- 08.04.2011, 09:16:00
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Leitner: "Die Arbeitsmarktpolitik ist gefordert wie seit Jahrzehnten nicht mehr"
SPÖ NÖ setzt Zukunftsdiskussion zu wichtigen Themen fort
St. Pölten (OTS) - "Niederösterreich steht vor großen politischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen", so
SPNÖ-Vorsitzender LHStv. Dr. Sepp Leitner und der Präsident des
GemeindevertreterInnenverbands NÖ, LAbg. Bgm. Rupert Dworak,
anlässlich der gestrigen Auftaktveranstaltung der Arbeitsgruppe
Arbeitswelt in Ternitz vor mehr als 90 Gästen. Leitner: "Sich diesen
Herausforderungen zu stellen ist zentrale Aufgabe
verantwortungsvoller Politik. Die SPÖ NÖ sieht es als ihre Aufgabe,
sich auf kommende Entwicklungen vorzubereiten und auf die Zukunft
ausgerichtete Weichen für eine faire und gerechte Gesellschaft zu
stellen. Das bedeutet, sich der neuen Aufgaben bewusst zu sein, neue
Antworten zu wagen und neue Allianzen einzugehen."
Dworak sieht in diesem Zusammenhang auch die Städte und Gemeinden als
größte Investoren des Landes gefordert, obwohl diese "derzeit von der
Landes- und Bundespolitik doch sehr im Stich gelassen werden. Dworak:
"Die Finanzsituation der Städte und Gemeinden hat sich dramatisch
zugespitzt. Die Mehrheit der Niederösterreichischen Gemeinden steht
mit ihrer finanziellen Manövriermasse mit dem Rücken zur Wand. Massiv
gestiegene Kosten und gestiegene Landesumlagen gefährden nicht nur
die Aufrechterhaltung der gemeindespezifischen Tätigkeiten und
Aufgaben, sondern auch die Investitionstätigkeit der Gemeinden. Der
'Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsmotor NÖ Gemeinden muss aber unbedingt
,am Laufen gehalten werden'. Den nur dann können wir Aufträge
vergeben, nur dann können wir Arbeitsplätze sichern. Unsere Gemeinden
haben Dutzende fertige Projekte in den Schubladen, was fehlt ist
allein noch die Finanzierung bzw. die Unterstützung für die Gemeinden
bei derartigen teils großen Investitionen. Deshalb ist die Forderung
der SPNÖ mehr als berechtigt. Das Land Niederösterreich soll mit
einem mit 500 Millionen Euro dotierten Zukunftsfonds aus den
spekulativ veranlagten NÖ Wohnbauförderungsgeldern endlich den
Gemeinden Mittel für dringend notwendige Investitionen vorschießen",
so Dworak.
Für den Freizeit- und Tourismusforscher Prof. Mag. Peter Zellman
befindet sich unsere Gesellschaft in einem tiefgreifenden Umbruch.
"Die Lebensstile haben sich grundlegend geändert. Arbeit und Freizeit
prägen gleichermaßen die subjektiv empfundene Lebensqualität der
Menschen. Dieser Wertewandel hat selbstverständlich Auswirkungen auf
die Arbeitswelt. Vor allem das Bildungssystem und die Ausbildungen
müssen endlich auf die neuen Voraussetzungen reagieren. Die
Dienstleistungsgesellschaft verlangt nach teilweise gänzlich anderen
Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Aber auch Struktur und
Organisation der Berufswelt stehen vor ungeheuren Herausforderungen.
Die Anpassungen müssen rechtzeitig vorgenommen werden. Das einzig
Verlässliche ist der Wandel. Die Arbeitsmarktpolitik ist gefordert
wie seit Jahrzehnten nicht mehr", so Prof. Mag. Zellmann.
"Steigende Qualitätsanforderungen am Arbeitsplatz verlangen von den
Beschäftigten viel ab. Die internationale Konkurrenz und die
Produktionsfaktoren Information und Wissen haben unsere Arbeitswelt
grundlegend verändert. Auch der Umstand, dass wir länger produktiv
und kreativ arbeiten müssen, hat einen gesellschaftlichen Wandel
eingeleitet. Daher brauchen wir Innovationen für den Standort Europa
damit wir auch weiterhin attraktiv bleiben. Der hohe Sozialstandard
sollte auch weiterhin gewährleistet sein", so der Landgeschäftsführer
des AMS NÖ, Mag. Karl Fakler.
"Daher ist es unabdingbar, dass wir in Niederösterreich unsere
Zukunftsdiskussion fortsetzen, die auf allen Ebenen und Bereichen
geführt wird um gemeinsam Lösungsvorschläge zu entwickeln um
Niederösterreich krisenfest zu machen. Wir befinden uns auf dem Weg
zu einem Dienstleistungszeitalter, daher sind Reformen im
Bildungsbereich dringend notwendig. Bildungspolitik ist
Sozialpolitik, im Volksschulalter wird über den zukünftigen
beruflichen Werdegang entschieden. Daher ist es die Aufgabe der
Politik Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch sozial verträglich
sind und Chancengerechtigkeit schaffen", so Leitner abschließend.
(Schluss) df/fa
Rückfragehinweis:
SPÖ-Niederösterreich Mag. Friedrich Dechant Medienservice Tel.: 02742/2255/126 mailto:[email protected] www.noe.spoe.at
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