Küng: "Beauftragter zum Befreiungsdienst" anstatt "Exorzist"

St. Pöltner Diözesanbischof erläutert kirchliche Vorgangsweise, wenn Menschen "durch Kräfte des Bösen existentielle Bedrängungen erfahren"

St. Pölten, 01.04.11 (KAP) Anstelle von "Exorzist" verwendet die Kirche in Österreich die Bezeichnung "Beauftragter im Befreiungsdienst", weil damit die Tätigkeit dieser Priester realistischer umschrieben wird. Das erläuterte Bischof Klaus Küng gegenüber der Tageszeitung "Standard" am Freitag. Vor dem Hintergrund des aktuellen Kinofilms "Das Ritual" sagte er, dass es solche Beauftragte in jeder Diözese geben soll. Dies sei derzeit in den Wien, St. Pölten und Linz der Fall. In der "Kathpress" vorliegenden schriftlichen Stellungnahme betonte Bischof Küng, dass für den Befreiungsdienst "ein kluger, erfahrener Priester" mit nüchterner Persönlichkeit ausgewählt wird. Solche Beauftragte würden oft feststellen, "dass gerade jene Menschen, die felsenfest überzeugt sind, besessen zu sein, häufig ganz andere Probleme haben."

Bischof Küng bedauerte in diesem Zusammenhang, dass "angeheizt von diversen Filmen" sehr viele "spektakuläre und oft falsche Vorstellungen" über den Befreiungsdienst umherschwirrten.

"Es ist tatsächlich so, dass das Böse existiert, dass Menschen -auch in Österreich - durch (personifizierte) Kräfte des Bösen zum Teil existentielle Bedrängungen erfahren, die nicht allesamt falsch interpretierte psychische Erkrankungen sind, sondern eben manchmal etwas anderes", hielt der Bischof und ausgebildete Mediziner grundsätzlich fest. In diesen Fällen sei es angeraten, "die Hilfe eines Beauftragten im Befreiungsdienst aufzusuchen, mit ihm zu unterscheiden und gegebenenfalls die nötigen Schritte zu setzen."

Mehr auf www.kathpress.at (ende) pwu/gpu/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001