Hochsaison für Diebe: In 15 Sekunden am Ziel

Wien (OTS) - Alle 36 Minuten geschieht in Österreich ein Einbruch. Nicht nur der städtische, sondern auch der ländliche Bereich ist zunehmend betroffen. Dabei könnten mindestens 70 Prozent aller Einbrüche durch Prävention verhindert werden.

Die Zahlen der Kriminalstatistik des österreichischen Innenministeriums sprechen für sich: "Den Negativrekord der vergangenen Jahre gab es im Jahr 2009 mit österreichweit 12.259 Einbrüchen in Wohnungen, von denen nur 5,4 Prozent geklärt werden konnten und 7.459 Einbrüchen in Einfamilienhäusern mit einer Aufklärungsrate von gerade einmal 9,1 Prozent", wie Dr. Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes (VVO) erklärt. Kein Wunder, dass sich die Polizei 2010 wesentlich auf den Bereich Einbruchskriminalität konzentrierte. "Doch obwohl die Kriminalstatistik für das Jahr 2010 einen leichten Rückgang bei Einbruchsdiebstählen verzeichnen kann, ist die Zahl der angezeigten Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Einfamilienhäuser mit 14.646 Fällen nach wie vor alarmierend hoch. Das bedeutet, dass im Durchschnitt täglich mehr als vierzig Einbrüche österreichweit verübt werden", erläutert Dr. Wolfram Littich, Präsident des österreichischen Versicherungsverbandes (VVO).

Nur 15 Sekunden

Dass die Rush-Hour für Einbrüche in der Dämmerungszeit liegt, ist weitgehend bekannt. Schockierend allerdings ist die Zeit, die für einen Einbruch benötigt wird: in nur 15 Sekunden ist ein professioneller Einbrecher bereits durch ein ungesichertes Fenster oder eine Terrassentür eingedrungen. Neben der schnellen Vorgehensweise lässt sich zunehmend auch ein Professionalisierungsschub im Einbruchsdiebstahl erkennen: "Mit der Quantität an Einbruchdiebstählen hat sich auch die Qualität verändert. Die Täter gehen im Vergleich zu früher regelmäßiger vor, selektieren die Objekte bewusster und sind besser organisiert", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Frechheit siegt und Gelegenheit macht Diebe

Bargeld, Schmuck, Handys und MP3-Player - alles was leicht und schnell in eine Tasche gesteckt werden kann, ist für Einbrecher von Interesse. Aber auch Fernseher, Fotoapparate und Computer sind beliebtes Diebesgut. Einbrecher wissen vor ihrer Tat nicht genau, wie viel oder wie wenig sich in einer Wohnung oder in einem Haus befindet. Sie hoffen immer auf eine lohnende Beute zu treffen und ergreifen gerne sich bietende Gelegenheiten, erzählt "Einbrecherkönig" Ernst Walter Stummer: "Oft nutzt man die Leichtsinnigkeit der Bewohner und die Gelegenheit, die sich gerade bietet."

Einfache Maßnahmen - mehr Schutz

Nur 30 Prozent der Einbrecher sind Plantäter, der Rest entscheidet sich spontan zum Begehen einer Straftat. Beide "Typen" selektieren ihr Objekt der Begierde aber nach dem Wert der zu erwartenden Beute, nach dem Entdeckungsrisiko und nach dem Schwierigkeitsgrad, in das Haus eindringen zu können. "Untersuchungen zeigen, dass es leider die Hausbewohner selbst sind, die sich keine großen Gedanken über ihre eigene und noch weniger über die Sicherheit anderer machen. Eigeninitiative ist allerdings das beste Mittel, um sich und andere vor Diebstahl zu schützen. Denn die meisten Einbrecher wenden ganz simple Tricks an", betont Littich. Er empfiehlt: "Bauliche und technische Maßnahmen, die viel Lärm verursachen und lange Zeit brauchen, um geknackt zu werden, sind besonders effizient. Bei geprüften Sicherheitstüren, eingemauerten Fenstergittern und einbruchshemmenden Fensterbeschlägen geben viele auf."

Sicherheitstipps:

  • Fenster mit Spezialverriegelung erschweren das Aushebeln. Fenster der Widerstandklasse 2 (WK2) gewährleisten zumindest mehrere Minuten Widerstand.
  • Einbau von Sicherheitstüren, die der ÖNORM B5338 entsprechen (6 Klassen, Klasse 3 wird für den Heimbereich empfohlen)
  • Haus- und Nebeneingangstüren mit vorstehenden Zylindern und abschraubbaren Beschlägen dringend gegen einbruchssichere Schlösser austauschen.
  • Fenster und Terrassentüren schließen. Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher wie ein offenes Fenster.
  • Wichtig ist auch guter Nachbarschaftskontakt. Wer weiß, was vorgeht, kann ungewöhnliche Aktivitäten erkennen und diese der Polizei sofort melden.

Wussten Sie, dass...

... ein Profi-Einbrecher keine fünfzehn Sekunden braucht, um sich über ein normales Fenster oder eine normale Türe Eintritt in ein Wohnobjekt zu verschaffen?

... im Jahr 2010 in Österreich 10.063 Fälle von Einbruchsdiebstahl in Wohnungen und 4.583 in Einfamilienhäuser angezeigt wurden?

... Einbrecher zumeist darauf vertrauen, dass sich niemand darum kümmert, was im Stiegenhaus oder beim Nachbarn vorgeht?

...sich jeder Einzelne leicht vor Langfingern schützen kann? Balkenriegelschlösser, Sicherheitstüren und Zylinderschlösser schrecken ab!

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http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=66&dir=201104&e=20110413_v&a=event

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