vida-Kaske: "Wertschätzung und faire Entlohnung statt Jammern über Personalmangel"

AK Wien, IFES und Gewerkschaft vida präsentieren Studie "Tourismus in Österreich 2011"

Wien (OTS/ÖGB) - Die heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte Tourismus-Studie zeigt deutlich: Tourismus-Beschäftigte leiden gegenüber anderen Branchen in vieler Hinsicht unter erheblichen Nachteilen: Ungünstige und familienfeindliche Arbeitszeiten, eine niedrige Entlohnung, die auch bei höheren Qualifikationen kaum Zuwächse verspricht, kaum Angebote für betriebliche Weiterbildung und so gut wie keine innerbetrieblichen Karriereperspektiven. +++

"Es darf einen also nicht verwundern, dass im Tourismus mit rund einem Drittel doppelt so viele Beschäftigte wie in den anderen Branchen ihre berufliche Zukunft in einem anderem Betrieb oder überhaupt gleich in einem anderen Beruf sehen", so das Resümee des Studienautors Georg Michenthaler vom Institut für Empirische Sozialforschung (IFES).

Zu Themen wie den Zukunftsperspektiven des österreichischen Tourismus oder Marketingstrategien für das Land bzw. einzelne Regionen gibt es reichlich Studien und Veranstaltungen. Dabei kommen allerdings die ArbeitnehmerInnen der Branche entweder gar nicht oder allenfalls am Rande vor. Gewerkschaft vida und Arbeiterkammer Wien schlagen aus diesem Grund eine andere Richtung ein: "In der vorliegenden Studie wird die Branche aus Sicht der Beschäftigten dargestellt", erklärt Herausgeber Kai Biehl von der AK Wien.

Niemand will bleiben: Viel Stress, keine Aufstiegschancen und wenig Lohn=

Das durchschnittliche Einkommen im Tourismus beträgt rund ein Viertel weniger als das Durchschnittseinkommen der anderen Wirtschaftssektoren. Die Bindung zum Unternehmen ist dementsprechend gering, was dazu führt, dass der Tourismus zunehmend als Übergangs-bzw. Fluchtbranche gesehen wird. "Dieser Trend wird anhalten, wenn sich an den Rahmenbedingungen und der Entlohnung nicht endlich etwas ändert", warnt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

Der Tourismus hätte viel zu bieten für die ArbeitnehmerInnen, doch an der praktischen Umsetzung scheitert es oft. Es fehlt an modernen Berufsbildern, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen in den Betrieben. Dies sei jedoch notwendig, um anderen Branchen gegenüber konkurrenzfähig zu sein. Der vida-Vorsitzende appelliert an die Tourismuswirtschaft, die oft über Personalmangel klagt: "Unternehmen, die ihre MitarbeiterInnen wertschätzen, diese fair entlohnen und gute Arbeitsbedingungen bieten, haben auch kein Problem, Personal zu halten und finden."

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