- 23.03.2011, 11:51:41
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Berlakovich: 5. Lebensmittelbericht bestätigt heimischen Qualitätsweg
Krise besser bewältigt als in anderen Sektoren, Nachhaltigkeit im Vordergrund
Wien (OTS) - Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und
Ernährungsexpertin Hanni Rützler von "futurefoodstudio" präsentieren
heute den 5. österreichischen Lebensmittelbericht, der aktuelle Daten
und Fakten dieses Sektors ebenso bietet wie Trends beim
Lebensmittelkonsum und Einkaufverhalten. Erstmals werden in diesem
Nachschlagewerk auch Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre und
Zusammenhänge zwischen Klimaschutz und Ernährung erläutert.
Krise vergleichsweise gut gemeistert
"Der Lebensmittelbericht 2010 zeigt, dass Österreich auf dem
richtigen Weg ist. Wir sind gut versorgt mit sicheren, qualitativ
hochwertigen Lebensmitteln aus heimischer Produktion", be-tont
Berlakovich. Die Wirtschaftskrise sei zudem besser bewältigt worden
als in anderen Sek-toren. "Die österreichische Lebensmittelbranche
verzeichnete 2009 ein vergleichsweise gerin-ges Umsatzminus von 7%,
während die sonstige Industrieproduktion einen Rückgang von 20%
verkraften musste", so der Landwirtschaftsminister. Der
Lebensmitteleinzelhandel habe im gleichen Jahr sogar eine
Umsatzsteigerung von 2% verzeichnet. "Zusätzlich zum Bericht zu
erwähnen ist, dass sich auch die Einkommen der Bäuerinnen und Bauern
nach einem massi-ven Minus von 28% im Jahr 2009 im Vorjahr mit einem
Plus von 12,4% wieder etwas verbes-sert haben. Auch die Agrarexporte
sind nach einem Minus im Jahr 2009 im Vorjahr wieder um 8,3% auf 7,74
Mrd. Euro gestiegen. Heimische Lebensmittel überzeugen im In-und
Ausland", berichtet Berlakovich.
Europäisches Lebensmittelmodell und bessere Einkommensverteilung
wichtig
"Die Daten zeigen, dass es nach der Krise für die gesamte
Lebensmittel-Wertschöpfungskette wieder bergauf geht, wofür ich mich
auf nationaler und europäischer Ebene eingesetzt habe", so
Berlakovich, der seine verschiedensten Initiativen zur Milch- und
Schweinefleischpreis-Stabilisierung hervorhob. Nach dem
Dioxin-Skandal in Deutschland habe er außerdem ein Umdenken der EU
mit einem europäischen Lebensmittelmodell gefordert, das in der
vergan-genen Woche in den Grundsatzpositionen des
EU-Landwirtschaftsministerrates zur Zukunft der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) verankert worden sei. Dafür müsse das
österreichische Modell als Vorbild dienen. "Wichtig ist auch, dass
die EU die Gewinnverteilung in der Wert-schöpfungskette transparenter
und besser gestaltet", so der Minister.
Bio ist zum Standard geworden
Im Hinblick auf die im Bericht enthaltenen Trends zeigt sich, dass
Österreich im Biobereich mit 20% der Agrarnutzfläche weiterhin
europaweiter Spitzenreiter ist. Der Biolebensmittelumsatz hat sich
innerhalb von zehn Jahren von 308 auf 984,2 Millionen Euro im Jahr
2009 verdrei-facht. Selbst in diesem schwierigen Jahr konnte ein
Umsatzplus von 5,8% verzeichnet werden. Immer mehr Biolebensmittel
werden zudem über den LEH abgesetzt.
