Leopold: Neue Fakten im Restitutionsfall Mayländer

Neuer Direktor Ende Juni

Wien (OTS) - Neues aus dem Wiener Leopold-Museum. Wie Gründer-Sohn und Vorstandsmitglied Diethard Leopold in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe erklärt, sind in der Restitutions-Causa Mayländer neue Fakten aufgetaucht. Es geht um die Frage, ob die nicht-jüdische Lebensgefährtin des Sammlers Karl Mayländer mit ihm in eheähnlicher Beziehung lebte und daher zum Verkauf der fünf Schiele-Blätter berechtigt war. Das Ministerium hat nach einem entsprechenden Bescheid die Rückgabe empfohlen. Nun sagt Leopold zu NEWS: "Ich habe soeben im Literaturarchiv in Marbach Dokumente gefunden, die eine enge Beziehung zwischen dem Sammler und seiner Lebensgefährtin dokumentieren." Die Causa muss vermutlich neu verhandelt werden.

Die Frage, wer Rudolf Leopold als Direktor nachfolgt, sollte seinem Sohn zufolge spätestens am ersten Todestag - also am 29. Juni - entschieden sein. Von 32 Bewerbern sind elf verblieben, die Gespräche werden nach Ostern begonnen. Laut NEWS-Information ist der schon als sicher gehandelte Tobias Natter, vormals Vorarlberger Landesmuseum, nicht mehr alleiniger Favorit.

Schieles "Häuser am Meer" werden laut Leopold nicht restituiert, sondern finanziell abgegolten. "Wir stehen vor der Einigung auf einen Schätzwert, denn es gibt jetzt von allen Erbengruppen Vergleichsangebote." Man werde sehen, wessen Forderung für die Stiftung annehmbar sei. Auch mehrere Bilder Anton Romakos werden den beiden Erbengruppen finanziell abgelöst.

Die Sammlung "Leopold II" soll laut Diethard Leopold zu "70 bis 80 Prozent" im Familienbesitz verbleiben und auch ausgestellt werden. "Nicht im Museum, aber vielleicht fürs Erste in einem Schaudepot." Für eine Beteiligung des Staates oder eines Landes - sei es Wien oder Niederösterreich - wäre man "offen".

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0001