Dank Krise ist ein Einstieg in Anleihen attraktiv

Wien (OTS) - An den internationalen Anleihenmärkten ist der Grad zwischen Freud und Leid derzeit schmal. In vielen Ländern ist das Aufwärtspotential von Anleihen aufgrund der Risiken begrenzt. Hierzu trägt der weltweit zunehmende Protektionismus, die Euro-Krise im Zusammenhang mit dem Stabilitätsprogramm sowie eine steigende Inflation, welches die Zentralbanken zu weiteren Zinsschritten zwingen könnte, bei. Zudem drücken seit Jahresbeginn 2011 die Unruhen im Nahen Osten den Rohölpreis in die Höhe. Klassische Anlagestrategien in europäische Staatsanleihen sorgen für Unmut bei den Investoren. Um das Risiko-/Rendite-Verhältnis im Anleihenportfolio zu optimieren, rät KBC Asset Management zum selektiven Einstieg in Schwellenländeranleihen, Wandelanleihen und Spreadprodukte.

In Europa ist die Schuldenkrise alles andere als überwunden. Nach Griechenland und Irland muss auch Portugal internationale Finanzhilfe in Anspruch nehmen. Überraschend kommt die Ankündigung nicht. Portugal musste bei der letzten Auktion am Anleihenmarkt knapp sechs Prozent für zwei Jahre zahlen. Die Nervosität bei den Anlegern wächst und macht sich bei den Renditen europäischer Staatsanleihen bemerkbar. Besonders Anleihen mit längerer Laufzeit leiden unter dem steigenden Zinsniveau. Langläufer aus Italien, Portugal und Spanien erreichten seit der Euro-Einführung neue Renditehöchststände. Dabei gehen die steigenden Renditen bei Anleihen mit fallenden Kursen einher und signalisieren eine weiter sinkende Nachfrage.

KBC Asset Management erwartet keine weiteren Staatspleiten in Europa

Europas Schuldenkrise schwelt zwar weiter, KBC Asset Management geht jedoch davon aus, dass keine weiteren Länder in Europa unter den Rettungsschirm müssen. Somit muss Portugal als letztes Land der Peripherie fremde Hilfe in Anspruch nehmen. Spanien sollte die Verschuldungssituation ohne fremde Hilfe stabilisieren können. Italien weist zwar eine hohe Staatsverschuldung auf, jedoch schätzen die KBC-Experten das Risiko einer Staatspleite als gering ein. Beide Länder, sowohl Spanien als auch Italien, haben starke Volkswirtschaften und sollten in den nächsten zwei bis drei Jahren ihr Bruttoinlandsprodukt stärken können und so eine Schuldenverringerung herbeiführen.

"Für viele europäische Staatsanleihen kommt jedoch die Hilfe zu spät. Das Renditeniveau ist bei vielen europäischen Staatsanleihen zu hoch", sagt Lazlo Belgrado, Head of Fixed Income bei KBC Asset Management in Luxemburg. In den Investmentstrategien von KBC Asset Management sind Unternehmensanleihen aus Griechenland und Portugal derzeit nicht enthalten. Anders sieht es bei den Staatsanleihen aus:
Hier bildet bei KBC Asset Management das Portfolio inflationsindexierter Staatsanleihen mit einem Anteil von unter fünf Prozent in Griechenland die Ausnahme. Diese Gewichtung soll in diesem Jahr unverändert bleiben. Griechische Anleihen könnten aufgrund des bevorstehenden Restrukturierungsprozesses in zwei bis drei Jahren wieder interessant werden.

Bestimmte Anleihensegmente bieten Vorteile

Während viele europäische Staatsanleihen für Unmut bei den Investoren sorgen, bieten andere Anleihensegmente stattliche Vorteile. Hierzu gehört der Zinsvorsprung, die Chance auf Währungsgewinne sowie die positiven Weltwirtschafts- und Unternehmensaussichten. Im aktuellen Umfeld rät KBC Asset Management zum selektiven Einstieg in Anleihen aus den Emerging Markets, Wandelanleihen und Spread-Produkte.

Unternehmensanleihen - Titelauswahl und Durationsmanagement gewinnt an Bedeutung

Von den Bonitätsherabstufungen der Staatsanleihen und den Unsicherheiten in den EU-Peripherieländern profitieren viele Unternehmensanleihen. Die Renditen der Unternehmensanleihen sind zwar immer noch gering und die Risikoaversion unter den Anlegern ist erhöht. KBC Asset Management rät dennoch zu einem selektiven Einstieg in die Assetklasse Corporate Bonds, um das limitierte Performancepotential effektiv nutzen zu können. "Corporate Hybrids mit kurzen Laufzeiten bieten eine Spreadprämie auf einem angemessenen Risikoniveau", sagt Jan van Parys, Fondsmanager Corporate Bonds bei KBC Asset Management in Luxemburg. Neben den Unternehmensanleihen von Versicherern und Banken wird das Fixed Income Team von KBC das Potential der in 2011 anstehenden Neuemissionen in den Sektoren Versorgung, Telekommunikation und Automobil unter die Lupe nehmen und entsprechend nutzen.