Regionalität bleibt weiter im Trend
Weiterhin im Trend liegt Regionalität, wie Ernährungsexpertin
Rützler betont. Laut einer Fessl gfk-Umfrage geben 87% der Befragten
an, regionale Produkte im Haushalt zu verwenden, Mit "Genuss Region
Österreich" gibt es seit 2005 eine Regionalitätsinitiative des
Lebensministeri-ums, die mittlerweile von 25 auf 113 Regionen
gewachsen ist. Mit Leitprodukten der Genuss Regionen werden pro Jahr
durch die Lizenznehmer 133 Millionen Euro Umsatz gemacht. Die
Hauptgründe für den Konsum regionaler Produkte sind laut Rützler die
erwartete Frische (80%), die hohe Qualität (79%) und der gute
Geschmack (77%). Zwei Drittel der Konsumen-tInnen verbinden
Regionalität aber auch mit Natürlichkeit und 59% haben ein größeres
Ver-trauen in die Produktion und Verarbeitung dieser Produkte. Das
sind alles Kriterien, die bei der Einkaufsentscheidung immer
wichtiger werden.
Herkunftskennzeichnung auch bei Verarbeitungsprodukten wichtig
Hand in Hand mit der Regionalität geht die Herkunft und ihre
Kennzeichnung. Das seit Jahren bewährte rot-weiß-rote AMA Gütesiegel
garantiert die österreichische Herkunft und ausge-zeichnete,
kontrollierte Qualität. Weiters bieten die Absicherungssysteme "bos"
im Rindfleisch- und "sus" im Schweinefleischbereich Sicherheit. "Aber
auch bei Verarbeitungsprodukten wol-len die Konsumentinnen und
Konsumenten die Herkunft der Hauptrohstoffe kennen. Es ist wichtig,
dass sich der Gesundheitsminister für eine solche, verpflichtende
Kennzeichnung ein-setzt", betont Berlakovich.
Weniger Rind- und Schweinefleisch, mehr Milch, Obst und Gemüse
Der Fleischverbrauch ist innerhalb von zehn Jahren relativ stabil
geblieben (-2,5%) und der Konsum von Milchprodukten um 5,4%
gestiegen. Es wird weniger Rind- und Schweinefleisch, Zucker, Honig,
Bier und Wein gekauft, Geflügelfleisch, Fisch, Milchprodukte, Gemüse,
Obst, pflanzliche und tierische Fette sowie Mineralwasser finden
größeren Absatz.
Konstante bis steigende Selbstversorgungsgrade
Außerdem verdeutlicht der Bericht, dass die heimischen Bäuerinnen
und Bauern die Ernäh-rung der österreichischen Bevölkerung in den
wichtigsten Bereichen sichern. So hat Österreich einen
Selbstversorgungsgrad (2009) von über 100% bei Konsummilch, Fleisch,
Getreide und Wein sowie von über 90% bei Kartoffeln und
Hülsefrüchten. Konsummilch nahm als einziges Produkt kontinuierlich
von 107% auf 153% zu. Bei Obst und Gemüse liegt der
Selbstversor-gungsgrad kontinuierlich bei 60 %. Darüber hinaus ist
"Made in Austria" auch ein Exportschla-ger. So konnte die
Ausfuhrquote der heimischen Lebensmittel-Industriebetriebe innerhalb
von zehn Jahren von 35 auf fast 60% gesteigert werden.
Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Ernährung
Erstmals geht der Lebensmittel-Bericht auch auf den Zusammenhang
zwischen Klimawandel und Ernährung ein. Klar ist, dass regionale,
saisonale und biologische Produkte mit geringen und eingeflogene
Lebensmittel mit erheblichen Treibhausgas-Emissionen verbunden sind.
Doch auch höher verarbeitete Lebensmittel bewirken einen größeren
Kohlendioxid-Ausstoß. Die Landwirtschaft ist derzeit global mit 22%
und EU-weit mit 9% und an den Treibhausgas-emissionen beteiligt, in
Österreich sind es vergleichsweise geringe 8,8%. "Die österreichische
Landwirtschaft erfüllt vorbildlich ihre Klimaziele. Dennoch werden
wir uns nicht auf diesen Lor-beeren ausruhen. Nicht zuletzt, weil die
Landwirtschaft selbst unmittelbar vom Klimawandel betroffen ist", so
Berlakovich.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, 6963
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