THE GLOBAL PLAYER: Feste. Krone. 111 Jahre Unfrieden?

Gute Mädchen kommen in den Himmel. Gutere kommen nirgends hin

Wien (OTS) - In dem vergangenen Jahrhundert, seit dem Bestehen der Kronen Zeitung, hat diese Tageszeitung Entscheidendes zum Negativ-Ruf der Massenmedien beigetragen. Immer wieder musste sich die Kronen Zeitung den Vorwurf der diskriminierenden und undifferenzierten Hetzpresse gefallen lassen, nicht selten vor Gericht (Jüngster Anlass: Eine Anzeige von Offiziersgesellschaft und Milizverband wegen der indirekten Aufforderung zum Gesetzesbruch).

Obligatorisch waren AusländerInnen, grundsätzlich AfrikanerInnen, Opfer des "kronischen Rassismus" (René Rusch). Die Zeitung scheute nach Nationalsozialismus, Gaskammern, Aufoktroyierter Afrikanischer Apokalypse, Rechtsradikalen Bombenangriffen, muslimischen Terrorakten, Kinderdramen auf den Straßen Osteuropas nie davor zurück die Gesellschaft in Gut und Böse zu spalten, in dem sie weiter Öl ins Feuer goss, und Unfrieden im Land und in den Lungen und Herzen der Bevölkerung säte.

Auch der Chefredakteur des Global Player (früher: Die Bunte Zeitung) geriet vor rund 10 Jahren einmal in ihrem Visier, als er die Mahnwache für Markus Omofuma - dem jungen Mann mit dem dunklem Blick - vor dem österreichischen Parlament, absolvierte. Der Artikel enthielt, jedes nur denkbar rassistische Stereotyp gegen AfrikanerInnen (Zeitungsartikel war im ausgelagerten Krone-Archiv der APA für TGP nicht mehr auffindbar.) "Die Krone" verbreitete damals Lügen über Dr. Di-Tutu Bukasa, den Kollegen wie Kritiker als "Fundamentalisten gegen jedwede Rauschmittel" (Sintayahu Tsehay, Gesellschaft für bedrohte Völker, TGP) bekannt ist, indem sie ein Bild, auf dem Dr. Bukasa abgebildet war, in gröbst diffamierender Weise betitelten, nämlich dass diese Afrikaner es selbst auf einer friedlichen Demonstration nicht unterlassen können, Drogen anzubieten (frei wiedergegeben).

Ob harmloser Fehler oder bewusste Diffamierung, in Wahrheit hatte er nämlich teuer selbstfinanzierte Flugblätter angeboten, die Angelegenheit wurde damals nicht vor Gericht ausgetragen, weil die Familie Bukasa entschied, dass der übermächtigen Krone mit juristischen Mitteln nicht beizukommen ist.

Stein des heutigen Anstoßes ist ein Artikel der "Krone" vom 31.3.2011 "Wirbel um Wiener Migrantenmagazin. Gutgläubigen Käufern Altpapier angedreht? ", der alle gesellschaftlichen Emanzipationszeichen der Weiblichkeit indirekt als Nicht existent herabwürdigt. Diese selbsternannten HeldInnen von Heute vermögen es auch heute, im Jahre 2011, nach 100 Jahren Frauenkämpfen, nicht, Frauen in ihrer journalistischen Berichterstattung die gebührende Existenzberechtigung zuzugestehen. Wir lasen von Migranten - keinen Migrantinnen, oder Migrant/innen oder MigrantInnen, von "gutgläubigen Käufern", etc.pp. Wieder stand Dr. Bukasa (Chefredakteur TGP) im Zentrum des journalistischen Auges der "Krone", nicht aber seine einzige Mitarbeiterin und Tochter Madge Gill. Der Artikel war an Frauenfeindlichkeit nicht zu überbieten, weil Frauen in der journalistischen Wahrnehmung der Kronen Zeitung gar nicht vorhanden sind!

Lektionen zur Diskriminierung sollen am Beispiel des Faschismus gegen hässliche Menschen illustriert werden: Der ehemalige Journalist und jetzige Musiker und Entertainer Marilyn Manson, der in diesen Tagen in Österreich als "Popgöre" einen "goldenen Ferrari" bekommen hat, prägte den Begriff des Schönheitsfaschismus, der die Gewalt gegen unattraktive Menschen legitimiert. Gleiches tat der Faschismus Juden und Intellektuellen an, um mit den Beispielen in der Heimat zu bleiben...

Die öffentliche Diskriminierung gegen die Bevölkerungsgruppe "Frau" schlägt sich ebenfalls in den Gewaltakten gegen sie nieder. Bei Diskriminierung einer Bevölkerungsgruppe ist der Schritt zur persönlichen Diskriminierung gegenüber Mitgliedern aus dieser Gruppe als solcher schwer wahrnehmbar, weil die schlechte Behandlung keine mehr ist. Es ist zu hoffen, dass in einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft, Frauen, und freie Frauen beschützt werden, und nicht durch das Schicksal des Todschweigens der Gefahr der öffentlichen Wertlosigkeit preisgegeben werden.

Der am 27.3.2011 der Öffentlichkeit vorgestellte Journalistenkodex, sagt klar, dass jedwede Diskriminierungen, Verletzungen der Menschenwürde, sowie das Lächerlich machen und der Öffentlichkeit Preisgeben von Personen, sowie Sensationslust und persönliche Inszenierung untersagt sind, was durch diskriminierendes Todschweigen in Form einer schlechten Image-Bildung aber indirekt passiert (Oder sogar noch mehr, wir denken an Freuds "Hysterie-Begriff I".). Alle Journalisten (der Begriff wird jetzt geschlechtsneutral verwendet), tun gut daran diesen Kodex zur demokratischen Selbstkontrolle zu begreifen.

