• 18.04.2011, 12:30:23
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vida-Kaske: "Wertschätzung und faire Entlohnung statt Jammern über Personalmangel"

AK Wien, IFES und Gewerkschaft vida präsentieren Studie "Tourismus in Österreich 2011"

Wien (OTS/ÖGB) - Die heute im Rahmen einer Pressekonferenz
präsentierte Tourismus-Studie zeigt deutlich: Tourismus-Beschäftigte
leiden gegenüber anderen Branchen in vieler Hinsicht unter
erheblichen Nachteilen: Ungünstige und familienfeindliche
Arbeitszeiten, eine niedrige Entlohnung, die auch bei höheren
Qualifikationen kaum Zuwächse verspricht, kaum Angebote für
betriebliche Weiterbildung und so gut wie keine innerbetrieblichen
Karriereperspektiven. +++

"Es darf einen also nicht verwundern, dass im Tourismus mit rund
einem Drittel doppelt so viele Beschäftigte wie in den anderen
Branchen ihre berufliche Zukunft in einem anderem Betrieb oder
überhaupt gleich in einem anderen Beruf sehen", so das Resümee des
Studienautors Georg Michenthaler vom Institut für Empirische
Sozialforschung (IFES).

Zu Themen wie den Zukunftsperspektiven des österreichischen Tourismus
oder Marketingstrategien für das Land bzw. einzelne Regionen gibt es
reichlich Studien und Veranstaltungen. Dabei kommen allerdings die
ArbeitnehmerInnen der Branche entweder gar nicht oder allenfalls am
Rande vor. Gewerkschaft vida und Arbeiterkammer Wien schlagen aus
diesem Grund eine andere Richtung ein: "In der vorliegenden Studie
wird die Branche aus Sicht der Beschäftigten dargestellt", erklärt
Herausgeber Kai Biehl von der AK Wien.

Niemand will bleiben: Viel Stress, keine Aufstiegschancen und
wenig Lohn=

Das durchschnittliche Einkommen im Tourismus beträgt rund ein Viertel
weniger als das Durchschnittseinkommen der anderen
Wirtschaftssektoren. Die Bindung zum Unternehmen ist dementsprechend
gering, was dazu führt, dass der Tourismus zunehmend als Übergangs-
bzw. Fluchtbranche gesehen wird. "Dieser Trend wird anhalten, wenn
sich an den Rahmenbedingungen und der Entlohnung nicht endlich etwas
ändert", warnt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

Der Tourismus hätte viel zu bieten für die ArbeitnehmerInnen, doch an
der praktischen Umsetzung scheitert es oft. Es fehlt an modernen
Berufsbildern, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und
Aufstiegschancen in den Betrieben. Dies sei jedoch notwendig, um
anderen Branchen gegenüber konkurrenzfähig zu sein. Der
vida-Vorsitzende appelliert an die Tourismuswirtschaft, die oft über
Personalmangel klagt: "Unternehmen, die ihre MitarbeiterInnen
wertschätzen, diese fair entlohnen und gute Arbeitsbedingungen
bieten, haben auch kein Problem, Personal zu halten und finden."

Rückfragehinweis:
vida-Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martina Fassler
Tel.: 01/53 444-79 260
martina.fassler@vida.at
http://www.vida.at

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