• 29.03.2011, 11:51:36
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Forderungen zur besseren Unterstützung pflegender Angehöriger

1 Jahr Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Derzeit beziehen 430.000 Menschen in
Österreich Pflegegeld, rund 85 Prozent von ihnen werden überwiegend
von ihren Angehörigen versorgt. "Pflegende Angehörige sind eine
höchst heterogene Gruppe: betagte Menschen pflegen ihre
Lebenspartner, Eltern versorgen ihre Kinder mit Behinderung, Kinder
jeden Alters sorgen für ihre kranken oder alten Eltern. Sie alle
brauchen unterschiedliche Unterstützungsangebote. EINE Anlaufstelle,
wo Betroffene alle für sie wichtigen Informationen erhalten, wäre ein
erster Schritt in diese Richtung", so Primaria Katharina Pils,
Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes, Mitglied des Beirates
der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger und
Institutsvorstand für Physikalische Medizin am Wiener Sophienspital.

Die IG pflegender Angehöriger ist das Sprachrohr für Menschen, die
ihre Eltern, Lebenspartner oder Kinder betreuen und setzt sich für
die Verbesserung ihrer Lebenssituation ein.

"Pflegende Angehörige haben oft keinen einzigen Tag frei - kein
Wochenende, keinen Urlaub. Wir fordern, dass jeder, der sich um einen
kranken oder alten Menschen kümmert, einen freien Tag pro Monat
bekommt", sagt Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der
Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger. "Die öffentliche Hand
soll entsprechende Betreuungsangebote für einen Tag pro Monat
gewährleisten."

Eine weitere Forderung ist die Einführung einer Pflegekarenz oder
Pflegeteilzeit. Wer einen Angehörigen pflegt, soll dies im Ausmaß von
bis zu sechs Monaten mit adäquater finanzieller Unterstützung tun
können.

Die Forderungen im Überblick:
- Einführung einer jährlichen indexbezogenen Valorisierung des
Pflegegeldes
- Schaffung von flächendeckenden unabhängigen Beratungsstellen für
pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige
- Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger durch den
Ausbau leistbarer Pflege- und Betreuungsangebote
- Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von
Pflege und Beruf
- Anerkennung und Miteinbeziehung der Interessengemeinschaft
pflegender Angehöriger als Interessenvertretung

"Wir wissen heute nicht einmal genau, wie viele Menschen in
Österreich einen Angehörigen pflegen oder betreuen. Diese so genannte
informelle Pflege ist daher in keiner der vorliegenden Prognosen zu
den künftigen Kosten der Pflegebedürftigkeit adäquat berücksichtigt",
gibt Prof. Ulrike Schneider, Leiterin des WU Forschungsinstituts für
Altersökonomie, zu bedenken.

Die fünf Forderungen im Detail finden Sie auf www.ig-pflege.at.

Rückfragehinweis:
Mag. Petra Griessner, Österreichisches Rotes Kreuz,
Presse- und Medienservice
Tel.: +43 1 589 00-357, Mobil: +43 664 823 48 87 mailto:[email protected], www.roteskreuz.at

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