Forderungen zur besseren Unterstützung pflegender Angehöriger

1 Jahr Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Derzeit beziehen 430.000 Menschen in Österreich Pflegegeld, rund 85 Prozent von ihnen werden überwiegend von ihren Angehörigen versorgt. "Pflegende Angehörige sind eine höchst heterogene Gruppe: betagte Menschen pflegen ihre Lebenspartner, Eltern versorgen ihre Kinder mit Behinderung, Kinder jeden Alters sorgen für ihre kranken oder alten Eltern. Sie alle brauchen unterschiedliche Unterstützungsangebote. EINE Anlaufstelle, wo Betroffene alle für sie wichtigen Informationen erhalten, wäre ein erster Schritt in diese Richtung", so Primaria Katharina Pils, Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes, Mitglied des Beirates der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger und Institutsvorstand für Physikalische Medizin am Wiener Sophienspital.

Die IG pflegender Angehöriger ist das Sprachrohr für Menschen, die ihre Eltern, Lebenspartner oder Kinder betreuen und setzt sich für die Verbesserung ihrer Lebenssituation ein.

"Pflegende Angehörige haben oft keinen einzigen Tag frei - kein Wochenende, keinen Urlaub. Wir fordern, dass jeder, der sich um einen kranken oder alten Menschen kümmert, einen freien Tag pro Monat bekommt", sagt Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger. "Die öffentliche Hand soll entsprechende Betreuungsangebote für einen Tag pro Monat gewährleisten."

Eine weitere Forderung ist die Einführung einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit. Wer einen Angehörigen pflegt, soll dies im Ausmaß von bis zu sechs Monaten mit adäquater finanzieller Unterstützung tun können.

Die Forderungen im Überblick:
- Einführung einer jährlichen indexbezogenen Valorisierung des Pflegegeldes
- Schaffung von flächendeckenden unabhängigen Beratungsstellen für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige
- Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger durch den Ausbau leistbarer Pflege- und Betreuungsangebote
- Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
- Anerkennung und Miteinbeziehung der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger als Interessenvertretung

"Wir wissen heute nicht einmal genau, wie viele Menschen in Österreich einen Angehörigen pflegen oder betreuen. Diese so genannte informelle Pflege ist daher in keiner der vorliegenden Prognosen zu den künftigen Kosten der Pflegebedürftigkeit adäquat berücksichtigt", gibt Prof. Ulrike Schneider, Leiterin des WU Forschungsinstituts für Altersökonomie, zu bedenken.

Die fünf Forderungen im Detail finden Sie auf www.ig-pflege.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Petra Griessner, Österreichisches Rotes Kreuz,
Presse- und Medienservice
Tel.: +43 1 589 00-357, Mobil: +43 664 823 48 87 petra.griessner@roteskreuz.at, www.roteskreuz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK0001