Falter: ÖVP-Abgeordneter kassierte Geld von Glücksspielkonzern

Steirischer Glücksspielverhandler Wolfgang Kasic hat in Privatzeitung 45 ganzseitige "Admiral Sportwetten"-Inserate gedruckt.

Wien (OTS) - In ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe enthüllt die Wiener Wochenzeitung Falter einen neuen Fall von mutmaßlicher verdeckter Politikfinanzierung. Der steirische ÖVP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Kasic, seit Jahren Leiter des Glücksspiel-Unterausschusses im Landtag und überdies in der steirischen Wirtschaftskammer Obmann jener Fachgruppe, zu der auch die Automatenwirtschaft zählt, druckt in der von ihm herausgegebenen Gratiszeitung "BezirksRevue" regelmäßig ganzseitige Inserate der Novomatic-Tochter "Admiral Sportwetten". Seit August 2007 ist in jeder Ausgabe ohne Ausnahme je eine Anzeige erschienen. Insgesamt waren es bereits 45 Inserate, davon 35 auf der teureren letzten Seite. Laut Homepage kostet eine Seite netto mindestens 1320 Euro, mitsamt Aufschlägen kämen alle zusammen auf bislang 78.000 Euro. Novomatic und Kasic wollen sich zum Gesamtpreis nicht äußern und verweisen auf die Anzeigentarife laut Homepage.

Wurde hier Einfluss auf die Politik erkauft? Kasic erklärt, er wisse nur, dass eine "Wettcafé GesmbH" in seiner Zeitung schalte. Von Admiral wisse er nichts. Eine Unvereinbarkeit sieht er nicht: "Die BezirksRevue ist eine Privatzeitung, die keine öffentlichen Mittel hat." Als Abgeordneter agiere er trotzdem völlig unabhängig. "Ich lasse mich nicht kaufen, auch nicht durch Inserate. Dagegen verwehre ich mich massiv." Auch die Novomatic weist die Vorwürfe verdeckter Politikfinanzierung zurück.

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