Zoo-Experte: Eisbär Knut könnte Opfer eines Killer-Virus sein

Salzburg (OTS) - Nach Eisbär Knut ist nun mit der sechsjährigen Elefantenkuh Shaina Pali innerhalb kürzester Zeit bereits ein zweites Tier plötzlich und völlig unerwartet im Zoo Berlin verstorben. Der mit dem Österreichischen Tierschutzverein kooperierende deutsche Zoo-Experte Frank Albrecht hat intensiv recherchiert und vertritt die Auffassung, dass Knut mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem gefährlichen Killer-Virus verstorben ist: am noch weitgehend unerforschten Equine-Herpes-Virus Typ 9 (EHV-9). Diesem Pferde-Herpes-Virus Typ 9 sei erstmals 2007 eine zwölfjährige Eisbärin im amerikanischen Zoo San Diego zum Opfer gefallen. Der für Pferde eher harmlose Herpes-Virus kann bei artuntypischen Wirten zum plötzlichen Tod führen.

"Alle Krankheitsbilder wie Muskelzucken, Speichelfluss und Kreislaufen, die die Eisbärin im Zoo von San Diego kurz vor ihrem Tod zeigte, sind mit denen von Knut identisch. Auch dass dieser Virus zu großen und irreparablen Schäden im Rückenmark und im Gehirn führt, trifft auf Knuts Befund zu. Und dass in so kurzer Zeit ein weiteres Tier plötzlich und unerwartet, trotz Impfungen, an Herpes verstirbt, ist für mich mehr als außergewöhnlich", erklärt Frank Albrecht.

Konsequenterweise müssten angesichts des aktuellen Vorfalles und trotz Ungewissheit über Knuts Tod die Hygienemaßnahmen nach diesem Virus hin angepasst werden, um den restlichen Tierbestand, die Tierpfleger und auch die Besucher ausreichend vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, fordern Frank Albrecht und der Österreichische Tierschutzverein.

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Peter Gamsjäger
Pressesprecher
Österreichischer Tierschutzverein
Tel.: 0662 / 84 32 55-20

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