• 27.03.2011, 14:15:30
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"Musik öffnet die Herzen zur Transzendenz"

Kardinal Schönborn segnete die neue Orgel im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins

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Wien (OTS) - Wien,27.03.11(PEW) Alle große Musik öffnet den
Menschen zur Transzendenz, sagte Kardinal Christoph Schönborn am
Samstagabend bei der Segnung der neuen Orgel im Goldenen Saal des
Wiener Musikvereins. Im Hinblick auf den Psalm 150, der bei der
Segnung die Schriftlesung bildete, erinnerte der Wiener Erzbischof
daran, dass Anton Bruckner diesen Psalm vertont hat, "nicht für den
Gottesdienst, sondern für diesen Konzertsaal". Manche könnten sich
fragen, ob geistliche Musik im Konzertsaal eine "Profanierung"
darstellt oder ob die kirchliche Segnung einer Konzertorgel eine
Vereinnahmung darstelle. Aber die Orgel im Goldenen Saal sei nicht
nur ein "prachtvolles Instrument", sie verbinde gleichsam
Spirituelles und Säkulares. In jedem Fall bedeute Musik eine "Oase
der Schönheit in einer zerbrechlichen Welt". Der Wiener Erzbischof
unterstrich die besondere Bedeutung des 26. März als eines
"Orgeltages" für Wien: Am Vormittag wurde die älteste Orgel Wiens,
die Wöckherl-Orgel in der Franziskanerkirche, neu geweiht, am Abend
wurde die jüngste Orgel der Bundeshauptstadt im Musikverein gesegnet.
An dem Festakt anlässlich der Fertigstellung der neuen Orgel im
Goldenen Saal nahmen mit Bundespräsident Heinz Fischer und dem
Apostolischen Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, an der
Spitze zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil.

Der Präsident der "Gesellschaft der Musikfreunde", Dietrich Karner,
sagte in seiner Begrüßung, im Goldenen Saal sei die Orgel wirklich
als "Königin der Instrumente" inthronisiert. Theophil Hansen, der
Architekt des Musikvereinsgebäudes, habe sie im "vielleicht schönsten
Konzertsaal der Welt" ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die
Segnung bringe zum Ausdruck, dass die Orgel auch als "Königin der
Instrumente" im Dienst eines noch Höheren steht - "wie dieses Höhere
zu benennen sei, mag jedem Einzelnen, aus der Sicht seines Credos,
überlassen sein".

Thomas Angyan, der Intendant der "Gesellschaft der Musikfreunde",
berichtete, wie ein Brief von Nikolaus Harnoncourt 1999 den Anstoß
für den Bau der neuen Orgel im Musikverein gab, der vierten in
chronologischer Reihenfolge. Die "Gesellschaft der Musikfreunde" habe
sich in der Folge an ein Komitee von fünf führenden Organisten
gewandt (die am Samstagabend alle anwesend waren und in Aktion
traten): Dame Gillian Weir (Großbritannien), Olivier Latry
(Frankreich), Ludger Lohmann (Deutschland), Martin Haselböck und
Peter Planyavsky (Österreich). Die Wahl des Orgelkomitees fiel auf
die Firma "Rieger"-Orgelbau aus Schwarzach in Vorarlberg. Die
weltberühmte Orgelbau-Firma - die bis 1945 ihren Sitz in
Jägerndorf/Krnov im einstigen Österreichisch-Schlesien hatte - war
bereits 1907 für den Bau der zweiten Musikvereins-Orgel in
chronologischer Reihenfolge zuständig gewesen. (forts mgl)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]

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