• 12.04.2011, 12:33:00
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Falter: Mutmaßlicher "Anführer einer Todesschwadron" lebt als Flüchtling in österreichischem Dorf

UN-Sonderermittler sucht Ex-Polizeichef von Guatemala. Österreich gewährte ihm Asyl

Wien (OTS) - Wie die Wiener Wochenzeitung Falter in ihrer morgen
Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, lebt der wegen zehnfachen
Mordes gesuchte ehemalige Polizeichef von Guatemala, Javier Figueroa,
als Flüchtling in Oberösterreich. Der Falter spürte den von einer
UN-Sonderkommission gesuchten Mann in seinem Dorf auf. Er wird dort
von Polizisten beschützt.

Eigentlich würde man den Mann aber in U-Haft vermuten. Figueroa
soll nämlich unter der Aufsicht des ehemaligen guatemaltekischen
Innenminister Carlos Vielman zehn Häftlinge in einem Gefängnis in
Guatemala erschossen haben. Vielman sitzt wegen dieser Vorwürfe in
Spanien in Auslieferungshaft.

Figueroa hingegen lebt in Freiheit in Österreich. Er flüchtete
2007 über Passau nach Thalham, wo er im April 2008 Asyl erhielt,
obwohl den Behörden die Mordvorwürfe laut Polizeibericht bekannt
waren. Der Bundesverfassungsschutz vermerkt, dass Figueroa in
Oberösterreich als Wirt arbeitete und als gewalttätig gilt. Er soll,
so das BVT, 'Anführer einer Todesschwadron' sein.

Ein Sprecher der zuständigen Rieder Staatsanwaltschaft verweigert
zu dem Fall jede Stellungnahme, da die Causa 'politische
Implikationen' habe. Guatemala verlangt die Auslieferung Figueroas.
Der Beschuldigte weist im Interview mit dem Falter alle Vorwürfe von
sich. Er sei ein Opfer der organisierten Kriminalität in seinem Land.

Rückfragehinweis:
Dr. Florian Klenk
Stv. Chefredakteur Falter.
Marc-Aurelstrasse 9, A-1011 Wien
Tel: +43 676 4061106

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