Kärntner Tageszeitung - Kommentar von Michaela Geistler-Quendler: Staubsauger-Rhetorik statt Verantwortung

Klagenfurt (OTS) - In den vergangenen Tagen war sie für diverse ministerielle oder ÖVP-Weihen im Gespräch: Innenressortchefin Maria Fekter. Dass sie sich selbst disqualifiziert, scheint in diesen Planspielen unwichtig zu sein. Jüngstes Beispiel: Als Italien Touristen-Visa an nordafrikanische Flüchtlinge vergibt, meint Fekter:
"Das hat eigentlich einen enormen Staubsaugereffekt auf alle Migranten, die nach Italien gelangen. Italien putzt sich ab." Die Metaphorik ist eindeutig: Mit dem Haushaltsgerät "putzt" man herkömmlicherweise Schmutz fort. Der Aufschrei bleibt aus. Hier ist die Rede von Menschen, von Schicksalen, mit denen niemand so verbal verfahren darf - schon gar nicht ein Regierungsmitglied. Solche Rhetorik bereitet immer auch den faktischen Umgang mit Flüchtlingen vor: Sie werden zu einer "Last" gestempelt, die es loszuwerden gilt. In Wahrheit geht es um eine humanitäre Verantwortung, die Europa gemeinsam wahrnehmen muss. Sonst stellt sich die Frage, ob die EU sich nur als Finanzausgleichsinstrument versteht.

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