Caritas wünscht sich Kurswechsel und Neustart in der Asyl- und Integrationspolitik

Landau appelliert an Faymann und Spindelegger: Das Integrationsthema ist im Innenministerium schlecht aufgehoben

Wien (OTS) - Wenn in diesen Tagen die Regierung umgebildet wird, besteht die einmalige Chance ein langjähriges Versäumnis aufzuholen. Die Caritas-Forderung nach einer Auslagerung der Integrations- und Flüchtlingsschutz- Materie in ein eigenes Ressort scheint jetzt so nahe wie schon lange nicht. Aus diesem Grund appelliert Caritasdirektor Michael Landau an Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger: "Wir brauchen einen Kurswechsel und einen Neustart in der Asyl- und Integrationspolitik in unserem Land. Ein eigenes Staatssekretariat für Integration mit entsprechenden Kompetenzen ist hier ein wichtiger Meilenstein." Gelungene Integration braucht immer ein Gesamtkonzept: Recht auf Familie, Zugang zum Arbeitsmarkt, faire soziale Absicherung, Zugang zur Bildung, vertretbare Wohnverhältnisse, Möglichkeit der Teilnahme zumindest an der Kommunalpolitik. Integration ist eine Querschnittmaterie.

"Wenn der neue Vizekanzler Spindelegger sagt, er will nach dem Motto Erfolgreiches bewahren und Fehler beseitigen vorgehen, dann kann er jetzt mit der Auslagerung der Integrationsagenden aus dem Innenministerium ein massives Versäumnis ausräumen und in eine neue Ära des Miteinander starten, sowie einen langjährigen Fehler beseitigen", so Landau. In den letzten Monaten und Jahren hat das Innenministerium wiederholt bewiesen, dass das Integrationsthema im Blaulichtministerium schlecht und falsch aufgehoben ist. Das Thema Sicherheit ist da nur eines von vielen, das wurde aus Sicht der Caritas im Innenministerium leider offensichtlich immer wieder verwechselt.

"Österreich braucht ein eigenes Staatssekretariat für Integration, das in seine Entscheidungen alle relevanten Bereiche wie Bildung, Arbeitsmarkt, Soziales und das Flüchtlingswesen mit einbezieht. Das Migrationsthema darf nicht länger nur unter dem Sicherheitsaspekt abgehandelt werden. Migration und Integration sind Querschnittsthemen, die alle Gesellschaftsbereiche berühren!" so Landau. Die Caritas bekräftigt, dass von ernsthafter Integration nur dann die Rede sein könne, wenn diese auch rechtliche Gleichstellung, soziale Chancengleichheit und die Wahrung und Förderung kultureller Vielfalt bedeute. Denn Integration heißt, gleichberechtigt am Leben teilzuhaben. Die Bemühungen müssten dahin gehen, dass MigrantInnen in Zukunft in ihrem Job auch Aufstiegschancen haben und nicht mehr an eine gläserne Decke stoßen, die sie nicht durchbrechen könnten. "Österreich braucht einen fairen Umgang mit seinen MigrantInnen und einen menschenrechtskonformen Umgang mit Schutzsuchenden. Geordnete Zuwanderung ist eine Chance und eine Bereicherung für unser Land und nicht eine Bedrohung", so Landau. Dennoch sei klar, dass Integration immer ein wechselseitiger Prozess ist, bei dem alle Beteiligten Schritte aufeinander zugehen müssen. Konkret bedeutet dies Anstrengungen für beide Seiten.

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