• 24.04.2011, 13:28:58
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Begegnung mit Christus ist "Erfolgsgeheimnis des Christentums"

Zahlreiche Gläubige beim Osterhochamt mit Kardinal Schönborn im Wiener Stephansdom - In der Osternacht wurde eine 23-jährige im Stephansdom getauft

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Wien (OTS) - Wien, 24.04.11 (PEW) Die persönliche Begegnung des
gekreuzigten und auferstandenen Christus mit den Menschen ist das
"Erfolgsgeheimnis des Christentums": Dies betonte Kardinal Christoph
Schönborn in seiner Osterpredigt im überfüllten Wiener Stephansdom.
In dieser Begegnung verwirkliche sich das Jesus-Wort "Wenn ich von
der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen". Das
Erfolgsgeheimnis des Christentums liege eben nicht in seiner
Organisation, seiner Kunst, seinen sozialen Leistungen, obwohl das
alles "wichtig und schön" sei. Ausschlaggebend sei die Begegnung mit
Christus. Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "Christus lebt, er
begegnet uns, deswegen hat die Kirche Zukunft". Die Begegnung mit
Christus sei zugleich ein Auftrag, wie er im Bericht des Evangeliums
formuliert ist: Christus sage den Menschen, die ihm begegnen, dass
sie auch den anderen von ihrer Erfahrung berichten sollen ("Geh und
sage meinen Brüdern und Schwestern, dass ich lebe"). Dieser Auftrag
werde seit fast 2.000 Jahren von ungezählten Menschen erfüllt, das
mache die "Mission" der Kirche aus.

Kardinal Schönborn erinnerte in seiner Osterpredigt an das Gespräch
mit Schwester Elvira Petrozzi, der Gründerin der Gemeinschaft
"Cenacolo", bei der "Großen Stadtmission" 2003 im Stephansdom (durch
die Gemeinschaft "Cenacolo" werden viele drogensüchtige Jugendliche
gerettet). Der Wiener Erzbischof hatte damals die piemontesische
Ordensfrau gefragt, wie man das Kreuz lieben könne - und sie hatte
geantwortet, dass es nicht darum gehe, das Kreuz zu lieben, sondern
den Gekreuzigten. "Leid schreckt ab, aber man darf nicht wegschauen
von den Leidenden", so Schönborn. Auch heute gebe es unzählige
Menschen - unter ihnen viele, die wenig oder gar nichts von Jesus
wissen - , die nicht "wegschauen".

In der Bibel werde berichtet, wie fast alle Jünger Jesu vor dem Kreuz
davonliefen, weil sie Angst hatten und sich selbst retten wollten.
Aber es seien vor allem Frauen gewesen, die "nicht weggelaufen sind"
- mit der Mutter Jesu an der Spitze - , auch einige Männer wie der
Apostel Johannes, Nikodemus, ein Mitglied des Hohen Rates, und Josef
von Arimathäa. Sie alle hätten die Menschlichkeit nicht vergessen und
seien beim leidenden Jesus geblieben: "Sie haben nicht weggeschaut".

Im Hinblick auf den Bericht vom Ostermorgen sei immer wieder neu
berührend, dass die erste Begegnung des auferstandenen Jesus am
Ostermorgen eine "Einzelbegegnung" war - nicht mit den "Großen" von
damals, sondern mit einer weinenden Frau, Maria von Magdala. Solche
unverwechselbare Begegnungen mit Jesus seien das "innere Feuer, die
lebendige Quelle" der Kirche bis heute.

Weil am Sonntag auch des 6. Jahrestages des Amtsantrittes von
Benedikt XVI. gedacht wurde, widmete Kardinal Schönborn die erste
Fürbitte dem Papst.

Ebenso wie beim Hochamt am Ostersonntag waren auch beim
Auferstehungsgottesdienst in der Osternacht im Stephansdom wesentlich
mehr Gläubige versammelt als in früheren Jahren. Bei der
Osternachtfeier wurde auch die 23-jährige Anna Helena G. von Kardinal
Schönborn getauft und gefirmt. Die junge Frau war als Kind nicht
getauft worden, ihre Großmutter hatte ihr aber viel vom Glauben
vermittelt. Nach Berufstätigkeit bereitet sich Anna Helena G. auf das
Jus-Studium vor; in einer Studentinnenverbindung wurde sie auf ihrem
Weg zur Taufe begleitet.

Kardinal Schönborn erinnerte daran, dass heuer in der Osternacht in
aller Welt Kinder und Erwachsene beim Auferstehungsgottesdienst
getauft wurden: "Es ist die Nacht der Befreiung, die Nacht der
Auferstehung Jesu - und deshalb auch Ort der Taufe, des neuen
Lebens". Im frühen Christentum fand die Taufe immer in der Osternacht
statt; in den letzten Jahren ist diese Tradition wieder aufgenommen
worden. So wie in der Antike die neuen Christen weiße Gewänder - als
Sinnbild ihrer neuen Existenz - erhielten, wurde Anna Helena G. im
Stephansdom ein weißer Schal überreicht. (ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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