25. Todestag von SOS-Kinderdorf Gründer Hermann Gmeiner

Der Bauernsohn aus Vorarlberg (1919-1986) legte 1949 mit dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Imst/Tirol den Grundstein für eine weltumspannende humanitäre Idee.

Innsbruck/Wien (OTS) - Hermann Gmeiner wurde am 23. Juni 1919 in Alberschwende in Vorarlberg als sechstes von neun Kindern einer Bauernfamilie geboren. Die Mutter starb, als er fünf war. Von da an sorgte die älteste Schwester Elsa für die Kinder. Sie lebte ihnen vor, was später zum Mittelpunkt der SOS-Kinderdorf-Idee wurde, der Beruf der SOS-Kinderdorf-Mutter. Nach der Grundschule besuchte Hermann Gmeiner das Gymnasium in Feldkirch und musste 1940 noch vor der Reifeprüfung zur deutschen Wehrmacht. Nach dem Krieg holte er die Matura nach und begann 1946 in Innsbruck mit dem Medizinstudium, denn er wollte Kinderarzt werden. In dieser Zeit wirkte Gmeiner aktiv in der Jugendarbeit mit und lernte die große Not vieler Kinder und Jugendlicher kennen, die nach dem Krieg niemand mehr hatten und auf sich allein gestellt waren.

Diesen jungen Menschen zu helfen und ihnen etwas anderes zu bieten als veraltete Waisenhäuser wurde zu Gmeiners Leitidee, die ihn nicht mehr losließ. In einem familiennahen Daheim sollten Kinder mit einer Mutter, die für sie sorgte, in Schutz und Geborgenheit aufwachsen. Geschwister sollten gemeinsam in einer Familie leben und neben dem Gefühl familiärer Geborgenheit auch die Gemeinschaft eines Dorfes spüren. Diese vier Grundsätze (Mutter, Geschwister, Haus, Dorf) wurden zum Fundament der SOS-Kinderdörfer.

Gmeiner wandte sich an die Behörden und bat um Unterstützung. Für die Idee des mittellosen Studenten hatten sie jedoch nicht viel übrig. So half er sich selbst und gründete 1949 mit nur 600 Schilling den Verein "Societas Socialis" (SOS). Die Bevölkerung bat er, sein Anliegen mit 1 Schilling pro Monat zu unterstützen. Die Reaktionen waren so überwältigend, dass er noch im selben Jahr mit dem Bau der ersten Häuser im ersten SOS-Kinderdorf in Imst/Tirol beginnen konnte. Es war der Anfang der heute weltumspannenden Idee, der Hermann Gmeiner sein ganzes Leben widmete.

Als Hermann Gmeiner am 26. April 1986 in Innsbruck an Krebs starb, gab es 233 SOS-Kinderdörfer in 85 Ländern. Bereits ein Jahr zuvor hatte der gebürtige Südtiroler Helmut Kutin, der im SOS-Kinderdorf Imst aufgewachsen war, die Leitung des privaten Sozialwerks übernommen. Gmeiner selbst hatte ihn als Nachfolger gewählt. Kutin hat die SOS-Kinderdorf-Arbeit erfolgreich weitergeführt - heute, über 60 Jahre später, ist SOS-Kinderdorf in 132 Ländern vertreten mit über 500 SOS-Kinderdörfern und mehr als 1.500 weiteren Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, medizinischen Zentren und Sozialzentren. Die SOS-Idee spannt einen Bogen der Menschlichkeit quer über alle Gesellschaften, Religionen und Kulturen hinweg. Ihr Gründer liegt auf eigenem Wunsch dort begraben, wo 1949 alles begonnen hatte: im ersten SOS-Kinderdorf in Imst/Tirol.

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