"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon "Wenig Spielraum"

Alle hoffen auf Geld vom Wissenschaftsminister. Da kann er nur enttaeuschen.

Wien (OTS) - Die Aufregung über den Jungspund als Staatssekretär stellt den ebenfalls unkonventionellen Wissenschaftsminister in den Schatten. Was kann Karlheinz Töchterle bewegen? In Wahrheit nicht viel.
Die Unis erhoffen von ihm nur eines: Geld, Geld, Geld. Aber ein fettes Plus ist unrealistisch, das Budget ist langfristig fixiert. Töchterle ist (wie fast alle Rektoren) für Studiengebühren, wird damit jedoch bei der SPÖ auf Granit beißen. Eine rein theoretische Profilierungsmöglichkeit für ihn wäre, von seinen Ex-Kollegen eine Mentalitätsänderung zu fordern. Studenten werden ja oft als Störenfriede betrachtet, bei vielen Primadonnen in der Professorenschaft zählt die Lehre nichts. Doch da ist es wohl einfacher, über neue Zugangsregelungen zu reden. Große neue Akzente für den Wissenschaftsstandort zu setzen, ist auch kaum möglich, weil - erraten - Geld fehlt. Da kann selbst ein Altphilologe mit seinem Latein schnell am Ende sein. Töchterle bringt immerhin Eigenschaften mit, die ihm bei der aufmüpfigen, manchmal durchaus arroganten Uni-Klientel zugute kommen werden: Er ist nicht mehr ganz jung, Universitätsprofessor und eigentlich ein Grüner. Aber gegen ein nettes Rektorat ist so ein Ministerjob echt ein Albtraum.

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