Es wäre denkbar diesem jüngst beschlossenen Codex folgendes hinzuzufügen:

  • Analyse der Folgen und des Widerhalls einer journalistischen Arbeit auf einer diversitären Ebene ist notwendig
  • Dem Absenz einer Erklärung der Menschenwürde ist entgegenzuwirken
  • Ignoranz gegenüber Erkenntnis/Wahrheit ist abzulehnen
  • Presse-Freiheit als Instrument der Wahrheit ist gewünscht
  • Die Berufsspähre schafft Potenz in der Privatssphäre, in diesem Sinne sollte die geschlechtsneutrale Schreibweise besser "Journalistinnen" lauten, und zwar als Wiedergutmachung und Aufwertung, und als Zeichen des Problem- und Opferbewusstseins
  • Eine vereinbarte Vertraulichkeit darf auch nicht entlang von gesellschaftlichen Spielregeln erfolgen (mit Verweis auf Poppers "Geschlossene Gesellschaft")
  • Die Garantie, dass die Ziele der journalistischen Tätigkeit nicht für persönliche Interessen missbraucht werden, ist die Transparenz dieser Ziele, so sie bewusst sind
  • Eine Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung kann mit den gegenwärtig gängigen Wirtschaftskonzepten für Medien nicht ernstzunehmend vereinbart werden. Eine genaue Prüfung und klare Analyse können aber Abhilfe schaffen
  • Eine Geschenkannahme ist zu differenzieren (die gleiche Problematik gibt es bei der Bettelei)
  • Die Untersuchung von Informationen "nach bestem Wissen und Gewissen" setzt den journalistischen Willen zur Wahrheit voraus
  • Fairness im Journalismus kann in einer globalisierten Welt nur auf einer diversitären Ebene erfolgen. Fairness nur gegenüber den TeilnehmerInnen gewisser Gruppen ist nicht das gewünschte journalistische Ideal.
  • Die Wahl der journalistischen Mittel zur Verhinderung von Verbrechen und Gewalt sind in jedem Falle höher zu stellen, als die neutrale Tatsachenbeschreibung.
  • Berichterstattungen sollen auf das Vorhandensein persönlicher Bereicherung auf globaler Ebene geprüft werden.
  • Der vorsätzlichen Darstellung eines falschen Sachverhalts mit anschließender Richtigstellung ist mit Mahnungen seitens des Österreichischen Medienrats, dessen Entscheidungen als demokratisch gewählte Instanz und Autorität der Berufsgruppe mit dem gebührenden Respekt zu berücksichtigen sind, zu begegnen.
  • Alle JournalistInnen verpflichten sich dem Schutz und der Sicherheit der Psyche.
  • Alle leitenden RedakteurInnen sollen die persönliche Selbstdarstellung in ihrer Leitungs- und Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit nicht scheuen.
  • Ehre und Ansehen des Berufes ergeben sich nach außen aus seiner Kritik- und Diskursfähigkeit. Ernsthafte Kritik und seriöser Diskurs sind vom Medienrat zu honorieren und zu begrüßen.

Da die "Krone" diese Lektionen nach 111-jährigem Bestehen immer noch nicht gelernt hat, ist ein Umdenkprozess notwendig. Sie selbst beschützt in ihrer journalistischen Blattlinie bestenfalls freizügige und nicht das angestrebte Ideal der freien Frauen.

Der subjektive Berichterstatter THE GLOBAL PLAYER gibt zu bedenken, dass es sowohl das Konstrukt des Patriarchats, aber auch des Matriarchat auf diesem Planeten bereits gab.

Der subjektive Berichterstatter THE GLOBAL PLAYER wünscht sich, in seinem Gesellschaftsauftrag, der die Harmonisierung und die Überwindung des Prekariats für Alle anstrebt, von der Kronen Zeitung eine Wiedergutmachung, erstens im Sinne einer beruflichen Solidarität als KollegInnen, indem sie Firmen die Unterstützung dieses Gesellschaftsprojektes durch die Möglichkeit der Inseratenschaltung im Magazin vorstellt (zur Verbesserung der TGP-Blattlinie). Zweitens im Sinne eines persönlichen Zeichens "Gegen Kriminalität als Folge von Armut", in dem sie selbst etwas von dem, was sie an 3 Millionen täglichen Krone-LeserInnen verdient in die Schulungen des KolporteurInnen-Netzes investiert (vorausgesetzt, sie können es sich leisten).

In Gedenken an alle Frauen und Männer aller Berufsgruppen weltweit - von Mutter Theresa bis zurück zu Patrice Lumumba - die ihre Werke in den Dienst der Freiheit stellten, sei Die Kronen Zeitung, als die meistgelesene Tageszeitung weltweit, gemessen an der EinwohnerInnenzahl, hiermit ermuntert, künftig die Genderschreibweise in ihren Berichten zu berücksichtigen.

Rückfragen & Kontakt:

Madge Gill Bukasa
THE GLOBAL PLAYER/optimiseafrica.com
Rotenlöwengasse 12/1, 1090 Wien
madge.bukasa@diebunte.at
Tel.: +431-9611029
(zurzeit keine Website)

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