KURIER: Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel über Strasser, Grasser und seinen Rückzug aus der Politik

"Es kann durchaus sein, dass mein Vertrauen missbraucht wurde" - Schüssel kandidiert nach den nächsten Wahlen "sicher nicht mehr"

Wien (OTS) - In einem Interview für den KURIER (Sonntag-Ausgabe) nimmt der ehemalige Bundeskanzler, Wolfgang Schüssel, zur Lobbyisten-Affäre rund um den Europaabgeordneten und ehemaligen Innenminister der schwarz-blauen Koalition, Ernst Strasser, Stellung. Strasser war zwei Undercover-Reportern der britischen "Sunday Times" ins Netz gegangen, denen er zusagte, für 100.000 Euro pro Jahr Anträge im EU-Parlament einzubringen. Er habe sich "sehr gewundert", sagt Schüssel, dieser Bestechungsversuch sei bitter und werfe ein furchtbares Bild auf das Europaparlament, auf die Politik im allgemeinen und auch auf Österreich. Schüssel betont, dass Ernst Strasser auf Empfehlung von Erwin Pröll in die Regierung gekommen und damals für sein Team "ein absoluter Gewinn" gewesen sei. Angesprochen auf die Buwog-Affäre rund um Karl-Heinz Grasser, den Finanzminister seines Kabinetts, meint Schüssel: "Es kann durchaus sein, dass mein Vertrauen missbraucht wurde. Wenn dem so wäre, so würde mich das wirklich treffen." Er verstehe bis heute nicht, warum ein Unternehmen "irgend einem obskuren Burschen Millionenhonorare für irgendwelche Beratungen zahlt". Das könne man aber nicht der Regierung vorwerfen. Der Ex-Kanzler verteidigt in dem Interview auch seine Tätigkeit für den deutschen Strom-Konzern RWE. Er sei kein Atomlobbyist, sondern ein unabhängiger Aufsichtsrat. Dass die schreckliche japanische Tragödie für eine österreichische Schlammschlacht benutzt werde, halte er für befremdlich. Wolfgang Schüssel kündigt in dem Interview auch seinen Rückzug aus der Politik an. Nach den nächsten Wahlen - spätestens im Jahr 2013 - will Wolfgang Schüssel "sicher nicht mehr kandidieren."

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