- 13.04.2011, 19:00:11
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Buch "Friedensmacht Europa" in Bregenz vorgestellt
LH Sausgruber: Ein erfolgreiches Europa gründet auf starken Regionen, die ihre Spielräume im Sinne der Menschen nutzen
Bregenz (OTS/VLK) - In welche Richtung soll sich die Europäische
Union künftig entwickeln? Kann das europäische Einigungsprojekt zum
Modell für eine demokratische und friedliche Weltordnung werden?
Diese und andere Fragen wurden heute, Mittwoch, im Rahmen der
Buchpräsentation "Friedensmacht Europa: Dynamische Kraft für Global
Governance?" im Kloster Mehrerau in Bregenz diskutiert.
Dabei machte Landeshauptmann Herbert Sausgruber deutlich, dass er
"keine brauchbare Alternative" zur EU-Mitgliedschaft des Landes sehe:
"Wir brauchen ein starkes Europa, das in der Lage ist, in der Welt
politisch und wirtschaftlich mitzugestalten". Eine wichtige
Bewährungsprobe hat die Gemeinschaft laut Sausgruber beim Ausbruch
der Finanz- und Wirtschaftskrise abgelegt: "Das entschlossene und
rasche Vorgehen der EU und die Maßnahmen von Bund, Ländern und
Kommunen haben sich damals gut bewährt".
Europa muss handlungsfähiger werden
Um auf künftige Herausforderungen angemessen reagieren zu können,
sind für Sausgruber weitere Vertiefungsschritte nötig: "Europa muss
handlungsfähiger werden - in der Außenpolitik, in der
Sicherheitspolitik und auch im Wirtschaftsbereich". Eine Formel und
eine Zentralbank würden auf Dauer nicht ausreichen, um einen so
großen Körper zu steuern, so das Argument. Auf der anderen Seite
wären mehr Subsidiarität und mehr Mut zum Spielraum in vielen
Angelegenheiten notwendig, wo keine europäischen Standards
erforderlich sind. Als wichtigen Fortschritt bezeichnete der
Landeshauptmann in diesem Kontext die mit dem Vertrag von Lissabon
eingerichtete Subsidiaritätsprüfung, die den Regionen Kompetenzen
sichert und bei Verstößen Einsprüche ermöglicht. "Größere Zustimmung
finden Entscheidungen dann, wenn sie vor Ort in gutem Austausch mit
den Menschen zustande kommen", ist Sausgruber überzeugt.
Spannende Lektüre
Die Buchpräsentation wurde vom Netzwerk von Christen zur
Unterstützung der Global Marshall Plan Initiative und vom EthikCenter
der Katholischen Kirche Vorarlberg gemeinsam mit dem ORF Radio
Vorarlberg organisiert. Insgesamt acht renommierte Autoren, darunter
die beiden Herausgeber - der Wiener Politikwissenschafter Anton
Pelinka und der Vorarlberger Theologe Herwig Büchele - haben sich im
neuen Sammelband "Friedensmacht Europa: Dynamische Kraft für Global
Governance?" kritisch mit den Möglichkeiten und Grenzen der
Gestaltungskraft Europas in der Welt beschäftigt.
Rückfragehinweis:
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