- 12.04.2011, 09:22:33
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ÖAMTC-Autobahntankstellen-Test: Österreich ist unrühmlicher Europasieger bei Preisunterschieden,(+Foto,Grafik,Video), Teil 2
Clubforderungen an europäische Betreiber: Preise runter, Hygiene hinauf
Wien (OTS) - Meistens ist es Schicksal, bei welcher Tankstelle man
als Autofahrer landet. "Besonders in Österreich sollte man beim
Tanken aber nichts dem Zufall überlassen", sagt ÖAMTC-Verkehrsexperte
Willy Matzke. Denn hierzulande gibt es europaweit die größten
Preisunterschiede zwischen Autobahntankstellen und anderen
Tankstellen - bis zu zehn Euro kostet eine Tankfüllung weniger, wenn
man die Autobahn zum Tanken verlässt. Auf Platz zwei und drei der
Raubritter an den Autobahnen liegen die Schweiz und Frankreich. Das
zeigt der EuroTest, den der ÖAMTC durchgeführt hat.
In Slowenien gibt es eine staatlich geregelte Preisobergrenze -
und an allen Tankstellen die gleichen - höchstmöglichen - Preise. In
Kroatien, wo es ebenfalls eine Obergrenze gibt, schlagen die Preise
trotzdem nach oben und unten aus. In Tschechien bietet sich kein
einheitliches Bild, die Preise sind sehr variabel. Wer Preise
vergleichen will, sollte über entsprechende Informationen verfügen.
Wie sich im ÖAMTC-Test zeigte, erhält man diese sachdienlichen Infos
in der Regel auf der Autobahn nicht. Wünschenswert wären Hinweise auf
Marke, Spritsorten und -preise sowie die Entfernung bis zu den
nächsten Tankmöglichkeiten. "Gut ein Drittel der Testobjekte fiel in
dieser Kategorie durch", sagt der ÖAMTC-Experte. In Österreich führt
die Desinformation beispielsweise zu dem Ergebnis, dass man in
Ansfelden, Pöchlarn oder Oed nur ein kleines Stück neben der Autobahn
wesentlich billiger tanken könnte - man es weiß aber nicht.
Aber auch abseits der Zapfsäulen warten auf die Kraftfahrer an den
Tankstellen teure Überraschungen. So wurden in den Niederlanden für
Reifenluft 50 Cent verlangt. "Kein Wunder, dass dort fast 70 Prozent
mit falschem Reifendruck unterwegs sind", merkt Matzke an. Auf vier
der deutschen Tankstellen im Test wurden automatisch 70 Cent an
Toilettengebühr eingehoben, von denen man sich nur 50 Cent beim
Einkauf im Shop zurückholen konnte. "Ähnliche Bestrebungen in
Österreich wurden von der ASFINAG auf Drängen der
ÖAMTC-Konsumentenschützer vorerst einmal abgestellt", sagt Willy
Matzke und fügt hinzu: "Ein 'Klobolus' ist außerdem noch keine
Garantie für adäquate Sauberkeit."
Preisvergleiche in den Tankstellenshops
Die Tester ermittelten für ihren Vergleich die Preise für 0,5
Liter Cola, die gleiche Menge stilles Wasser, eine Tasse Cappuccino,
einen definierten Schokoriegel und eine Warnweste für Erwachsene. Das
Ergebnis setzte selbst die abgebrühtesten Tester in Erstaunen. Eine
Warnweste ist im französischen Beaune-Merceuil für 2,10 Euro
erhältlich, am Gotthard in der Schweiz für 18,36 Euro. Und während
ein Cappuccino in Golling/Österreich 3 Euro kostet, legt man in Vrata
Jadrana/Kroatien dafür nur 0,54 Euro ab. Stille Wasser sind tief:
Beim Testsieger Kozlov Cerná Studánka/Tschechien kostet eine Flasche
rund 0,49 Euro, an Schweizer Tankstellen 2,21 Euro. Den Schokoriegel
gibt es in Brno-Stary Lískovec/Tschechien um 0,53 Euro, in L'Emporda
West/Spanien und Nure Sud/Italien um jeweils 1,60 Euro. Und mit der
Flasche Cola rinnen in Vrata Jadrana/Kroatien 0,95 Euro die Kehle
hinunter, in La Ribera/Spanien 2,65 Euro.
ÖAMTC fordert: Preise runter, Hygiene hinauf
"Es ist teilweise sehr schlimm, was Kraftfahrern auf Tankstellen
zugemutet wird", fasst ÖAMTC-Experte Matzke das Gesehene zusammen.
"An allen Tankstellen in Europa gibt es Verbesserungsbedarf, an sehr
vielen davon einen sehr großen." Um die Situation für die Kraftfahrer
zu verbessern, fordert der ÖAMTC folgendes:
* Hinweisschilder an der Autobahn aufrüsten und Kraftstoffsorten,
-preise sowie die Entfernung zu den nächsten Tankstellen angeben
* Preise im Shop verbraucherfreundlich gestalten und dabei nicht zu
sehr vom lokalen Niveau in Gastronomie und Einzelhandel abweichen
* Gebühren für Toiletten bei Einkauf im Shop voll erstatten.
Serviceeinrichtungen wie zum Beispiel Luftdruckprüfer kostenlos
anbieten
* Europaweit einheitliches, kostengünstiges und einfaches System
einführen, mit dem insbesondere gehbehinderte Autofahrer einen
Tankwart anfordern können, am besten mit Funkrufsystemen wie DRS
(Dienst-Ruf-System) oder Handi-BIP (Tamoil). Auch einfache Lösungen
suchen wie zum Beispiel Aufkleber auf den Zapfsäulen mit der
Telefonnummer der Tankstelle, um per Handy Personal herbeirufen zu
können
* Behinderten-Toiletten auch für Rollstuhlfahrer bedarfsgerecht
einrichten mit genügend Platz auf beiden Seiten der Toiletten sowie
Klappgriffen und mit europaweit einheitlicher Schließanlage für
Euroschlüssel ausstatten
* Hygiene in den Sanitäranlagen gemäß grundsätzlicher Hygieneregeln
verbessern durch
** unterschiedliche Putzlappen für unterschiedliche Flächen, weil
anderenfalls Keime nicht entfernt, sondern lediglich verteilt werden
** Wischen und Reinigen von Hand, weil der bloße Sprayeinsatz von
Desinfektionsmitteln zu einer Resistenz der Bakterien führen kann
** vermehrte Reinigung an besucherstarken Tagen
** Bereitstellung von Einmal-Toilettenabdeckungen für die Besucher
** regelmäßige Schulung des Reinigungspersonals
Aviso an die Redaktionen:
Sendefähiges Videomaterial zu dieser Aussendung ist bei der
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit unter T (01) 711 99 1218 erhältlich.
Fotos und eine Grafik zu dieser Aussendung sind unter
www.oeamtc.at/presse abrufbar. Umfassende Informationen zu diesem und
allen anderen ÖAMTC-Tests findet man unter www.oeamtc.at/tests.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Eva Käßmayer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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