• 12.04.2011, 20:10:08
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Kärntner Tageszeitung - Kommentar von Michaela Geistler-Quendler: Staubsauger-Rhetorik statt Verantwortung

Klagenfurt (OTS) - In den vergangenen Tagen war sie für diverse
ministerielle oder ÖVP-Weihen im Gespräch: Innenressortchefin Maria
Fekter. Dass sie sich selbst disqualifiziert, scheint in diesen
Planspielen unwichtig zu sein. Jüngstes Beispiel: Als Italien
Touristen-Visa an nordafrikanische Flüchtlinge vergibt, meint Fekter:
"Das hat eigentlich einen enormen Staubsaugereffekt auf alle
Migranten, die nach Italien gelangen. Italien putzt sich ab." Die
Metaphorik ist eindeutig: Mit dem Haushaltsgerät "putzt" man
herkömmlicherweise Schmutz fort. Der Aufschrei bleibt aus. Hier ist
die Rede von Menschen, von Schicksalen, mit denen niemand so verbal
verfahren darf - schon gar nicht ein Regierungsmitglied. Solche
Rhetorik bereitet immer auch den faktischen Umgang mit Flüchtlingen
vor: Sie werden zu einer "Last" gestempelt, die es loszuwerden gilt.
In Wahrheit geht es um eine humanitäre Verantwortung, die Europa
gemeinsam wahrnehmen muss. Sonst stellt sich die Frage, ob die EU
sich nur als Finanzausgleichsinstrument versteht.

Rückfragehinweis:
Neue Kärntner Tageszeitung, Viktringer Ring 28, 9020 Klagenfurt, Mag. Michaela Geistler-Quendler, Tel.: 0463/5866-514, E-Mail: [email protected]

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