ARBÖ: Einführung von E10 verschieben, bis die wichtigsten Fragen geklärt sind

Zu teuer, Umweltnutzen fragwürdig und manche Autos vertragen E10 nicht

Wien (OTS) - Der ARBÖ fordert den Umweltminister auf, die für Oktober nächsten Jahres geplante Einführung der Spritsorte E10 zu verschieben. "Zuviel Fragen sind noch ungeklärt. Niemand weiß genau, welche Autos diese Spritsorte mit einem höheren Anteil von Ethanol nicht vertragen. Die Autofahrerinnen und Autofahrer sind aufgrund bisheriger Erfahrungen mit Biodiesel verunsichert. Ein Chaos wie in Deutschland darf es in Österreich nicht geben", fordert der ARBÖ. E10 darf auch nicht zur nächsten Kostenfalle werden, die die Autofahrerinnen und Autofahrer mit insgesamt 60 Mio. Mehrkosten belastet, warnt der ARBÖ.

"Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Autofahrerinnen und Autofahrer verunsichert sind, wenn - wie in Deutschland - die Informationen über Verträglichkeit und Nicht-Verträglichkeit von Autos widersprüchlich sind und die Autofahrerinnen und Autofahrer im Zweifelsfall zu den viel teureren Benzinsorten greifen. Die Erfahrungen mit dem Biodiesel tragen ebenfalls dazu bei, die Konsumenten zu verunsichern. Trotz gegenteiliger Versicherungen durch die Hersteller gibt es auch in Österreich Autos, die eine Beimischung von knapp 7 Prozent zu Diesel offensichtlich nicht vertragen", betont der ARBÖ, dem entsprechende Beispielsfälle vorliegen.

Bei E10 ist fraglich, ob der damit einhergehende Austausch von fossilen Treibstoffen durch Pflanzen tatsächlich die erhofften Einsparungen an CO2 bringt. "Solange nicht in Europa die notwendigen Voraussetzungen für eine Zertifizierung aufgebaut sind, durch die eine nachhaltige Umweltverbesserung durch biogene Treibstoffe gewährleistet ist, soll Österreich E10 nicht einführen", fordert der ARBÖ. Da Treibstoffe ja auch importiert werden, reicht es nicht aus, nur das im Inland gewonnene Ethanol auf Nachhaltigkeit zu zertifizieren.

E10 darf auch nicht zur Kostenfalle werden, warnt der ARBÖ. Momentan sind die Gestehungskosten durch die hohen Getreidepreise sogar höher als für fossiles Benzin. Wenn die Politik will, dass die Autofahrer massenweise auf E10 umsteigen, muss dieses Produkt günstiger angeboten werden, als herkömmlicher Sprit. Sonst steigt ja niemand um. Der ARBÖ fordert in diesem Zusammenhang eine Steuersenkung. "Wenn nicht mehr 100 Prozent Mineralöl drinnen ist, sondern nur 90 Prozent, muss sich auch die Mineralölsteuer danach richten und um fünf Cent gesenkt werden.

Problematisch ist für den ARBÖ das ethische Problem, das zwangsläufig entsteht, wenn Getreide in den Tank kommt, statt auf den Teller. "Diese Frage wird sich selbst dann stellen, wenn es genug Getreide gibt. Über den Preis kann die Verspritung von Getreide dazu führen, dass Brot für Menschen zu teuer wird", so der ARBÖ. Die erhofften Biokraftstoffe der zweiten Generation, bei der nicht nur die Frucht, sondern die gesamte Pflanze verwendet wird, ist weit und breit nicht in Sicht".

Österreich hat bei den biogenen Kraftstoffen überhaupt keinen Grund zur Eile, denn das von der EU vorgegebene Ziel, dass 5,75 Prozent der Kraftstoffe biogen sein müssen (gemessen am Energiegehalt), hat Österreich ja ohnehin bereits im Jahr 2009 übererfüllt, indem Benzin bereits knapp fünf Prozent Ethanol und Diesel knapp sieben Prozent Biodiesel aus Raps zugemischt wurden. Beim Anteil biogener Treibstoffe spielt Österreich in der EU also schon jetzt eine Vorreiterrolle.

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