- 18.04.2011, 08:50:10
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Caritas wünscht sich Kurswechsel und Neustart in der Asyl- und Integrationspolitik
Landau appelliert an Faymann und Spindelegger: Das Integrationsthema ist im Innenministerium schlecht aufgehoben
Wien (OTS) - Wenn in diesen Tagen die Regierung umgebildet wird,
besteht die einmalige Chance ein langjähriges Versäumnis aufzuholen.
Die Caritas-Forderung nach einer Auslagerung der Integrations- und
Flüchtlingsschutz- Materie in ein eigenes Ressort scheint jetzt so
nahe wie schon lange nicht. Aus diesem Grund appelliert
Caritasdirektor Michael Landau an Bundeskanzler Werner Faymann und
Vizekanzler Michael Spindelegger: "Wir brauchen einen Kurswechsel und
einen Neustart in der Asyl- und Integrationspolitik in unserem Land.
Ein eigenes Staatssekretariat für Integration mit entsprechenden
Kompetenzen ist hier ein wichtiger Meilenstein." Gelungene
Integration braucht immer ein Gesamtkonzept: Recht auf Familie,
Zugang zum Arbeitsmarkt, faire soziale Absicherung, Zugang zur
Bildung, vertretbare Wohnverhältnisse, Möglichkeit der Teilnahme
zumindest an der Kommunalpolitik. Integration ist eine
Querschnittmaterie.
"Wenn der neue Vizekanzler Spindelegger sagt, er will nach dem Motto
Erfolgreiches bewahren und Fehler beseitigen vorgehen, dann kann er
jetzt mit der Auslagerung der Integrationsagenden aus dem
Innenministerium ein massives Versäumnis ausräumen und in eine neue
Ära des Miteinander starten, sowie einen langjährigen Fehler
beseitigen", so Landau. In den letzten Monaten und Jahren hat das
Innenministerium wiederholt bewiesen, dass das Integrationsthema im
Blaulichtministerium schlecht und falsch aufgehoben ist. Das Thema
Sicherheit ist da nur eines von vielen, das wurde aus Sicht der
Caritas im Innenministerium leider offensichtlich immer wieder
verwechselt.
"Österreich braucht ein eigenes Staatssekretariat für Integration,
das in seine Entscheidungen alle relevanten Bereiche wie Bildung,
Arbeitsmarkt, Soziales und das Flüchtlingswesen mit einbezieht. Das
Migrationsthema darf nicht länger nur unter dem Sicherheitsaspekt
abgehandelt werden. Migration und Integration sind
Querschnittsthemen, die alle Gesellschaftsbereiche berühren!" so
Landau. Die Caritas bekräftigt, dass von ernsthafter Integration nur
dann die Rede sein könne, wenn diese auch rechtliche Gleichstellung,
soziale Chancengleichheit und die Wahrung und Förderung kultureller
Vielfalt bedeute. Denn Integration heißt, gleichberechtigt am Leben
teilzuhaben. Die Bemühungen müssten dahin gehen, dass MigrantInnen in
Zukunft in ihrem Job auch Aufstiegschancen haben und nicht mehr an
eine gläserne Decke stoßen, die sie nicht durchbrechen könnten.
"Österreich braucht einen fairen Umgang mit seinen MigrantInnen und
einen menschenrechtskonformen Umgang mit Schutzsuchenden. Geordnete
Zuwanderung ist eine Chance und eine Bereicherung für unser Land und
nicht eine Bedrohung", so Landau. Dennoch sei klar, dass Integration
immer ein wechselseitiger Prozess ist, bei dem alle Beteiligten
Schritte aufeinander zugehen müssen. Konkret bedeutet dies
Anstrengungen für beide Seiten.
Rückfragehinweis:
Caritas der Erzdiözese Wien
Mag.(FH) Klaus Schwertner, Pressesprecher
Tel.: +43 (0)1/878 12-221 od. +43 (0)664/848 26 18
mailto:klaus.schwertner@caritas-wien.at
www.caritas-wien.at
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