht-EU-Ländern sowie bis Ende 2013 auch noch aus Rumänien und
Bulgarien.
Durch das neue Modell kann die Zuwanderung aus Drittstaaten besser
gesteuert werden. "Wir schaffen ein flexibles Punktesystem für drei
Zuwanderer-Gruppen, um den Bedarf der Unternehmen in alle Richtungen
- besonders Hochqualifizierte , Fachkräfte in Mangelberufen und
Schlüsselkräfte - abdecken zu können. Je mehr Qualifikationen, desto
mehr Punkte sind möglich", bekräftigt Mitterlehner. "Durch
transparente Kriterien erleichtern wir jenen hoch qualifizierten
Menschen, die wir am dringendsten brauchen, den Zugang zum
Arbeitsmarkt."
Auf Initiative des Wirtschaftsministeriums wurden im Rahmen der
Rot-Weiß-Rot-Karte auch beim wichtigen Prinzip "Deutsch vor Zuzug"
Erleichterungen festgelegt, um stark nachgefragte Fachkräfte leichter
für den Standort Österreich gewinnen zu können: Diese können anfangs
auch ohne Deutschkenntnisse ihre Arbeit aufnehmen und die Sprache
dann hier in Österreich lernen. Ihre Angehörigen dürfen ohne
Wartezeit sofort nach Österreich mitkommen, müssen aber zuvor
Basis-Deutschkenntnisse erwerben. Die Familienangehörigen von
besonders Hochqualifizierten sind auch davon ausgenommen.
Erleichterter Arbeitsmarkt-Zugang für stark nachgefragte
Fachkräfte
Attraktive Signale sendet die Rot-Weiß-Rot-Karte vor allem an das
international besonders stark umworbene Top-Level an Zuwanderern -
wie zum Beispiel Spitzenforscher und Manager: Als Kriterien für deren
Arbeitsmarkt-Zugang gelten ab Juli 2011 unter anderem eine sehr hohe
Qualifikation, eine gehobene Managementposition oder eine
Innovationstätigkeit. Wenn damit im neuen Kriterienkatalog 70 von 100
Punkten erreicht werden, kann diese Gruppe auch ohne
Arbeitsplatzangebot im Rahmen eines "Job-Seeker-Visums" für ein
Zeitfenster von sechs Monaten nach Österreich einreisen.
Künftig können Betriebe auch Fachkräfte mit mittlerer
Qualifikation leichter anwerben, wenn sie einen Beruf ausüben, der in
Österreich stark nachgefragt wird und nicht durch Inländer abgedeckt
werden kann. Für Facharbeiter in Mangelberufen (derzeit wären dies
z.B. Schweißer, Elektriker, Dachdecker) sowie sonstige
Schlüsselkräfte gelten neben Kriterien wie Berufserfahrung,
Sprachkenntnissen und Alter bestimmte Verdienstgrenzen: Für
Mangelberufe genügt der jeweilige Kollektivvertrag bzw. die
betriebsübliche Bezahlung, für sonstige Schlüsselkräfte ist ein
Mindestentgelt von 60 Prozent der aktuellen Höchstbeitragsgrundlage
(das sind derzeit 2.520 Euro) vorgesehen. Für junge Zuwanderer unter
30 reichen 50 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage (2.100 Euro). Für
Schlüsselkräfte, die ein Ersatzkraftverfahren durchlaufen, gelten die
neuen Regelungen schon ab 1. Juli.
Für Fachkräfte in Mangelberufen wird die erste
Mangelberufs-Verordnung am 1. Mai 2012 in Kraft treten. Bis dahin
wird sich zeigen, in welchen Berufen auch nach der anstehenden
Arbeitsmarkt-Öffnung ein Mangel besteht.
Vorteile für ausländische Uni-Absolventen
Erleichterungen gibt es auch für Universitäts-Absolventen aus
Drittstaaten, die in Österreich studiert haben: "Wir wollen diese
Studenten nicht mehr nur für viel Geld ausbilden und sie dann nach
ihrem Abschluss sofort nach Hause schicken, sondern möchten ihr
Potenzial stärker als bisher nützen", bekräftigt Mitterlehner.
Ausländer, die ihr Studium in Österreich absolviert haben, erhalten
ab Juli 2011 eine Rot-Weiß-Rot-Karte, wenn sie ein adäquates
Jobangebot mit einer Bezahlung von mindestens 45 Prozent der
Höchstbeitragsgrundlage (rund 1.900 Euro) vorweisen können. Bisher
durfte diese Gruppe nur über die Schlüsselkraftregelung in den
Arbeitsmarkt einsteigen. Das dort vorgesehene Mindestentgelt von
2.520 Euro war aber für Jungakademiker zu hoch angesetzt.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend Pressesprecher des Bundesministers: Mag. Waltraud Kaserer Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34 mailto:waltraud.kaserer@bmwfj.gv.at www.bmwfj.gv.at Mag. Volker Hollenstein Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58 volker.hollenstein@bmwfj.gv.at
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