Moral. Ein Wort, drei Interpretationen (von Daniela Gross)

Ausgabe 26. März 2011

Klagenfurt (OTS) - Moral - Version 1: Manfred Stromberger muss als FPK-Bauernopfer herhalten. Sein Posten muss fallen, um die restliche verbleibende Spur des Anstandes im System Politik krampfhaft aufrechtzuerhalten. Moral - Version 2: Stefan Petzner bedauert sein Fahren ohne Führerschein, es sei ein medizinischer Notfall gewesen und er habe halt keinen Chauffeur. In Kärnten legt er sein politisches Amt zurück - in Wien kassiert er weiter im Nationalrat. Moral - Version 3: BZÖ-Chef Josef Bucher lässt wissen, dass er eine hohe moralische Messlatte habe und Politiker eine Vorbildfunktion hätten. Petzners führerscheinloses Dasein hinterm Steuer sei "nur" eine Verwaltungsüberschreitung und daher sei es auch in Ordnung, dass er weiter im Parlament sitze. Ja eh! Gibt man dort etwa jede Vorbildfunktion beim Portier ab?Nur drei kleine Beispiele, made in Kärnten. Das zwiegespaltene Verhältnis der Politik zur Moral erweckt den Eindruck, Kärnten sei ein Land der Gesetzlosen. Zumindest darin ist ihm beizupflichten, dem Herrn Bucher.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/512000-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001