- 25.04.2011, 12:49:32
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Kardinal Schönborn: "Heiligenkreuz ist eine Freude"
Abtweihe des neuen Abtes des Zisterzienserstifts, Pater Maximilian Heim - "Kaum je dagewesene Blütezeit" - Sperrfrist, 25.04, 17 Uhr
Wiener Neustadt (OTS) - Wiener Neustadt, 25.04.11 (PEW) Als
"hoffnungsvolle junge Klostergemeinschaft" hat Kardinal Christoph
Schönborn am Ostermontag bei der Weihe des neuen Abtes Pater
Maximilian Heim das Zisterzienserstift Heiligenkreuz gewürdigt.
Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof, der von einer "kaum je
dagewesenen Blütezeit des Stiftes" sprach: "Heiligenkreuz ist eine
Freude, mit Dankbarkeit ist zu sehen, wie die Entwicklung der letzten
Jahre geradezu zu einem \x{2588}boom\x{2588} geführt hat, was Nachwuchs und
Philosophisch-theologische Hochschule betrifft". Kardinal Schönborn
feierte das Pontifikalamt in der Stiftskirche, bei dem der Generalabt
des Zisterzienserordens, Dom Mauro-Giuseppe Lepori, Pater Heim die
Abtweihe erteilte. P. Heim war am 10. Februar als Nachfolger von P.
Gregor Henckel-Donnersmarck zum 68. Abt des traditionsreichen
Zisterzienserklosters im Wienerwald gewählt worden.
In seiner Predigt orientierte Kardinal Schönborn die Aufgaben eines
Abtes in der heutigen Zeit an der Geschichte der Emmausjünger, die im
Mittelpunkt des Evangeliums des Ostermontags steht. Dieses Evangelium
sei eine "Lebensschule" für den Abt. Um mit Jesus Lehrer und Vater
sein zu können, müsse der Abt selber in die Schule des Meisters
gegangen sein: "Wenn er andere führen soll, dann darf er nie
vergessen, dass er selber ein Suchender war und bleibt". Kardinal
Schönborn zitierte die Emmaus-Meditation des deutschen Theologen
Thomas Söding, der über die Begegnung der beiden Jünger mit Jesus
schreibt, die ihn auf dem Weg nach Emmaus zunächst nicht erkennen:
"Jesus handelt wie ein guter Seelsorger. Er zieht sich nicht zurück,
obwohl er nicht erkannt wird. Er platzt nicht gleich mit seiner
Botschaft heraus, sondern fragt seine Begleiter nach ihrer Not. Er
reißt nicht das Wort an sich, sondern lässt erst einmal erzählen und
hört aufmerksam zu. Er lässt aber die beiden Jünger auch nicht im
Ungewissen, sondern gibt ihnen, wenn die Zeit da ist, an seinem
Wissen Anteil. Er bezieht sich in seiner Erklärung auf die gemeinsame
Glaubensquelle, die Heilige Schrift".
Auch der Abt solle nicht sein Wort verkünden, sondern das Wort Gottes
ergründen, meditieren, auslegen, anwenden, betonte der Wiener
Erzbischof. Er erinnerte zugleich an die von Papst Benedikt XVI. -
auch bei seinem Besuch in Heiligenkreuz 2007 - betonte Grundregel des
Zweiten Vatikanischen Konzils: "Die Heilige Schrift ist in dem Geist
auszulegen, in dem sie auch geschrieben wurde". Die Tradition der
"lectio", des aufmerksamen Hinhörens auf die Bibel, gehöre zu den
Wesenselementen des monastischen Lebens.
Papst Benedikt XVI. habe aber auch darauf verwiesen, dass die
Liturgie, der Gottesdienst, immer Vorrang haben müsse. In jedem
Kloster bestehe aber auch die Gefahr, dass der Ritus die Oberhand
gewinnt, der Streit um den Ritus könne Klöster spalten. Daher müsse
immer bewusst bleiben, dass es um "Christus, sein Wort und sein
Opfer" geht, alles andere sei Hinführung zu dieser Mitte, betonte
Kardinal Schönborn.
Eindringlich erinnerte der Wiener Erzbischof an die Seelsorgsaufgabe
der Klöster. Die Emmaus-Jünger seien durch die Begegnung mit Jesus
"Missionare mit brennenden Herzen" geworden. Auch die Klöster seien
von Anfang an "Missionszentren" gewesen: "Die Mönche ziehen sich in
die Einöde zurück - und werden so anziehend". Heiligenkreuz sei ein
"Missionszentrum", für das er als Bischof nur dankbar sein könne -
auch im Hinblick auf die alte Tradition der Stiftspfarren, so
Schönborn. In einem Vorgriff auf seinen Hirtenbrief zur Weiterführung
von "Apostelgeschichte 2010", der am 15. Mai veröffentlicht wird,
betonte der Wiener Erzbischof, dass die Orden wegweisend sein können
in der Entwicklung der Pfarren - vom josephinischen "Pfarramt" hin zu
den "christlichen Gemeinschaften" rund um geistliche Zentren. (forts
mgl)
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