Wandelanleihen - Risiken reduzieren und profitieren

Unter dem Stichwort Unternehmensanleihen sind die Entwicklungen der Wandelanleihen nicht zu vernachlässigen. Starke Konjunkturdaten und gute Unternehmensergebnisse stimmen die internationalen Kapitalmärkte zuversichtlich. Mittlerweile ist die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation der Ereignisse im Nahen Osten als gering einzustufen. "Wandelanleihen stellen im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld eine optimale Ergänzung konservativer Portfolios dar", sagt Koen Vanderauwera, Fondsmanager Convertibles bei KBC Asset Management in Luxembourg. Wandelanleihen mit einem niedrigen Delta von 20 Prozent bieten eine attraktive Rendite und Potenzial für eine Verengung der Kreditrisikoprämie. KBC Asset Management ergänzt das Portfolio mit Wandelanleihen mit hybridem Profil, das heißt mit einem Delta zwischen 40 und 60 Prozent, um so das Aufwärtspotential der Aktienmärkte zu nutzen und die Gesamtportfoliorendite zu erhöhen. Dabei sollten besonders Wandelanleihen aus den Industrie- und Technologiesektoren von den positiven Entwicklungen der zugrunde liegenden Aktien profitieren. Sollten die Aktienkurse kurzfristig fallen, tritt der Zinsertrag von Wandelanleihen in den Vordergrund. Somit stellen Wandelanleihenfonds eine optimale Alternative zu Mischfonds dar.

Schwellenländeranleihen - auf zu neuen Märkten

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission dürfte in der Eurozone das Wachstum des Bruttoinlandproduktes 1,5 Prozent in 2011 erreichen. Für die USA rechnet die amerikanische Notenbank FED mit einer Steigerung zwischen 3,4 und 3,9 Prozent. Ganz anders sieht es in den Schwellenländern aus. Hier erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für die Gesamtheit der Schwellenländer in 2011 ein Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent. Von dieser wirtschaftlichen Gewichtsverschiebung können Anleger auf unterschiedliche Weise profitieren.

Anleihen aus den Schwellenländern sind zum Beispiel kein Geheimtipp mehr. In 2010 sorgte diese Assetklasse für viel Freude unter den Anlegern. Für 2011 wird zwar mit geringeren Mittelzuflüssen im Vergleich zum Vorjahr gerechnet, doch können sich die Renditen weiter sehen lassen und die Währungen der Schwellenländer entwickeln sich weiterhin besser als die großen Reservewährungen der G3 (USD, EUR, JPY). Neben den bekannten Emerging Markets, wie etwa Brasilien oder Mexiko, versprechen einige Schwellenländer starke Perspektiven, die im vergangenen Jahr noch wenig Beachtung fanden. Hierzu gehören insbesondere Anleihen, die in lokaler Währung lauten, aus den Ländern Indien, Malaysia, Russland, Israel und Südkorea. Denn diese Währungsanleihen bieten nicht nur eine höhere Verzinsung gegenüber der Eurozone und den USA, sondern verfügen über die Chance auf Währungsgewinne und einer Konvergenzprämie.

KBC Asset Management hat das Exposure in US-Dollar in der internationalen Anleihenstrategie verringert und hierfür Währungsanleihen aus Russland und Malaysia gekauft. In beiden Ländern sollten die Hüter der Geld- und Zinspolitik durch die steigende Inflation eine weitere Aufwertung der lokalen Währungen herbeiführen. Zudem profitieren Russland und Malaysia als Hauptexporte von Rohöl von den steigenden Rohstoffpreisen. "Wir gehen davon aus, dass in 2011 Währungsanleihen mit Investmentgrade-Rating aus bestimmten Industrienationen und Schwellenländer sich besser als der internationale Anleihenmarkt gemessen am JP Morgan Global Broad Index entwickeln werden", sagt Lazlo Belgrado.

Anleihen aus Zentraleuropa

Weitere Performance-Spitzenreiter in 2011 werden unter den europäischen Peripherieländern erwartet. In Zentral- und Osteuropa sind die Fundamentaldaten, insbesondere in Polen, nach wie vor äußerst vielversprechend. Die Zinserhöhungen in dieser Region sind mittlerweile ausreichend eingepreist. In Ungarn kehrt das Vertrauen in die Regierung langsam zurück. Die Währungsbewertung ungarischer Anleihen ist attraktiv. Dies trifft auch für Anleihen aus Polen zu. Beide Länder verfügen über ein hohes Renditeprofil. Zudem ist Polen ein Schwellenland mit vielen Investoren. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass zentral- und osteuropäische Anleihen in 2011 eine bessere Performance als die meisten anderen festverzinslichen Anlagen erzielen werden. Die zwiespältige Situation zwischen attraktiven Bewertungen und einer weiteren geldpolitischen Straffung sprechen für eine kurze Durationsposition in Anleihen aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Türkei", sagt Lazlo Belgrado.

Fazit

Bei der Suche nach Wachstum und Performance dringen immer mehr Anleger in neue Märkte vor. In vielen Assetklassen ist das Aufwärtspotential in 2011 aufgrund der Risiken und Zinsentwicklungen jedoch begrenzt. Der Zeitpunkt für einen selektiven Einstieg in Anleihen ist ideal, um mittel- bis langfristig profitieren zu können. Dabei bieten Fonds mit einem aktiven Risiko- und Allokationsmanagement hohes Wachstumspotential ohne dabei die Volatilität im Portfolio zu erhöhen.

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