Falter: Justiz verzichtete auf Kontenöffnung bei Eurofighter-Lobbyisten

"Grundrechtseingriff bei den Rumpolds" trotz dubioser Millionenhonoraren laut Staatsanwaltschaft "nicht zu rechtfertigen".

Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe neue brisante Details rund um die eingestellten Ermittlungen in der Causa Eurofighter.

Wie Recherchen des Falter ergaben, wurden nicht einmal die Konten des ehemaligen FPÖ-Bundesgeschäftsführers und nunmehrigen EADS-Lobbyisten Gernot Rumpold geöffnet, obwohl dieser im Verdacht stand, Teile des Honorars an politische Entscheidungsträger weiter gereicht zu haben. Auch die Konten von Airchief Erich Wolf wurden nicht überprüft, obwohl seine Frau von einem EADS Lobbyisten rund 86.000 Euro "Darlehen" erhalten hatte, das der Lobbyist allerdings als "Anzahlung" verbuchte.

Die Zurückhaltung der Justiz, so kritisieren Korruptionsermittler, sei ungewöhnlich, da Rumpolds Agentur "100% Communications" mehr als sechs Millionen Euro Honorar vom Rüstungskonzern kassierte und die Rechnungen nach Meinung von PR-Profis weit überhöht waren. So wurden laut Falter 114.000 Euro allein für die Organisation von "Minister/ Herausgebergesprächen" verrechnet, sowie rund 96.000 Euro für die Abhaltung einer Pressekonferenz.

Der zuständige Staatsanwalt stellte nicht einmal einen entsprechenden Antrag auf Kontenöffnung beim Untersuchungsrichter, ehe er den Fall einstellte. Der Grund für die Zurückhaltung laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Thomas Vecsey: "Es gab keine ausreichende Verdachtslage, die so einen Grundrechtseingriff bei den Rumpolds gerechtfertigt hätte". Der Einstellungsbeschluss in der Causa Eurofighter wird vom Justizministerium trotz angekündigter "Transparenzoffensive" nicht veröffentlicht.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Florian Klenk
Stv. Chefredakteur Falter
Marc Aurelstraße 9, 1011 Wien
Tel: 01/53660-924

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FAT0001