Die Einsicht kommt spät, zu spät (von Ralf Mosser)

Ausgabe 14. April 2011

Klagenfurt (OTS) - In seiner Rücktrittsrede beklagte Josef Pröll "einen Mangel an Anstand einzelner Politiker" und einen "Stillstand", der das Vertrauen in die Politik "massiv" infrage stelle. Die Einsicht kommt spät, zu spät. Als ÖVP-Chef hätte er den schwarzen Politikern "Anstand" zwar nicht verordnen, aber durch kluge Personalauswahl "anständige" Menschen mit politischen Ämtern betrauen können. Als Vizekanzler hat er maßgeblich zum "Stillstand" in der Politik beigetragen. Denn dass unser Land eine Bildungs-, Gesundheits- und Verwaltungsreform braucht, war schon vor dem gestrigen Tag bekannt. Leider werden weder Prölls Rücktritt noch seine Worte zum Abschied etwas ändern. Bei Personalentscheidungen wird Qualität weiter eine untergeordnete Rolle spielen und Bewegung in die Regierung wird auch Prölls Nachfolger nicht bringen. Egal, wie er oder sie heißt.

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